Mit Nachwort von
Ursula
Keller
Originaltitel: Tschja wina?
Aus dem Russischen
von
Alfred
Frank,
Ursula
Keller
Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag,
320 Seiten,
9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2150-1
€
19,95 [D]
|
€
20,60 [A]
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CHF
28,50*
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empfohlener Verkaufspreis
Verlag:
Manesse
Erscheinungstermin:
15. September 2008
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Bewegende Geschichte einer jungen Frau in einer tragisch scheiternden Ehe
Wessen Schuld ist es, wenn aus Liebe Lieblosigkeit wird, aus Leidenschaft Wahn, aus Begehren Überdruss? – Sofja Tolstajas Roman zeichnet das differenzierte Porträt eines mehr und mehr sich entfremdenden Paares. Mit diesem überraschenden Fund, hier in deutscher Erstübersetzung, tritt die Autorin aus dem Schatten ihres weltberühmten Ehemannes.
Dass hochbegabte Frauen im Schatten hochbegabter Männer stehen, ist nichts Außergewöhnliches. Dem Angebeteten zuliebe leisten sie Verzicht, werden im besten Fall zu Musen, im schlechtesten zu Haushälterinnen. Dies ist auch das persönliche Schicksal der Sofja Tolstaja (1844–1919), nachzulesen in ihrer «Kleinen Autobiographie» von 1913, die in diesem Band enthalten ist. Über Jahrzehnte hinweg war sie ihrem Mann, dem berühmten Tolstoi, treue Gefährtin, verständige Erstleserin und Kritikerin seiner Werke, Schreibkraft, «Ehefrau im althergebrachten Sinne» (nach Tolstois eigenem Bekunden) und nicht zuletzt Mutter von dreizehn gemeinsamen Kindern. Niemand konnte ahnen, dass sich hinter der Frau an Tolstois Seite eine exzellente Schriftstellerin verbarg, hatte sie doch ihre erste Erzählung vor der Hochzeit verbrannt. Fünfundsiebzig Jahre nach Tolstajas Tod aber machte man in ihrem Nachlass einen Sensationsfund.
«Eine Frage der Schuld» handelt von der fatalen Entfremdung zwischen Eheleuten. Mit psychologischer und stilistischer Finesse schildert die Autorin, wie bohrende Eifersucht erst das Vertrauen zerstört und dann die beidseitige Achtung. Im Gegensatz zur frauen- und lustfeindlichen «Kreutzersonate» Tolstois, als dessen Gegenstück Tolstajas kleiner feiner Roman angelegt ist, erfahren hier beide Seiten Gerechtigkeit. Mit «Eine Frage der Schuld» ist eine Autorin zu entdecken, die fortan einen eigenen Rang und Namen in der Weltliteratur beanspruchen kann.
»Es ist eine Antwort [auf Tolstois Kreutzersonate], eine Abrechnung, eine Richtigstellung. Die Geschichte aus der Perspektive der Frau. Und als wäre das alles nicht ohnehin schon interessant genug, ist es auch noch ein richtig gutes, in der Übersetzung von Alfred Frank und Ursula Keller richtig gut zu lesendes Buch… Es ist leise, poetisch, immer wieder fragend, zweifelnd, aber immer präzise und ähnlich schonungslos wie die Vorlage auch.«
Volker Weidermann, FAS
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