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Der tiefe Staat Die Unterwanderung der Demokratie durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob

Kundenrezensionen (5)

€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-20113-2

Erschienen: 25.01.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Wo dubiose Absprachen und schattenhafte Institutionen beginnen, endet unsere Demokratie

Gibt es einen Staat im Staat? Verborgene Strukturen, die ihre eigenen Ziele verfolgen? Die jüngsten Erkenntnisse im NSU-Prozess lassen ein geheimes Geflecht rechtsextremer Verbindungen erahnen, das die staatlichen Institutionen durchzieht. Welche Rolle spielen dabei die bundesdeutschen Geheimdienste? Herrscht eine stille Komplizenschaft zwischen antidemokratischen Gruppen und öffentlichen Behörden? Es sind solche Entwicklungen, aus denen der zunehmende Vertrauensverlust der Bürger in eine staatliche Politik resultiert, deren Motive und deren Handeln immer intransparenter werden.

Bestsellerautor Jürgen Roth deckt diese verborgenen Netzwerke auf: einen »tiefen Staat«, in dem Geheimdienstagenten, Politiker und Kriminelle zusammenwirken. Sie agieren außerhalb jeglicher Legalität und sind für keine parlamentarische Kontrolle zu fassen – schattenhafte Strukturen, die ans Licht gebracht werden müssen.

Jürgen Roth (Autor)

Jürgen Roth, geboren 1945, ist einer der bekanntesten investigativen Journalisten in Deutschland. Seit 1971 veröffentlicht er brisante TV-Dokumentationen und aufsehenerregende Bücher über Politik, Korruption und Kriminalität. Zuletzt erschienen von ihm "Der stille Putsch", "Gazprom – Das unheimliche Imperium" und "Gangsterwirtschaft", die allesamt Bestseller waren.

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-20113-2

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 25.01.2016

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Informativ und interessant

Von: Jessica Datum: 05.04.2016

www.testen-mit-spass.de

Der Titel des Buches hat mich sehr neugierig gemacht, insbesondere die Andeutung, unser Staat wäre durch den rechten Mob unterwandert. Dies klang für mich doch sehr widersprüchlich zur aktuellen Situation in Deutschland. Ausgehend vom Titel des Buches habe ich, wenn ich ehrlich bin, ein Buch mit linken Verschwörungstheorien erwartet. Beim Lesen hat sich diese Meinung dann aber doch geändert.

Das Buch macht einen gut recherchierten Eindruck und hat eine umfassende Quellenangabe. Es vermittelt Eindrücke in das politische Leben, das mitunter sonst doch sehr undurchsichtig zu sein scheint.

Es werden viele Merkwürdigkeiten aufgezeigt und es wird auf viele Ungereimtheiten eingegangen. Dieses Buch hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Es werden einige Verbindungen aus der NS-Zeit, die noch bis heute reichen, beschrieben, die man so sicherlich nicht vermutet hätte.

Auch auf die Arbeit der Justiz wird eingegangen und es werden einige Missstände in diesem Bereich hinsichtlich der rechten Ecke aufgezeigt, die ebenfalls zum Nachdenken anregen.

Ein großer Teil des Buches (etwa 100 Seiten) befasst sich mit dem Thema NSU, das ja noch immer sehr aktuell ist. Auch hier wird Bezug auf Missstände in den Ermittlungen genommen. Anhand einiger Beispiele erfährt der Leser, dass es bei der Aufklärung der Mordserie doch noch viele offene Fragen gibt, die offenbar von der Justiz und/oder Regierung nicht korrekt beantwortet werden sollen.

Fazit

Meine Vermutung mit den linken Verschwörungstheorien hat sich nicht bestätigt. Stattdessen hat mich ein interessantes, mutiges Buch über politische Situationen erwartet. Was mir besonders an diesem Buch gefällt ist, dass es informativ und ohne persönliche Wertung des Autors ist. Es ist spannend und der Leser hat genug Freiraum sich seine eigene Meinung zu bilden, ohne in eine Richtung gestoßen zu werden.

