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Das letzte Nashorn Roman

Kundenrezensionen (9)

€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0687-7

NEU
Erschienen: 21.03.2016
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Ein witzig-hintergründiger Roman über uns und die Letzten ihrer Art

Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives „Afrika an der Amstel“ machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

„Das letzte Nashorn“, leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, kommt zur rechten Zeit. Denn die Frage, wie wir mit Tieren umgehen wollen und sollen, treibt uns alle um.

"Ein bunter, trauriger, überraschender, ebenso exotischer wie realistischer Tierabenteuerroman! Große, graue, gutmütige, geradezu nashornige Lesefreude!"

NDR Kultur, Annemarie Stoltenberg (12.04.2016)

Lodewijk van Oord (Autor)

Lodewijk van Oord, geboren 1977 in Madrid, ist zwar Holländer, hat aber die meiste Zeit seines Lebens nicht in den Niederlanden gelebt. Er ist Lehrer und unterrichtete u.a. in Wales und Afrika. Zurzeit arbeitet er an einer internationalen Schule in Duino in der Nähe von Triest. „Das letzte Nashorn“ ist sein erster Roman, der von der holländischen Presse begeistert aufgenommen wurde.

"Ein bunter, trauriger, überraschender, ebenso exotischer wie realistischer Tierabenteuerroman! Große, graue, gutmütige, geradezu nashornige Lesefreude!"

NDR Kultur, Annemarie Stoltenberg (12.04.2016)

"Wetten, dass Sie Zoos nach dieser tragikomischen Lektüre mit anderen Augen sehen?"

GRAZIA (31.03.2016)

"Lodewijk van Oords Roman 'Das letzte Nashorn' erweist sich als gleichermaßen leichtfüßig wie tiefschürfend."

Hellweger Anzeiger (30.04.2016)

Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: Albrecht en wij
Originalverlag: Uitgeverij Cossée BV

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-8135-0687-7

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

NEU
Erschienen: 21.03.2016

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Das Letzte seiner Art

Von: Martina Meyen Datum: 17.05.2016

www.eseloehrchen.de

Ein leicht größenwahnsinniger Zoodirektor, eine melancholische Nashornexpertin aus Südafrika und ein alternder Philosoph sind neben den Nashörnern die Hauptfiguren in diesem humorvoll erzählten Roman. Lodewijk van Oord lässt alle drei abwechselnd zu Wort kommen. Nach den ersten Kapiteln war ich zunächst verwirrt, denn der Perspektivenwechsel wurde in keinster Weise gekennzeichnet. Aber nach einer Weile habe ich alle drei kennen gelernt und mich daran gewöhnt, dass ich mit jedem Kapitel in einen anderen Kopf wechsele.

Zoodirektor Edo lerne ich als ersten kennen und absolviere mit ihm sein morgendliches Ritual durch seinen Zoo. Sein Enthusiasmus und wie er seine „Berufung“ Zoodirektor ausfüllt, hat mir da schon sehr gut gefallen. Er hat für jedes Problem eine Lösung parat und auch über seine Schwächen lässt mich der Autor nicht im Unklaren. Ich mochte Edo bis zum Schluss, obwohl sein Image am Ende doch einige Kratzer hatte und Lodewijk van Oord einiges sehr überzogen dargestellt hat. Aber das macht auch irgendwie den Reiz dieser Geschichte aus. Sie ist in der nahen Zukunft angesiedelt, konkrete Zeitangeben gibt es nicht, nur ein vorher und ein nachher.

Sariah Malan ist für mich die tragische Figur in dieser Geschichte. Ihr Schicksal ist eng mit dem der bedrohten Tiere verknüpft, die Liaison mit Edo ist etwas halbherzig und sie ist für mich das Fähnchen im Wind, das erst die eine und dann doch die andere Richtung einschlägt.

Der dritte im Bunde, Frank Rida, ist mir der angenehmste. Er ist ruhig und ausgleichend, unterstützt Edo wie einen Sohn und ist der ruhende Pol beim Projekt und auch im Buch. Allerdings schlug die Ruhe für mich aber schnell in Langeweile um, als ich seine ellenlangen philosophischen Ausführungen über Nashörner lesen sollte und das dann einfach überblättert habe.

Lodewijk van Oord erzählt auf eine leichte lockere Art und geizt auch nicht mit humorvollen Einlagen und schrägen Sätzen. Und so ganz nebenbei hält er uns auf sehr sanfte Art den Spiegel vor. Und genau das gefällt mir sehr gut. Kein erhobener Zeigefinger und am Ende kann jeder selbst entscheiden, wie er mit dieser Geschichte umgeht. Mich hat sie zum Nachdenken angeregt, aber ganz ehrlich, ich liebe es, in den Zoo zu gehen und werde es auch weiterhin mit Freude tun.

