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Das andere Berlin Die Erfindung der Homosexualität: Eine deutsche Geschichte 1867 – 1933

Kundenrezensionen (4)

€ 24,99 [D]
€ 25,70 [A] | CHF 33,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8275-0066-3

Erschienen: 22.06.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Zwischen Repression und Freiheit: Die Geschichte der Homosexualität in Deutschland

Homosexualität ist eine deutsche Erfindung – zu dieser überraschenden Erkenntnis kommt Robert Beachy in seiner Geschichte der Homosexualität in Deutschland. In seinem Buch erzählt er von den Pionieren der Sexualwissenschaft, den Debatten um gesellschaftliche Anerkennung im Kaiserreich sowie vom schwulen Eldorado Berlins in der Weimarer Zeit und holt damit ein in Vergessenheit geratenes Kapitel deutscher Geschichte ans Tageslicht.

Welche einzigartigen Bedingungen im Deutschland des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts herrschten, die es zum Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der menschlichen Sexualität machten, zeigt der Historiker Robert Beachy anhand einer Fülle an Figuren und Episoden. Vor allem Berlin mit seinem berühmten Nachtleben entwickelte sich in dieser Zeit zum Magneten für eine lebendige, internationale schwule Szene und zog Künstler wie Christopher Isherwood und W.H. Auden an, die der Zeit in ihren Werken ein Denkmal setzten. Mit seiner Geschichte der Homosexualität in Deutschland verändert Robert Beachy das Bild von Kaiserzeit und Weimarer Republik und fügt unserem Verständnis dieser Epoche eine wichtige Facette hinzu.

Interview mit Robert Beachy auf spiegel.de

Die Entstehung und Entwicklung dieses "anderen" Berlins, seiner schwulen Kultur [...], hat Robert Beachy in einer ebenso unterhaltsamen wie instruktiven Geschichte nachgezeichnet.

DER SPIEGEL, 20.06.2015

Robert Beachy (Autor)

Robert Beachy, geboren 1965 in Aibonito, Puerto Rico, lehrt Geschichte an der Yonsei University in Seoul. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zur deutschen und amerikanischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, für seine Forschung erhielt er Förderungen u.a. von der John S. Guggenheim Memorial Foundation und vom Max-Planck-Institut für Geschichte.

Die Entstehung und Entwicklung dieses "anderen" Berlins, seiner schwulen Kultur [...], hat Robert Beachy in einer ebenso unterhaltsamen wie instruktiven Geschichte nachgezeichnet.

DER SPIEGEL, 20.06.2015

»Robert Beachy […] erzählt farbig, er hat einen Blick für interessante Szenen, bewegende Schicksale und nutzt für seine große Synthese die Ergebnisse vieler Einzelstudien.«

Süddeutsche Zeitung, 04.08.2015

»Alles, was es zu Berlins Vorreiterrolle im Kampf um Emanzipation zu sagen gibt, kann man in ›Das andere Berlin‹ gesammelt und konzentriert nachlesen.«

DER TAGESSPIEGEL, 26.08.2015

»[Ein] empfehlenswertes Buch.«

Siegessäule, 19.06.2015

»Eine fundierte und facettenreiche Geschichte der - größtenteils männlichen - Homosexuellenkultur in Berlin vor, die durch überraschende Thesen, einen eleganten Erzählstil und einen beeindruckenden Quellenfundus besticht.«

Deutschlandfunk Sdg. Andruck - Das Magazin für Politische Literatur, 10.08.2015

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Aus dem Englischen von Hans Freundl, Thomas Pfeiffer
Originaltitel: Gay Berlin: Birthplace of a Modern Identity
Originalverlag: Knopf Publishing Group

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen

ISBN: 978-3-8275-0066-3

€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Siedler

Erschienen: 22.06.2015

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Berlin in neuem Licht

Von: Sam Datum: 10.04.2016

buchflimmern.de/

Das andere Berlin behandelt die Entwicklungen in und Standpunkte zu Homosexualität im Weimarer Berlin. Mich interessierte dieses Buch sofort, da meine Bildung zu diesem Thema nicht über den Film Cabaret hinausreicht (den ich sehr empfehle).

Viele interessante historische Details haben dieses akademische Sachbuch zu einem faszinierenden Lesevergnügen gemacht. Wer hätte gedacht, dass die Begriffe "schwul" und "homosexuell" in Berlin geprägt wurden?Beachy geht eindrucksvoll auf die Weimarer Polizeiarbeit, den "Schwulenparagraph" §175 und das Berliner Nachtleben bis 1933 ein, ohne zugunsten einer Partei zu urteilen. Dabei wird anhand vieler polizeilicher Akten und der Eulenburg-Affäre, der Wandervogelbewegung und der ersten Schritte der Sexualwissenschaft ein breites Bild des schwulen Lebens in Berlin rekonstruiert.

Dabei belegt Beachy, dass durch die politische Situation in Deutschland und seiner rechtlichen Infrastruktur in einem, zwar eng gezogenen, Rahmen ein recht freizügiger Umgang mit Homosexualität möglich war. Der etwas reißerische Untertitel "Die Erfindung der Homosexualität – Eine deutsche Geschichte" wird so tatsächlich mit Daten unterfüttert, die diese These stützen: Deutsche Zeitschriften, Bilder und Wissenschaftler haben die Identität des homosexuellen Mannes mitgeschaffen.

