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Das Lachen und der Tod

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-464-7

Erschienen: 19.08.2013
Dieser Titel ist lieferbar.

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Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken.

Als der deutsche Lagerkommandant das erfährt, will er Hofman dazu bringen, abends vor den SS-Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant, die Frau, in die sich Hofman auf dem Transport verliebt hat, am Leben zu lassen. Es ist ein diabolischer Vorschlag, der den Häftling an die Grenzen seines Gewissens und seines Überlebenswillens führt.

"Ich bewundere Webeling, der nach seinen gründlichen Recherchen das Leben und Sterben in den Lagern so wirklichkeitsgetreu beschrieben hat."

Robert Cohen, Auschwitz Gefangener Nr. 174708

Pieter Webeling (Autor)

Pieter Webeling, 1965 in Den Helder geboren, veröffentlichte 2008 seinen ersten Roman, Veertig dagen. Als Journalist führt Pieter Webeling für angesehene holländische Zeitungen viel beachtete Interviews. Sein Roman über einen Komiker in Auschwitz und über die ambivalente Rolle des Humors in einem totalitären System (Das Lachen und der Tod, 2013 bei Blessing) erregte internationales Aufsehen und wird verfilmt.

"Ich bewundere Webeling, der nach seinen gründlichen Recherchen das Leben und Sterben in den Lagern so wirklichkeitsgetreu beschrieben hat."

Robert Cohen, Auschwitz Gefangener Nr. 174708

"Über das Dritte Reich und den Holocaust wurden bereits unzählige Bücher geschrieben. Das Lachen und der Tod ist eines der besten!"

Jörg Kijanksi, histo-couch.de (15.01.2014)

"Auf völlig neue Art und Weise werde ich bei Pieter Webeling mit dem Holocaust konfrontiert. ... Dieses Buch habe ich verschlungen."

Christian Döring, buecheraendernleben.wordpress.com (15.08.2013)

"Eines der erschütterndsten und schönsten Bücher, die ich je gelesen habe."

Ella-Milou Quist, Literair Nederland

"Webelings Roman dringt in Bereiche vor, die selbst historische Zeitzeugen oft aussparen." (de Volkskant)

de Volkskrant

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Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: De lach en de dood
Originalverlag: Cossee

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-464-7

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen: 19.08.2013

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Pieter Webeling: Das Lachen und der Tod

Von: Querleserin Datum: 08.05.2016

querleserin.blogspot.com

Inhalt
Der jüdische Komiker Ernst Hoffmann tritt am 11. Januar 1946 zum ersten Mal wieder in Amsterdam im Theater auf, seit er Auschwitz überlebt hat. Ein Gespräch mit dem Bühnenmeister Henri Toussaint macht deutlich, wie schwierig es für ihn ist, erneut auf der Bühne zu stehen, die ihn einst berühmt gemacht hat:

"Alle sind begeistert, dass Sie wieder da sind. Aber jetzt auftreten...das dürfte nicht einfach werden." "Ich weiß nicht", sagte ich. "Ein Lacher ist und bleibt ein Lacher. Im Lager musste ich die Menschen auch zum Lachen bringen. " "Tatsächlich? Nun, wir haben es hier ebenfalls nicht leicht gehabt, wissen sie. In Amsterdam herrschten Hunger und Kälte. Und es gab Tote! Aber gut, die Deutschen und die Lager...Man hört da so einiges. Für Sie wird der Krieg bestimmt kein Zuckerschlecken gewesen sein." (S. 9)

Das ist ein sehr euphemistische Beschreibung dessen, was dem Komiker nach seiner Deportation widerfährt.