Gefahren für die Demokratie

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 10.03.2016

www.rezensions-seite.de

Eine steile These ist es, die Jürgen Roth seiner Untersuchung „des Staates“ zu Grunde legt. Das rechts gerichtete, nationale Überzeugungen und konservative politische Haltungen mitsamt einer relativ großen „Schnittmenge“ auch zum rechtsradikalen Bereich mehr und mehr die zivilgesellschaftliche Demokratie in Deutschland unterwandern und die Linien der Verfassung (wohl bewusst) damit untergraben.

Eine „vergiftete Atmosphäre“ konstatiert Roth, die von sozialer Kälte, rassistischer Gewalt, Demokratientleerung und Bürgerwut mehr und mehr auch primär geprägt wird.

„Erinnerungen an die Dreißiger Jahre werden zwangsläufig wach“. „Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann wieder die ersten Todesopfer zu beklagen sein werden“.

Markige Sprüche und eine angedeutet Verbindung hinein in den Beamten- und Staatsapparat, die Roth vorwegstellt, die er aber, das sei vorweg gesagt, in der durchaus interessanten und fundierten Lektüre nicht unbedingt stringent verfolgt oder klar beweist.

Eher bietet das Buch zum einen ein Aufgreifen einer öffentlichen Meinung, die sich, da beobachtet Roth ganz recht, mehr und mehr enthemmt Bahn bricht und auch laute „Erinnerungen“ an KZ, „an die Wand stellen“, „Verbrennen von Asylanten“ und vieles mehr scheinbar ungestraft (wieder) salonfähig werden lassen.

Falls dies jemals eben „nicht salonfähig“ gewesen sein sollte. Denn Roth verfolgt im Kern des Buches die Entwicklung rechtsradikaler Haltungen und Tendenzen nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende des Nazi-Regimes in Deutschland nach. Zeigt dabei auf, wie viele der Protagonisten mit fast ungebrochenen Biographien auch die neue Bundesrepublik mit prägten und wie seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts diese „überwunden“ geglaubten Haltungen mehr und mehr wieder öffentliche Stimme wurden und öffentliche Stimmungen bis hin zu politischen Überzeugungen wieder beeinflussten.

Von der NPD hinien in „klerikal-konservative Kreise“ (gemeint ist die CSU) bis hin zu wieder offen auftretenden rechtspopulistischen „Politikern“ aktuell bei der AFD.

Das ist durchaus interessant zu lesen, denn der „Rechtsruck“ auch etablierter Parteien, die Sorge vor dem Verlust von Wählern, die Verschärfung „national gerichteter“ Gesetze, all dies ist ja aktuell zu erleben und findet im Buch einen stringent recherchierten Hintergrund im Blick auf die Geschichte rechtspopulistischer Meinungen, Haltungen und Ziele vor allem seit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Mannigfaltig sind dabei die Beispiele, die Roth anführt und an denen er, durchaus mit gewichtigen Argumenten, auch festmacht, dass „auf dem rechten Auge“ nicht selten eine gewisse systembedingte Blindheit zu konstatieren ist. Daraus allerdings abzuleiten, dass ein „tiefer Staat“ bereits am Ende der Demokratie „arbeitet“, das geben die Schlussfolgerungen Roths nicht wirklich her. An jenen Stellen im Buch wird es dann doch ein wenig auch nebulös und verliert sich in Andeutungen, die es an notwendiger Klarheit und vor allem an überzeugenden Belegen fehlen lassen.

Wie tief nun aber rechtsradikale, rechtspopulistische, auch rassistische Haltungen „in der Mitte der Gesellschaft“ sich in Deutschland „erhalten“ haben, wie erkennbar bei genauerem Hinsehen deren Umtriebe seit Jahrzehnten bereits sind, dafür liefert Roth vielfache und oft augenöffnende Beispiele, welche die Lektüre des Buches durchaus lohnen und so manches an gegenwärtiger politischer und sozialer Entwicklung nachvollziehbar aus einer „durchgehenden historischen Linie“ her erklären. Auch wenn jene „heimlichen Strukturen eines „Staates hinter dem Staat“ sich aus der Lektüre des Buches nicht zwingend ergeben.

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