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In Deutschland angekommen Erinnerungen

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€ 22,99 [D]
€ 23,70 [A] | CHF 30,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04477-8

Erschienen: 22.10.2012
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die Lebensgeschichte einer mutigen Frau

Charlotte Knobloch, ehemals Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, zieht Bilanz ihres bisherigen Lebens: Das sind acht Jahrzehnte wechselvoller deutsch-jüdischer Geschichte und Gegenwart. Nicht stehen bleiben! – schärfte der Vater seiner sechsjährigen Tochter Charlotte ein, als sie am Abend der Reichspogromnacht durch ihre Heimatstadt München irren. Das Mädchen überlebt die Nazi-Zeit im Versteck bei fränkischen Bauern. 1945 kommt sie nach München zurück. Mit nur einem Wunsch: möglichst rasch der Stadt und Deutschland den Rücken zu kehren.
Sechzig Jahre später ist Charlotte Knobloch angekommen, kann sie ihr Lebenswerk einweihen: das neue Jüdische Gemeindezentrum und die Synagoge im Herzen Münchens. Nach Jahren des Zweifels, der Hoffnung und Annäherung hat sie nahezu im Alleingang diesen Traum verwirklicht: die Jüdische Gemeinschaft in die Mitte der Stadt und der Gesellschaft zurückzubringen.

»Es sind die erschütternden, aber letztlich zuversichtlich stimmenden Erinnerungen einer beeindruckenden Frau.«

Basler Zeitung (CH), 07.12.2012

Charlotte Knobloch (geborene Neuland; * 29. Oktober 1932 in München) ist seit vielen Jahren Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Vizepräsidentin des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) und Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Von 2006 bis 2010 war sie Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Rafael Seligmann, geb. 1947 in Israel, ist promovierter Historiker und Politologe. Der Schriftsteller und Journalist ist Autor jüdischer Gegenwartsromane wie „Der Musterjude“, „Der Milchmann“ und Gründer und Herausgeber der „Jewish Voice from Germany“.

»Es sind die erschütternden, aber letztlich zuversichtlich stimmenden Erinnerungen einer beeindruckenden Frau.«

Basler Zeitung (CH), 07.12.2012

»Das Buch ist empfehlenswert, weil es mehr erzählt als ein persönliches Schicksal. Es ist ein Gang durch die deutsche Geschichte, eine Rückschau auf die Bundesrepublik.«

Der Tagesspiegel (29.10.2012)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-421-04477-8

€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Sachbuch

Erschienen: 22.10.2012

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Erinnerungen

Von: Monika Schulte aus Hagen Datum: 27.01.2013

Charlotte Knobloch ist gerade mal 6 Jahre alt, als sie die Progromnacht am 9. November 1938 miterleben muss. Die Synagoge brennt. Geschäfte werden zerstört und geplündert. Dies alles muss die kleine Charlotte an der Hand ihres Vaters mit ansehen, mit erleben. Ihr Vater hat eine Warnung erhalten. Deshalb läuft er lieber mit der Tochter durch die Stadt, als Zuhause zu sein. Zuhause, wo die Großmutter wartet. Charlottes Mutter hat die Familie verlassen. Die Mutter ist Nichtjüdin. Ob sie die Familie verlassen hat, um sich selbst zu schützen oder ob sie von den Nazis dazu gezwungen wurde, wird nicht so ganz klar. Charlotte wird von ihrem Vater zu Bauern nach Franken gebracht. Dort wird sie von Zensi als die eigene Tochter ausgegeben. Nur so konnte Charlotte überleben. Ihre geliebte Großmutter sieht sie nicht wieder. Sie wurde deportiert und hat das Lager nicht überlebt.

Als der Krieg vorbei ist, holt der Vater sie wieder zurück nach München, in die einst geliebte Stadt. Charlotte ist klar, dass sie dort nicht bleiben möchte, nicht bleiben kann. Mit gerade mal 15 Jahren verliebt sich Charlotte in Samuel Knobloch. Sie weiß sofort, er ist der Richtige. Nur ihn will sie heiraten. Jahre später ist es soweit. Sogar der Vater gibt seinen Segen. Charlotte und Samuel tragen sich oft mit dem Gedanken, München zu verlassen. Nach Amerika wollen sie, doch dann wird das erste Kind geboren und sie bleiben. Immer wieder überkommen die beiden die Zweifel, ob es richtig ist, in dieser Stadt, in diesem Land zu bleiben. Als schließlich das dritte Kind zur Welt kommt, bleiben sie.

Charlotte Knobloch beginnt, sich in der jüdischen Gemeinde zu engagieren. Auch immer wieder Hoffnung und Zweifel und dann geht es doch weiter. Ihr großer Traum ist der Bau einer neuen Synagoge, eines Gebetshauses mitten in der Innenstadt von München. Doch es soll nicht nur ein Gebetshaus werden. Sie wünscht sich eine Begegnungsstätte. Eine Stätte für Alt und Jung, für Juden und Nichtjuden. Ihr Traum geht am 9.11.2006 in Erfüllung.

Der Leser erfährt viel über die Gemeinschaft der Juden. Aber auch viel über die Zeit des Nazi-Terrors. Wie in vielen jüdischen Familien, die diesen Furcht erregenden Völkermord miterleben mussten, wurde diese Zeit in Charlotte Knoblochs Familie erst einmal tot geschwiegen. Dieser fürchterliche Terror war nicht in Worte zu fassen. Ihren eigenen Kindern erzählt sie erst davon, als diese längst erwachsen sind. Kein Einzelfall.

Erschüttert war ich über die Informationen, dass zum Beispiel die Briten die Zureisekontingente nach Israel geregelt haben. Unzähligen Juden war es so verwehrt, ins Heimatland zurück zu kehren. Sie mussten zurück nach Deutschland, wo der Terror erst recht seinen Lauf nahm. Auch viele andere Länder verweigerten die Aufnahme der Verfolgten. In diesem Ausmaß war mir das bisher nicht bekannt.

Charlotte Knoblauch ist keine Mahnerin mit erhobenen Zeigefinger. Sie will erinnern.

"In Deutschland angekommen" ist nicht nur einfach die Autobiografie der Charlotte Knobloch. Es ist ein Buch, das nachdenklich stimmt, das berührt, das schockiert, das einen nicht vergessen lässt.

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