Luchterhand Literaturverlag

Péter Farkas

Acht Minuten

Roman

Originaltitel: Nyolc Perc
Originalverlag: Magvetö
Aus dem Ungarischen von György Buda

Deutsche Erstausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 136 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-630-87304-6
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 24,50* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erscheinungstermin: 17. Oktober 2011
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Die Liebe im Alter ist stärker als das Vergessen

Péter Farkas erzählt in »Acht Minuten« von den letzten Tagen eines dementen Paares, das trotz Alter und Krankheit seine Würde und vor allem die Liebe zueinander bewahren kann. Für diesen Roman wurde der in Deutschland lebende Autor mit dem Sándor-Márai-Preis ausgezeichnet und erhielt den Preis für den besten Debüt-Roman in Ungarn.

Er ist ein alter Mann, und seit einiger Zeit nimmt er merkwürdige Veränderungen in seiner Wohnung wahr. Eine fremde Frau taucht eines Morgens auf und verschwindet nach einiger Zeit wieder. Von anderen, ihm fremden Menschen werden angeblich nützliche Gegenstände in die Wohnung getragen, und er muss diese Gerätschaften wieder zum Müll tragen. Jüngst sind sogar die Ehebetten, in denen er und seine Frau bisher schliefen, auf zwei Zimmer verteilt worden, eine unsinnige Maßnahme, denn nun schlafen er und seine Frau in einem Bett. Und wer glaubt, er und seine Frau könnten sich nicht mehr verständlich machen, nur weil sie mit ihrem Namen nichts mehr anfangen kann und dem Mann die Lust zu sprechen abhanden gekommen ist, der ahnt nicht, wie gut sie beide miteinander zurechtkommen.

Aus ihrer ganz eigenen und eigenwilligen Perspektive hat Péter Farkas die Geschichte eines dementen Paares geschrieben, die Liebes- und Überlebensgeschichte zweier Menschen, denen die Erinnerung weggeblieben ist und die sich in ihrer immerwährenden Gegenwart innig miteinander verbunden fühlen, inniger sogar als je zuvor. Diese beiden Menschen sind auf ihre Art glücklich, solange sie nach ihren ganz eigenen Regeln zusammenleben können, wer allerdings meint, ihnen helfen zu müssen, und sich in ihr Leben einmischt, kann Katastrophen auslösen. Einfühlsam und bewegend erzählt Péter Farkas’ Roman von einem erfüllten Leben im Dunklen, von einem Leben, das seine eigene Würde hat.

"Péter Farkas hat einen berührenden und zugleich kämpferischen Roman über zwei Menschen geschrieben, die mit ihren "hutzeligen Körpern" und mit ihrem "selbstvergessenen Glück" jenem gesellschaftlichen Normativ den Kampf ansagen, in dem das Alter insgesamt als chronische Krankheit erscheint."

Kolja Mensing / FAZ (09.02.2012)

 
 
 
 

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