Mit Nachwort von
Lothar
Müller
Originaltitel: Angelo di Bontà
Aus dem Italienischen
von
Barbara
Kleiner
Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag,
560 Seiten,
9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2174-7
€
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empfohlener Verkaufspreis
Verlag:
Manesse
Erscheinungstermin:
27. September 2010
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Große Oper: ein Roman voll tiefer Gefühle und zauberischer Betörungen
Was vermag menschliche Güte angesichts einer Welt, in der die Unmoral regiert? Dieser venezianische Bilderbogen erzählt von den Prüfungen einer edlen Seele inmitten des liederlichen Settecento. Er entführt uns in eine hinreißend märchenhafte Welt, wo indes Gut und Böse selten klar voneinander zu scheiden sind. «Was Verdi für die Musik, ist dieser Autor für Italiens Literatur.» (Lothar Müller)
Ein Frühlingsabend im Venedig des Jahres 1749: An der Riva di San Pieretto drängen sich die Gondeln, auf jeder Brücke lauert ein parfümierter Cavaliere, und die Serenissima gefällt sich in ihrer ganzen schwülen Pracht und Verkommenheit. Morosina, ein Engel an Güte und von vollendetem Liebreiz, fiebert dem Tag entgegen, an dem man sie aus dem Mädchenpensionat der Seraphinerinnen ins Leben entlässt. Noch ahnt sie nichts von den Leimruten der Galanterie, von Heuchelei, Tücke, Liebesverrat, die hinter den malerischen Fassaden der Palazzi lauern.
Ippolito Nievo (1831–1861) inszeniert in seinem Romanerstling eine Opera buffa vor der zauberhaften Kulisse des historischen Venedig. Mit souveräner Hand bringt er zur Aufführung, was fühlende Herzen höher schlagen lässt: große Gefühle, dramatische Wendungen, Grandezza und nicht zuletzt das mondäne Flair des 18. Jahrhunderts. Spielt das heitere moralische Lehrstück doch in jener Epoche, in der die Dogenrepublik – politisch wie kulturell längst im Niedergang begriffen – noch einmal eine späte Blüte dekadenter Prachtentfaltung erlebt. Die Geschichte der schönen Seele Morosina, eine Parabel auf die Macht der Liebe, kann als Prolog zu Nievos Hauptwerk «Bekenntnisse eines Italieners» verstanden werden. In dieser Neuübersetzung, die mit dem deutsch-italienischen Übersetzerpreis 2010 ausgezeichnet wurde, liest sie sich ebenso vergnüglich.
»Zu dieser behutsamen, ganz den Duktus des Settecento einfangenden Übertragung ist Barbara Kleiner aufrichtig zu gratulieren. Hier ist das Gespür einer behutsamen Transformation und nicht zuletzt die reiche Erfahrung zu spüren, die Kleiner als Übersetzerin von Italo Svevo, Primo Levi und Elio Vittorini über die Jahre gesammelt hat. Dass sie jüngst mit dem deutsch-italienischen Übersetzerpreis für den „Engel an Güte“ ausgezeichnet wurde, ist nicht zuletzt kulturpolitisch eine erfreuliche Geste.«
literaturkritik.de (11.05.2011)
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