Manesse

Walter Serner

Letzte Lockerung

Ein Handbrevier für Hochstapler und solche, die es werden wollen

Mit Nachwort von Georg M. Oswald

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 296 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2148-8
€ 17,90 [D] | € 18,40 [A] | CHF 25,90* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis

Verlag: Manesse

Erscheinungstermin: 17. September 2007
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Der Knigge für Zyniker

Dieser Knigge für Zyniker gehört in jeden Smoking. Geistreich, frech und im Tonfall mondäner Kennerschaft verrät Serners Handbrevier, worüber man als Weltbürger tunlichst im Bilde sein sollte: Instinkte und Manieren, Reisen und Hotels, Frauen und Männer, Gott und die Halbwelt.

Das Sernersche Benimmbuch für Filous spielt lustvoll mit den herrschenden Klischees von Moral und Wohlanständigkeit. Unverschämt, nicht selten ätzend werden die Widersprüche zwischen gesellschaftlichem Schein und Sein auf die Spitze getrieben: «Die Welt will betrogen sein, gewiss», heißt es etwa kurz und bündig: «Sie wird sogar ernstlich böse, wenn du es nicht tust.»

Der erste Teil des Buches, 1918 in Lugano entstanden, war als «prinzipielles Handbrevier» angelegt – als subversive Sinn-Camouflage in bester Dada-Manier. Der zweite Teil, 1927 in Genf hinzugekommen, versteht sich dagegen als «praktische» Denk- und Handlungsanleitung für den modernen Amoralisten. Herrenzynismen wechseln mit Sentenzen der Weltgewandtheit, Travestien des Zeitgeists mit lebensphilosophischen Betrachtungen. Dank seiner süffisanten Nonchalance, seines «jesuitischen Snobismus» (Jörg Drews), übertraf das Werk vieles zeitgleich Entstandene an geistiger Sprengkraft. Während sich eine durch und durch bigotte Gesellschaft in den Saturnalien der Selbstidealisierung berauschte, schrieb ihr Walter Serners (1889–ca. 1942) die denkbar luzideste Ernüchterungsprosa auf den Leib. Bis heute gilt die «Letzte Lockerung» als elementarer Leitfaden für alle, die sich von der Schamlosigkeit der großen Welt nicht länger zum Narren halten lassen wollen.

«Man liest „Das Handbrevier für Hochstapler und solche, die es werden wollen“ mit großem Vergnügen, da Schein und Sein hier beständig die Rollen tauschen. Hinter der Maske des Bonvivants lächelt bitter ein antibürgerlicher Moralist, der es versteht, Weisheiten über den Zustand einer irrsinnig beschleunigten Gesellschaft in Bonbonpapier zu verpacken. Aktuell ist es allemal.»

NDR Kultur (19.12.2007)

 
 
 
 

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