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Der begrabene Riese

Kundenrezensionen (13)

€ 22,99 [D]
€ 23,70 [A] | CHF 30,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch, Leinen ISBN: 978-3-89667-542-2

Erschienen: 31.08.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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Der lang erwartete neue Roman des britischen Bestsellerautors

Britannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind. Also verlassen sie ihre Heimat in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung.

Ein gewaltiger, intensiver, spannender Roman, der uns mitnimmt auf eine so tiefgründige wie faszinierende Reise. Kazuo Ishiguros unprätentiöser und zugleich betörender Realismus macht ihn zu einem feinsinnigen Meister des Erzählens.

"... der Roman ist reich, vieldeutig und so rätselhaft wie ein Traum, und seine Figuren sind keine Marionetten, sondern psychologisch komplex und widersprüchlich."

Daniel Kehlmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (05.09.2015)

Kazuo Ishiguro (Autor)

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Sein Roman »Alles, was wir geben mussten« (Blessing, 2005) wurde mit Keira Knightley in der Hauptrolle verfilmt. Der Autor lebt in London.


Barbara Schaden (Übersetzerin)

Barbara Schaden studierte Romanistik und Turkologie in Wien und München, arbeitete anschließend als Verlagslektorin und ist seit 1992 freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen. Sie übersetzt neben Kazuo Ishiguro unter anderem Patricia Duncker und Nadine Gordimer. Barbara Schaden lebt in München.

"... der Roman ist reich, vieldeutig und so rätselhaft wie ein Traum, und seine Figuren sind keine Marionetten, sondern psychologisch komplex und widersprüchlich."

Daniel Kehlmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (05.09.2015)

"Ein Buch, das mich das Staunen noch einmal ganz neu gelehrt hat. ... Ich finde es eine großartige Lektüre."

Felicitas von Lovenberg, SWR Fernsehen, "lesenswert quartett" (08.10.2015)

"Beim Lesen hatte ich Angst: dass der schamanische Sog der ersten Seiten nachlässt, dass der klirrende glasklare Ton seinen Zauber verliert ... Dann wurde es unwichtig."

Alina Bronsky, Literatur Spiegel (28.11.2015)

"... eine universell gültige Geschichte über Völkermord und fehlende Erinnerungskultur."

Philippe Zweifel, SonntagsZeitung (16.08.2015)

"Aus der berührenden Erzählung über das Schicksal zweier alter Menschen wird ein überwältigendes Epos über kollektives Gedächtnis und kollektives Verdrängen."

Jan Ehlert, NDR Kultur (07.09.2015)

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Aus dem Englischen von Barbara Schaden
Originaltitel: The Buried Giant
Originalverlag: Faber & Faber

Gebundenes Buch, Leinen, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-542-2

€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen: 31.08.2015

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Tiefgehende und emotionale philosophische Parabel

Von: Letusreadsomebooks Datum: 24.04.2016

https://letusreadsomebooks.wordpress.com/

Nach erbitterten Kämpfen zwischen Briten und Sachsen ist Britannien im 5. Jahrhundert verwüstet. Dem älteren Paar Axl und Beatrice wird deutlich zu verstehen gegeben, dass sie in ihrem Dorf nicht mehr willkommen sind, da sie eine Bürde für die Gemeinschaft sind. In der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, verlassen die beiden ihre Heimat. Die Reise der beiden ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren. Schon bald ahnen sie, dass ihrem Land Veränderungen bevorstehen, die alles aus dem Gleichgewicht bringen können, sogar ihre Beziehung.

Gemeinsam mit dem alten Paar Axl und Beatrice reist der Leser durch ein vom Krieg gezeichnetes Land, das bevölkert wird von mythischen Wesen und Gestalten. Da sind zum Beispiel König Artus, Merlin und die Ritter der Tafelrunde, aber auch Menschenfresser und Drachen. Das Land ist befallen von einem geheimnisvollen Nebel, der die Erinnerung unterdrückt. Zunächst war ich überrascht, denn so viel Märchenhaftes hatte ich nicht erwartet. Nach der Lektüre muss ich aber sagen, dass Kazuo Ishiguro für Der begrabene Riese genau die richtige Form gewählt hat. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob das Erzählte wirklich die Realität spiegelt oder der Fantasie der Figuren entspringt. Erst nachdem Axl und Beatrice dem Kämpfer Wistan begegnen und von seiner Mission erfahren, hatte ich das Gefühl, richtig zu verstehen, worum es im Roman geht. Vor dieser Begegnung war ich beim Lesen etwas verunsichert. Ich fand zunächst keinen roten Fanden in der Handlung und hatte keine klare Vorstellung davon, was das Ganze eigentlich soll. Aber dann, nach vielen Andeutungen und kurzen Erinnerungen, fand ich es immer spannender, Axl und Beatrice bei ihrer Reise zu begleiten und mit ihnen das Geheimnis des Nebels zu lüften. Während des Lesens sind mir Axl und Beatrice sehr ans Herz gewachsen. Die tiefe Zuneigung der beiden zueinander wird von Ishiguro sehr eindrücklich beschrieben und wirkte auf mich in keiner Weise zu kitschig. Vor allem das Ende des Buches, das bereits früh angedeutet wird, war sehr emotional und melancholisch und regt zum Nachdenken an. Letztlich geht es um die Frage, ob es besser ist, in Unwissenheit in den Tag zu leben, dafür in Frieden und Ruhe, oder in Freiheit, aber mit der Last der Erinnerungen, die sowohl das einzelne Leben, als auch den Zusammenhalt einer Gemeinschaft bedrohen können.