Im Rückblick schildert er in der Ich-Perspektive, wie er im Februar 1944 verraten und gemeinsam mit vielen anderen Juden in Viehwaggons nach Auschwitz deportiert wird. Im Waggon lernt er eine junge Frau kennen, Helena Weiss, die er als "Engel im grauen Mantel" bezeichnet - und in die er sich verliebt. Der Diamantenhändler Max de Ronde, der hofft, seine beiden Zwillinge und seine Frau zu finden, ist ebenfalls unter den jüdischen Gefangenen. Um die Stimmung im Waggon aufzuhellen, "tritt" Ernst auf und bringt die Leute zum Lachen. Die SS-Leute, die den Zug bewachen, schießen jedoch auf die lachenden Menschen und treffen dabei Max de Ronde tödlich. Ernst, der sich für Max Tod verantwortlich fühlt, findet in dessen Mantel einen Diamanten und versteckt ihn, mit dem festen Vorsatz, die beiden Kinder zu retten.
In Auschwitz angekommen, wird er von Helena getrennt und einem Arbeitskommando Bau zugeteilt. Aufgrund der Ich-Perspektive und der leicht zugänglichen Sprache erlebt man beim Lesen die Strapazen, die sadistischen Grausamkeiten und die unfassbare Unmenschlichkeit unmittelbar mit. So erzählt Ernst, dass er in der Baracke den Platz eines verstorbenen Gefangenen einnehmen muss, der immer noch in der Nähe der Tür liegt.

So etwas wie Stille gab es in der Baracke nachts nicht: Hunderte von Häftlingen schnarchten, murmelten im Schlaf, bliesen die Backen auf, seufzten und husteten. (...) Irgendwas bewegte sich bei der Leiche. Eine Ratte. Ich sah, wie sie an einer Nackenfalte schnupperte und begann, den Kopf anzuknabbern. Doch der Mann hörte einfach nicht auf zu lächeln. (S.58)

Zunächst hat Ernst Hoffmann "Glück", er gerät an einen polnischen Blockältesten Schlomo, der Sinn für Humor hat und ihn bittet abends in der Baracke aufzutreten, um den Häftlingen Mut zu spenden.

Jeden Tag ein Lacher? Nach dem Abendappell erzählt jemand einen Witz, einen komischen Vorfall, eine Erinnerung oder eine Anekdote mit dem einzigen Ziel, dass wir darüber lachen können. Der Beste bekommt vom Blockältesten ein Stück Brot oder Wurst, ganz nach dem Motte "Überleben mit Humor". (S.100)

Es gelingt Ernst Briefe mit Helena auszutauschen, was ihm zusätzlich die Kraft zu überleben gibt. Dann jedoch erkrankt er am Fleckfieber und wird in die Krankenbaracke abgeschoben, was normalerweise den sicheren Tod bedeutet. Wiederum ist das Glück auf seiner Seite: Der behandelnde Arzt ist gemeinsam mit ihm deportiert worden und kümmert sich um ihn. Außerdem hält der Lagerkommandant seine Hand über ihn, da er möchte, dass Ernst als Komiker vor den SS-Wachsoldaten auftritt. Sein Vater hat genau wie der Ernst Vater im 1.Weltkrieg an der Somme gekämpft.

Warum sollen wir hier kein Kabarett haben? Mit ihnen habe ich das große Los gezogen. Sie sind zur Hälfte deutsch, Sie beherrschen die Sprache, Und Sie sind ein Komiker auf hohem Niveau. Ich kann etwas für Sie tun und dafür sorgen, dass Sie den Krieg heil überstehen. (S. 145)

Ernst weigert sich aufzutreten, da er dies nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, doch statt ihn zu erschießen, weist ihn der Lagerkommandant dem Sonderkommando zu. Also denjenigen, die die Gefangenen empfangen und in die Gaskammern geleiten. Dort soll er die Menschen zum Lachen bringen (!). Gibt es eine perfidere Grausamkeit?

Bevor er an dieser Aufgabe zerbricht, erscheint Helena, um mit weiteren weiblichen Gefangenen vergast zu werden, und Ernst gelingt es, sie zu retten - um den Preis, dass er dafür nun doch vor den SS-Wachmännern auftreten muss.
Ein Auftritt, der Ernst in ein tiefes Dilemma stürzt: Um Helena zu retten, wird er ein SS-Komiker - ein Dilemma, das er vor sich selbst verantworten muss, für das seine Geliebte jedoch Verständnis zeigt. Immer wieder stellt er sich die Frage, wie weit er gehen darf?

Ein anderer Künstler - der Clown Grosso wagt einen Akt des Widerstandes, und zieht fast alle anderen Künstler - auch die Musiker, die zur "Erbauung" der Gefangenen und vor allem der SS-Wachleute spielen, mit in den Tod.
Ernst überlebt das Lager und der Roman endet zumindest für ihn mit einem persönlichen Hoffnungsschimmer.

