Originaltitel: nao entres tao depressa nessa noite escura
Aus dem Portugiesischen
von
Maralde
Meyer-Minnemann
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
608 Seiten,
13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87091-5
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Verlag:
Luchterhand Literaturverlag
Erscheinungstermin:
27. August 2001
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In Lobo Antunes’ neuem Roman spricht eine junge Frau, Maria Clara, über ihre Gefühle, während ihr Vater – vielleicht – im Sterben liegt. Ein grandioses Mosaik aus vielen möglichen Wahrheiten, ein Buch, das sich zwischen den Polen Schöpfung und Tod bewegt, ein Großgedicht, in dem Lobo Antunes die Worte funkeln läßt.
Maria Clara fühlt sich fremd in ihrer Familie, und sie flüchtet sich in ihre eigene Welt, die nicht die ihrer Schwester ist, der schönen blonden »Prinzessin«, und auch nicht die ihrer Eltern, die in unglücklicher Ehe nebeneinander herleben. Als ihr Vater, ein Waffenhändler, wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus kommt, steigt sie heimlich auf den Dachboden der großbürgerlichen Villa in Estoril, kramt in alten Truhen und erfindet anhand der dort entdeckten Andenken eine Familie für ihn, der stets behauptet, keine zu haben. Den bedeutenden Vorfahren ihrer Mutter (Urgroßvater Großgrundbesitzer in Mosambik, Großvater General) setzt sie ein ganz anderes Szenario entgegen: Adelaide, das Dienstmädchen ihrer Großmutter, soll die Mutter ihres Vaters sein, ein Lehrer, der mit seiner kranken Frau und seiner Enkelin in der Nähe wohnt, der Vater. Diese Figuren werden lebendig und selbständig, erinnern sich an Ereignisse in ihrem Leben oder widersprechen Maria Clara, sagen, so sei das alles aber nicht gewesen.
Aus dem Neben- und Übereinander all dieser verschiedenen Stimmen, die doch auf eine einzige Person – Maria Clara – zurückführen, entsteht ein faszinierendes Tableau von Gefühlen und Erinnerungen, ein facettenreiches Bewußtseinslabyrinth, das mit Worten etwas darzustellen sucht, das vor den Worten da war. Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht variiert den
Titel von Dylan Thomas’ Gedicht Do not go gentle into that good night, und der Roman ist auch sprachlich der kunstvollste dieses bedeutenden Schriftstellers, ein weiterer Schritt hin zu seinem Ziel, der puren
Sprache.
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