Fazit: Ein wenig skurril und mit schrägem Humor regt Lodewijk van Oord zum Nachdenken an. Und genau diese Mischung ist perfekt.

Sehr lesenswert

Von: Eva-Maria Obermann Datum: 11.04.2016

schreibtrieb.aeom.de/Blog/?p=2932

Edo Morell will einen Zoo retten. Der junge Direktor, der aus der Filmbranche kommt, plant eine Umstrukturierung des Amsterdamer Zoos Artis. Er will mehr Erlebnis, mehr Fremde, mehr Attraktion in die alten Gehege bringen und fängt mit „Afrika“ an, einem neuen Themenabschnitt. Neue Tiere will er dazu anschaffen, vor allem auch drei vom Aussterben bedrohte Nashörner. Damit unter denen die Paarung klappt holt er Sariah an Bord, afrikanische Nashorn-Spezialistin und mit Leib und Seele am Fortbestand dieser Spezies interessiert. Doch so leicht machen es ihm weder Sariah, noch die Nashörner.
Der Roman wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum einen ist da Edo, zielorientiert, der eine große Nummer abliefern will, Attraktion und Ruhm. In ihm selbst sieht es dagegen ziemlich kaputt aus. Innerlich kaputt ist auch Sariah, die Mann und ungeborenes Kind bei einem Angriff durch Wilderer verloren hat. Sie lebt für die Nashörner und erzählt aus ihrer Perspektive die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch, die Rasse zu erhalten und dem Gefühl, den Tieren unrecht zu tun, solange sie eingesperrt sind. Dritter Ich-Erzähler ist Frank, Gremienmitglied, in die Tage gekommen, philosophierend über Dürer und das Nashorn.
Dabei wird Geschichte mit Fiktion verwoben. Die reale Geschichte des Nashorns in der Kunst und in Europa, sein Mythos, die Schaulustigkeit der Menschen und die Haltung der Tiere werden mit dem fiktiven Ausblick auf das Ende der Rasse zusammengeführt. Nashörner sind gefährdet – womöglich so sehr, dass dieser Roman durchaus auch Realität werden könnte – noch ist er es aber nicht. Doch allein das Aufzeigen der Möglichkeit, beunruhigt. Denn es ist kein natürliches Artensterben, es ist ein brutales Abschlachten, das in diesem Roman die Nashörner vernichtet. Der Mensch.
Der Gefahr der Wilderer in der „freien“ Natur wird die Gefangenschaft im Zoo gegenübergestellt. Sicherer? Nicht, wenn es nach diesem Buch geht. Wilderer machen vor Zoomauern nicht halt, der Umgang mit den lebenden Geschöpfen gerade durch seine hier aufgezeigte Alltäglichkeit erschütternd, bewegend. Darf Tier noch Tier sein? Edo, der nicht aufhören kann im Rahmen eines Filmspektakels zu denken, der inszeniert, um jeden Preis, kann im Grunde zu keiner Sekunde Retter der Rasse werden. Er verbraucht, spielt ein Spiel mit den Medien. Und Sariah, die jedes tote Nashorn mehr zerbricht, bleibt darin eine Spielfigur.
Das letzte Nashorn ist ein unglaublich witziger Roman, spielt selbst mit Sichtweisen, Abgründen und Situation. Zugleich ist er ein erschütternd nachdenklicher Roman, weil er unseren gesamten Umgang mit Tieren in Frage stellt, vom Wilderer bis zum Tierschützer. Dies eingebettet in den historischen Kontext des europäischen Nashorninteresses, lässt den Menschen als im Grunde nicht lernfähig erscheinen. Die Besucher der Zoos und Veranstaltungen sind mit keiner Faser besser, als jene, die das Nashorn als Jahrmarktsattraktion bestaunten oder jene, die es töten, um die angeblich aphrodisierende Wirkung seines Horns verkaufen zu können. Tiere sind Profit, Dinge, keine Lebewesen. Ein dunkles Fazit.
Das letzte Nashorn ist ein kluges Buch, gut geschrieben, nicht per se anklagend, hetzerisch, fanatisch dem Tierschutz zugeschrieben. Sehr subtil setzt es Zeichen, zeigt Vergleiche und Verbindungen auf hinter der Geschichte um das letzte Nashorn, das hier leider auch nur Mittel zum Zweck ist. Sehr lesenswert.

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