Bewertung
Mehrmals musste ich den Roman aus der Hand legen und erstmal tief durchatmen. Obwohl ich schon viele Romane gelesen habe, die die sadistische Unmenschlichkeit der Aufseher in all ihren grausamen Facetten schilderen, ist mir diese Lektüre sehr nahe gegangen. Es mag an der Ich-Perspektive liegen, an dem sympathischen Protagonisten, der emotionalen Sprache und vor allem an dem Dilemma, in dem sich Ernst Hoffmann befindet - und natürlich auch an der Liebesgeschichte. Der Autor spricht bewusst die Emotionen seiner Leser/innen an, aber gerade dadurch wird das Entsetzliche greifbar - durch diese persönliche Geschichte.

Im Klappentext heißt es über den Roman, dass er "die ambivalente Rolle des Humors in einem totalitären System lebendig macht."
Das wird besonders an den Juden-Witzen deutlich, die Ernst Hoffmann vor den SS-Wachleuten erzählt und einmal wagt er es sogar, die Wahrheit in einer Pointe auszusprechen:

"Es heißt immer, Deutsche hätten keinen Humor. Das ist genau so ein Unsinn wie die Behauptung, der deutsche Russlandfeldzug sei gescheitert!" (S. 264)

Ein lesenswerter Roman, der das Dilemma jüdischer Künstler aufzeigt, sich im Lager instrumentalisieren zu lassen, um zu überleben, oder Widerstand zu leisten und zu sterben.

Außergewöhnliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Von: Sophie Bichon Datum: 19.02.2016

www.buchstabenmagie.blogspot.de

"Ich fragte mich, ob der Mensch dem Leid entfliehen kann, indem er einfach mit einem Lachen darüber hinweggeht." (S.93)

Der niederländische Komiker Ernst Hoffmann wird 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager in Polen gebracht. Um seine Mitgefangenen vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren, unterhält er sie abends mit Witzen. Als der deutsche Lagerkommandant davon erfährt, will er Hoffmann dazu bringen, vor den SS- Leuten als Kabarettist aufzutreten. Erst weigert sich der Komiker, doch dann verspricht ihm der Lagerkommandant eine bestimmte Frau am Leben zu lassen... (Quelle: Klappentext)

Schon bevor ich mit den ersten Seiten begonnen hatte, stellte ich mir natürlich die Frage, wie das funktionieren kann: Humor und Holocaust. Aber jetzt- knapp 300 Seiten später, weiß ich wie.
Für den Komiker Ernst Hoffmann bildet der Humor eine Möglichkeit sich nicht in den Schrecken der Konzentrationslager zu verlieren, sondern viel mehr an Hoffnung festzuhalten. Täglich einen Lacher, das ist sein Ziel.

Ernst Hoffmann, der Protagonist dieses außergewöhnlichen Romans, ist kein Held. Vielmehr ein Mensch mit Fehlern und Schwächen, der es schafft zu überleben. Seine Geschichte übersteigt Grenzen. An den Punkten, an denen andere Bücher dieser Art aufhören, geht Webeling noch einen Schritt weiter. Es dringt in Bereiche vor, die ich bisher nicht kannte. Und obwohl Das Lachen und der Tod so voller Schmerz ist, steckt in jeder Seite auch Liebe und Warmherzigkeit.

Diese etwas andere Herangehensweise an das Thema Holocaust bringt dem Leser die Geschehnisse auf besonders eindringliche Weise näher. Jetzt, im neuen Jahrtausend, werden die Zeitzeugen immer weniger. Selbst die ehemaligen SS- Leute, die sich vor Gericht für Völkermord verantworten müssen, gehen schon auf die 100 Jahre zu. Wirklich erinnern wird sich bald niemand mehr an die Schrecken der Konzentrationslager. Aber was uns bleibt sind literarische Werke, wie jenes von Webeling.
Humor ist etwas, das jeder von uns kennt, ganz egal aus welcher Generation. Und an diesen Punkt knüpft der niederländische Autor an, um die furchtbaren Ereignisse des 2. Weltkrieges für einen kurzen Moment lebendig und greifbar zu machen.

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