Ein Mangel des ansonsten größtenteils gut lesbaren Sachbuchs war für mich eine gewisse Unübersichtlichkeit: Viele verschiedene Theorien zum Schwulsein wurden kurz vorgestellt und dann sehr bald vorausgesetzt. Ich habe irgendwann etwas den Faden verloren, welche die Überzeugungen des Wissenschaftlich-humanitären Comités noch gleich waren und worin Unterschiede zu anderen Gruppierungen bestanden. Ein Glossar wäre an dieser Stelle hilfreich gewesen.

Weiterhin finde ich den deutschen Titel, "Das andere Berlin", etwas feige im Gegensatz zum relativ eindeutigen Originaltitel "Gay Berlin".

Ansonsten kann ich nur noch anmerken, dass das lesbische Gegenstück, das wohl unabhängig von Beachy relativ zeitgleich mit Gay Berlin erschien, auf Deutsch nicht erhältlich ist ... (Marti Lybeck: Desiring Emancipation. New Women and Homosexuality in Germany, 1890-1933) Ich hoffe sehr, dass dieses Buch doch noch eine Chance auf dem deutschen Buchmarkt bekommt, beide Bücher zusammen wären sicher unschlagbar.

Fazit: Ein akademisches Buch mit hochinteressantem Inhalt, das Berlin in neuem Licht erscheinen lässt.

Eine andere Perspektive...

Von: Das Leseleben Datum: 03.03.2016

das-leseleben.webnode.com/

„Das andere Berlin“ ist das erste Sachbuch, welches ich auf meinem Blog vorstelle. Das Buch wurde mir vom Siedler Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank. Meine Liebe zum Berlin der 20er Jahre und zur LBGTQ-Szene, hat mich sehr neugierig gemacht. Erschienen ist das Buch im Juni 2015, mit 464 Seiten.

Inhalt:
Homosexualität ist eine deutsche Erfindung, so lautet die These des Buches. Beachy berichtet von den Pionieren, die sich für die Rechte der Schwulen und Transgender einsetzen. Dabei erzählt er von verschiedenen Theorien zur Homosexualität und davon wie nicht Homosexuellen mit dem „neuen Geschlecht“ umgehen, aus den Sichten der Politik, der Medizin, der Kultur und Kunst, der Polizei, und natürlich auch der Fremden in der Stadt.

Meine Meinung:
Das Buch ist in acht Teile unterteilt, hinzu kommen eine sehr ausführliche Einführung, sowie Danksagung und ein noch ausführlicheren Anhang. Jedes Kapitel ist mit zahlreichen Bilder hinterlegt. Die Fotos untermalen die entsprechende Textpassage sehr gut. 
Der Schreibstil ist oft sehr ausschweifend und bezieht sich auf politische Ereignisse. Trotzdem lassen sich die Kapitel gut lesen. Je nach dem wie mich das entsprechende Themengebiet, lies sich mal mehr mal weniger schnell lesen. Die Kapitel können fast in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, da oft eventuell benötigtes Vorwissen kurz noch einmal wiederholt wird. Robert Beachy schafft es durch die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Homosexualität eine umfassende und sehr wichtige Facette der Weltgeschichte darstellt. Aus der heutigen Sicht ist es traurig zu wissen, das die Geschichte der Homosexualität mit der NS-Zeit einen riesigen Rückschritt gemacht und Jahre brauchen würde um sich wieder zu erholen. Besonders interessant war für mich zu erfahren welche Rolle die Polizei spielt. Auch sehr wichtig und gut war, die die Betonung, das Homosexualität angeboren ist.
Für meinen persönlichen Geschmack beschäftigt sich das Buch etwas zu sehr mit dem ersten Sexualforscher Magnus Hirschfeld und sein Institut für Sexualwissenschaften im Berliner Tiergarten. In jedem zweiten Kapitel ist Hirschfeld der Hauptakteur, daraus folgt dann auch das sich viele Dinge wiederholen. Ich bestreite ja nicht das er äußerst wichtig für diese Zeit ist, aber auf keinen Fall war er Dreh und Angelpunkt. Das waren die neue offene Gesellschaft und die neuen Lokale der die in den goldenen 20ern eröffneten. Aber was mich am meisten verwundert hat ist das fehlen des ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen auf die Szene, wie zum Beispiel das nach dem Krieg die Zahl der Transgender wesentlich zunahmen. 
„Das andere Berlin“ ist ein gutes Buch für alle die sich für Geschichte und insbesondere für die Geschichte der Homosexualität interessieren. Aber trotzdem möchte ich davor warnen das Buch als Einsteigerlektüre zu lesen. Vielmehr ist es eine gute Ergänzung zum Geschichtsunterricht, oder auch zu einem Besuch im „Schwules Museum“ Berlin. Ebenfalls ist es eine gute Ergänzung zur Ausstellung „Homosexualitäten“ die letztes Jahr in Berlin lief. Mir persönlich hat sie sehr gut gefallen, aber erst mit „Das andere Berlin“ wurden Lücken geschlossen.

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