Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
256 Seiten,
13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04571-3
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empfohlener Verkaufspreis
Verlag:
DVA Sachbuch
Erscheinungstermin:
17. September 2012
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Wie Ober- und Unterschicht auf Kosten der Mittelschicht leben
Die deutsche Gesellschaft befindet sich im Zustand der Auflösung. Am unteren Ende ist eine wachsende Unterschicht dabei, sich aus den bürgerlichen Wertvorstellungen zu verabschieden. Gleichzeitig zieht sich auch die Oberschicht in ihre Parallelwelt zurück. Das Erstaunliche ist: An den gegenüberliegenden Enden der Gesellschaft beobachten wir ähnliche, teils identische Entwicklungen:
• Die Wert- und Moralvorstellungen von Ober- und Unterschicht entfernen sich immer weiter von denen der Mehrheitsgesellschaft.
• Oberschicht und Unterschicht empfinden kaum noch einen Zusammenhang zwischen Leistung und Erfolg.
• Tricksen wird mehr und mehr zur Lebensform. Die Reichen tricksen beim Finanzamt, die Armen beim Sozialamt.
• Oben und Unten leben auf Kosten der Mittelschicht.
Mächtige Verbündete haben ein Interesse daran, dass sich an diesen Zuständen nichts ändert: Die Finanzindustrie macht die Oberschicht reich. Die Hilfsindustrie ermöglicht die Lebensform der Unterschicht. In den Banken wird das meiste Kapital verwaltet und umgesetzt. In der Hilfsindustrie sind die meisten Arbeitnehmer beschäftigt. Vor diesen Mächten hat der Staat längst kapituliert.
»Es ist ein engagiertes und vor allem mit Fakten ausgezeichnet unterfüttertes Buch, das Walter Wüllenweber da geschrieben hat. Die Frage ist, wie lange ein Sozialstaat das Auseinanderdriften zweier gewaltiger Lager und deren Verfestigung in sich selbst überhaupt noch aushalten wird. Zumal gleichzeitig die viel beschworene, aber tatsächlich wenig gepflegte Mitte immer kleiner und schwächer wird, die doch eigentlich das Gefüge zusammenhält. Auf Dauer kann das ein ganzes Land zerreißen. Walter Wüllenweber scheint nicht gerade von dem Optimismus getragen, dass man dieses Auseinanderbersten noch verhindern kann. Für den dringend notwendigen politisch-gesellschaftlichen Diskurs darüber liefert sein Buch einen wichtigen Beitrag.«
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2012
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