Was den Stil des Romans betrifft war ich an manchen Stellen etwas zwiegespalten. Die altertümlich anmutenden Dialoge sind wunderbar gestaltet und toll zu lesen, ebenso wie die Beschreibung der Liebe zwischen Axl und Beatrice, die sehr detailliert und in vielen Facetten dargestellt wird. Ab und zu bin ich aber auch über Wörter gestolpert, die nicht recht in den Lesefluss passten. Ein paar Mal ist mir der Begriff „Tohuwabohu“ aufgefallen, der mir sehr unpassend erschien. Ob das nur ein Problem der Übersetzung ist, kann ich nicht beurteilen.


Nachdem ich mich richtig auf den Roman einlassen konnte und mich in die Handlung reingefunden hatte, war ich wirklich sehr begeistert. Die Art des Erzählens und die philosophischen Fragen, die Ishiguro scheinbar so einfach verarbeitet, haben mich sowohl emotional mitgenommen, als auch zum Nachdenken angeregt.

Feinsinnige Fantasy, die lange nachwirkt

Von: Detlef M. Plaisier Datum: 30.03.2016

lesekabinettleipzig.com

<em>Was ist erstrebenswerter? Keine Erinnerungen an die früheren Lebensjahre zu besitzen und dafür in Frieden zu leben, oder all die Erinnerungen wiederzuerlangen und damit einen blutigen Krieg heraufzubeschwören? Kazuo Ishiguro widmet sich dieser Frage in seiner Geschichte über kleine und große Entscheidungen des Lebens und die Treue zueinander.</em>

<strong>Ohne Erinnerungen</strong>
Das ältere Ehepaar Axl und Beatrice lebt zurückgezogen in einem britannischen Bauerndorf. Nur der Nebel, der die Landschaft umfangen hält, stört den Frieden. Fast scheint es so, als lasse er alle Erinnerungen an die früheren Lebensjahre verblassen. Dennoch treibt Beatrice das unstillbare Verlangen an, ihren Sohn zu finden. Das Ehepaar bricht auf, um ihn zu suchen und zugleich das Geheimnis des Nebels zu lüften.

<strong>Feinsinnige Fantasy</strong>
Ins Auge fällt, wie ausgesprochen höflich alle Protagonisten miteinander umgehen. Flüche findet man so gut wie keine, den auftretenden Rittern tut es sogar leid, dass sie gegeneinander antreten müssen, weil sie keinen Konsens finden können. Es wirkt, als schienen hier Ishiguros japanische Wurzeln durch.

Mit viel Liebe und Gefühl begleitet der Erzähler die beiden Protagonisten auf ihrem Abenteuer. Die Handlung mag ordinär wirken: Die Helden ziehen aus, um etwas oder jemanden zu finden und am Ende sogar einen Drachen zu erschlagen. Doch in der Handlung finden sich, fein eingewoben, Botschaften und Denkanstöße.

In unserer Zeit scheint der Lebenspartner so austauschbar wie das nächste Smartphone. Da wirkt eine langjährige und innige Beziehung wie die zwischen Axl und Beatrice geradezu außergewöhnlich. Sie hat es ihnen ermöglicht, ihr Abenteuer gemeinsam durchzustehen. Axls stete Sorge um seine „Prinzessin“, wie er Beatrice nennt, ist herzerwärmend. Gerade die Einfachheit, in der Axl und Beatrice miteinander leben, macht die Geschichte interessant. Sie sind beide einfache Leute, keine großen Helden oder Ritter. Damit sind sie in einer ähnlichen Position wie der Leser. Dennoch sehen sie sich auf einmal einer Situation gegenüber, eine fremde Rolle einnehmen zu müssen und über Krieg oder Frieden zu entscheiden.

<strong>Mein Fazit</strong>
Zum Schluss bleibt eine Frage im Raum stehen: Was würde ich selber wählen – Frieden oder Erinnerungen? „Der begrabene Riese“ ist ein Buch, das lange nachwirkt.

Autorin der Rezension ist Maria Schönberg. Sie gehört zum Autorenpool von [Der Mann für den Text] Detlef M. Plaisier, Leipzig

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