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Recht und Gerechtigkeit Ein Märchen aus der Provinz

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€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-20025-8

Erschienen: 15.10.2012
Dieser Titel ist lieferbar.

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Der Justizfall, der zum Medienfall wurde

Jörg Kachelmann wurde am 31. Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach wie vor jedoch wirft sein Fall viele Fragen auf. Wie geht es einem, der zu Unrecht als Vergewaltiger beschuldigt wird? Den die Ermittlungsbehörden mit allen Mitteln zum Täter machen wollen? Der 132 Tage im Gefängnis sitzt? Der sehr schnell zum Gegenstand einer öffentlichen Vorverurteilung wird? – Zum ersten Mal erzählen Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam die Geschichte, die hinter dem »Fall Kachelmann« steckt. Und es wird klar, welche Rolle Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht und Medien dabei spielen.

Was bleibt nach einem höchst fragwürdigen Prozess und einer beispiellosen Medienberichterstattung noch von Recht und Gerechtigkeit? Der »Fall Kachelmann« ist in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme - mit dem Unterschied, dass viele Opfer von Falschbeschuldigungen in erster Instanz oft keinen Freispruch bekommen. Jörg und Miriam Kachelmann haben sich entschlossen, aufzudecken, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat, und geben erschütternde Einblicke in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Recht und Unrecht nicht mehr existieren. In ihrem Buch schildern sie detailliert die Ereignisse vom Moment der Verhaftung bis zur Urteilsverkündung und der Zeit danach, enthüllen Fehler und Ungereimtheiten und legen die unheilvolle Mechanik bloß, die hinter dem Prozess gegen den Meteorologen steckt – und die offenbar nicht nur hier wirksam wird.

Jörg Kachelmann (Autor)

Jörg Kachelmann, Jahrgang 1958, ist Verwaltungsratspräsident und Chefmeteorologe des Wetterdienstes Meteomedia AG. Von 1992 bis März 2010 moderierte er Wetterberichte in der ARD sowie Talksendungen wie Riverboat und Kachelmanns Spätausgabe. Heute präsentiert er das Wetter für main.tv, Radio Primavera und auf seinem eigenen Kanal „wetterkachelmann“ bei YouTube.


Miriam Kachelmann (Autorin)

Miriam Kachelmann, Jahrgang 1986, ist ausgebildete Bühnendarstellerin und studiert seit 2009 Psychologie. Miriam und Joerg Kachelmann leben in der Schweiz.

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 23 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-453-20025-8

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 15.10.2012

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  • Leserstimmen

Ein Märchen mit nur kleinem Happy End ...

Von: Jessica Große-Wortmann Datum: 11.05.2015

www.juristischer-gedankensalat.de

Es gibt wenige Bücher die mich wirklich überraschen – dieses gehört zweifelsohne dazu. Angesichts der flächendeckenden Berichterstattung zum Kachelmann-Prozess habe ich eher eine Abrechnung als ein derart reflektiertes Buch erwartet. Im deutschen Strafrecht gilt der Grundsatz “in dubio pro reo” – Im Zweifel für den Angeklagten. Das lernt der Jurastudent schon in den ersten Semestern. Auch gelten für die Medien Grenzen in Form der Persönlichkeitsrechte. Beides wurde im Kachelmann-Prozess ausser Kraft gesetzt. Mit welcher Wucht Herr Kachelmann aus seinem Leben gerissen wurde, wird beim Lesen dieses Buches klar. Er macht kein Geheimnis aus der Ohnmacht die ihn überkam angesichts dieser Lawine an Angriffen auf seine Existenz. Dieser Prozess ist leider nur ein Beispiel für die Handlungsweise der Staatsanwaltschaften und Gerichte. Und leider auch nur eines von vielen für die Vorverurteilungskampagnen in den Medien. Welche Macht Medien haben können wird in diesem Buch deutlich, aber auch wie mühsam es ist sich dagegen zur Wehr zu setzen. Man kann darüber streiten ob Herr Kachelmann sich in seiner Lebensweise moralisch stets “gut” verhalten hat, dieses steht aber niemandem – außer ihm selbst – zu. Denn mehrere Beziehung parallel zu führen erfüllt noch lange keinen Straftatbestand. Aber eine Falschanschuldigung tut es. Angesichts der – zum Zeitpunkt der Verhaftung und insbesondere der Eröffnung des Verfahrens bereits bekannten – Beweislage, hätte dieser Prozess nicht stattfinden dürfen. Eklatante Mängel in der Aussage der Anzeigenerstatterin, Gutachten die allesamt den geschilderten Tathergang für nicht wahrscheinlich oder sogar ausgeschlossen halten und die Art und Weise der Prozessführung lassen nur einen Schluss zu: Da wusste jemand einfach mehr wie er aus der Nummer rauskommen sollte. Anders lässt sich diese Verschwendung von Zeit, Akten und Geld nicht erklären. Besonders erschreckend: Während Kachelmann seiner Existenz beraubt wurde, gab es auf der “anderen Seite” Beförderungen. Ein lesenswertes Buch, insbesondere für diejenigen die glauben das Justizsystem wäre unfehlbar und stets im Recht.