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Old School Roman

Kundenrezensionen (30)

€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-26945-3

Erschienen: 09.11.2015
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Die Alten schlagen zurück

Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in die Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung.

John Niven (Autor)

John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends – einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie – einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre und Das Gebot der Rache. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: Sunshine Cruise Company
Originalverlag: Heineman

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 400 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-26945-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

Erschienen: 09.11.2015

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Schräg: Old School – John Niven

Von: Dunkles Schaf Datum: 23.03.2016

diedunklenfelle.wordpress.com

Schon Mist, wenn sich herausstellt, dass man 40 Jahre seines Lebens mit einem Lügner verschwendet hat. So passiert es Susan Frobisher, deren Mann stirbt, als er gerade seinem geheimen zweiten Leben fröhnt: in einer kleinen Wohnung, vollgeklebt mit pornographischen Bildern, auf den Knien und mit Maske, an die Decke gebunden und einem 60cm langen Dildo im Arsch – der auch der Todesgrund ist.
Da Barry seiner Frau nicht nur einen unrühmlichen Tod sondern auch mengenweise Schulden hinterlassen hat, muss Susan nun befürchten ihr Haus zu verlieren.

Kurzerhand plant sie mit ihrer ältesten Freundin Julie, der christlichen Jill, der verrückten Ethel und dem senilen Nails einen Bankraub. Blöd ist nur, dass ausgerechnet der senile Nails den Fluchtwagen fahren soll und dieser zwischendrin vergisst warum er im Auto wartet und sich lieber eine Eistüte holt. So gipfelt der ansonsten vorzüglich geplante Bankraub für die vier Mädels älteren Kalibers in einer Flucht quer durch Europa, immer verfolgt von dem hartnäckigen, aber verstopften und vom Pech verfolgten Detective Boscombe und seinem Seargant.

„‘OGOTTOGOTTOGOTT!‘, skandierte Julie.
‚AHHHHRGHHH!‘, stöhnte Susan.
‚Hilf mir, o Herr!‘, kreischte Jill.
‚FUCK!‘, brüllte Ethel.“ (S. 147)

Schräg, rasant und irrwitzig gestaltet John Niven den Roadtrip der Ladies. Er geht gar nicht so ins Detail, der Plan für den Bankraub ist nach einem Nachmittagstee mit Tanzstündchen schnell erledigt und wird durchgezogen. Die Flucht ist das Hauptaugenmerk und als Leser begleitet man die Damen, nun nicht quer durch Europa, ein schon durch ein paar Länder bis der Absprung über den Ozean geschafft ist. Unterwegs gabeln die vier noch eine Anhalterin/Ausreisserin auf, die in einigen Situationen ganz nützlich ist und den Altersdurchschnitt erheblich senkt.

Und dann gibt es da noch die andere Seite. Die Polizei. Boscombe und seinen Seargant, der seinen Chef machen lässt und sich vieles nur denkt, der meistens nicht der gleichen Meinung ist und so ganz anders als er. Boscombe ist hartnäckig wie ein Pitbull, uneinsichtig und ganz allgemein ein sehr unangenehmer Zeitgenosse – nciht nur wegen seiner Verdauungsstörungen. Und hier schrappt der Roman haarscharf am Slapstick, denn die Situationen, die Boscombe verursacht, die Missgeschicke, die ihm passieren, die sind nun schon sehr hart an der Grenze ins Absurde. Aber wäre der Polizist, der die Mädels verfolgt ein anderer, dann die Geschichte nur halb so schräg und vermutlich fürchterlich langweilig. Die Kombination der ahnungslosen und doch irgendwie geschickt agierenden alten Damen mit dem müffelnden, hartnäckigen Bullen macht sich einfach irre gut. Wer hier Ernsthaftigkeit sucht, ist völlig falsch – dieses Buch soll Spaß machen. Und verdammt nochmal, das macht es!

Fazit:
Ein schräger Roadtrip, der einfach Spaß zum Lesen macht, auch wenn Boscombe, der Polizist, fast einen Ticken zuviel war. Tolle Unterhaltung für einen Sonntagnachmittag!

Schwarzhumorig, bissig, ... typisch John Niven!

Von: Books and Biscuit Datum: 20.03.2016

booksandbiscuit.blogspot.de

Es ist schon eine Weile her, dass ich meinen letzten John Niven - Straight, White, Male - gelesen habe. Wieder auf den Geschmack gekommen bin ich, als ich Jochen Malmsheimer und Jürgen von der Lippe die Tage aus seinem Buch Gott bewahre vorlesen hörte. Es war mal wieder Zeit für einen neuen John Niven, und da kommt Old School gerade richtig.

John Niven ist für seinen schwarzen Humor und seine derbe Sprache bekannt und genau das erwartet uns auch in Old School. Es geht um Julie und Susan, zwei gerade 60 Jahre alt gewordene britische Damen. Die eine ist Hausfrau in der britischen Provinz, die andere lebt in einer Sozialwohnung. Susans Mann Barry wirkte auf sie immer ein bisschen langweilig - bis er ei einem skurrilen Unfall ums Leben kommt und ihr einen Haufen Schulden hinterlässt. Schulden in Millionenhöhe, denn ganz so langweilig und anständig war Barry gar nicht.

Susan, Julie und zwei weitere britische Seniorinnen (Jill und Ethel) planen den perfekten Banküberfall, um an das nötige Geld zu kommen. Jede von ihnen kann es gut gebrauchen, denn Old School ist nicht nur ein schwarzhumoriger Actionroman, er nimmt auch die britische Mittelschicht und die Probleme der Rentner aufs Korn. Das Thema Altersarmut steht deutlich im Fokus. Jill braucht das Geld für ihren Enkel, der operiert werden soll. Susan droht durch ihre Schulden in die Armut zu rutschen und alles zu verlieren. Und Ethel ... na ja, sie macht wohl mehr aus Langeweile mit, weil im Altersheim einfach nichts los ist. Susan und ihre Rentnergang bringen sich immer wieder in scheinbar aussichtlose Situationen, weil sie zwar viel Glück, aber so gar kein Händchen für Kriminalität haben.

John Niven überzeugt durch einen facettenreichen Humor. Manchmal ließ mich seine Situationskomik laut lachen, manchal schmunzelte ich über die vielseitig gezeichneten Figuren und manchmal blieb mir das Lachen im Hals stecken. Old School ist spannend, bissig, witzig. Ein typischer John Niven eben.

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