Bettina von Arnim
Bettina von Arnim (1785–1859), geboren in Frankfurt am Main als Elisabeth Brentano, stammte aus einer Künstlerfamilie: Ihre Großmutter war Sophie La Roche, die berühmte Verfasserin des Romans „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“, ihr älterer Bruder der Dichter Clemens Brentano. Im Haus der Brentanos gingen die Geistesgrößen der Zeit ein und aus: Goethe, Beethoven, Tieck, Humboldt, Christoph Martin Wieland, Friedrich Schlegel, die Brüder Grimm; der Jurist Friedrich Carl von Savigny war Bettinas Schwager. 1811 heiratete sie Achim von Arnim, den engsten Freund Clemens'. Mit ihren sieben gemeinsamen Kindern lebten die Arnims in Berlin und in Wiepersdorf. Nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte Bettina von Arnim 1835 ihr erstes Buch, „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“, das sie als Schriftstellerin berühmt machte. Über ihre Freundin, die Dichterin Caroline von Günderode, schrieb sie fünf Jahre später ihren Erfolgsroman „Die Günderode“. Den Märchenroman „Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ verfasste sie gemeinsam mit ihrer jüngsten Tochter Gisela.
"Denkt man an Bettina von Arnim, öffnet sich das Herz. Gibt es eine klügere leidenschaftlichere Frau, von der man erzählen möchte? Ein weibliches Wesen, das vor über 200 Jahren vorlebte, was heute noch nicht selbstverständlich ist, bürgerliches Selbstbewusstsein, Mut und Unkonventionalität? Die Fähigkeit zur Freundschaft. Den Großmut eines empfindsamen Herzens. Politischen Gestaltungswillen! Eine Mutter von sieben Kindern. Und Intellektuelle. Witzig und charmant. Voller Übermut!"
Susanne Mayer, Die Zeit