VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • twitter
  • add this

Roter Mond Roman

Kundenrezensionen (9)

€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7645-3123-2

Erschienen: 24.03.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Links

  • Service

  • Biblio

Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!

Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.

Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.

Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …

Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.

"Eine schwarze Perle der Phantastik."

Abenteuer & Phantastik (01.05.2015)

Benjamin Percy (Autor)

Benjamin Percy wuchs im tiefsten Oregon auf. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.

www.benjaminpercy.com

"Eine schwarze Perle der Phantastik."

Abenteuer & Phantastik (01.05.2015)

"‘Roter Mond‘ […] wagt sich auf erfrischend andere Weise an den altbekannten Werwolfmythos heran. […] Für sein Fantasy-Amerika schreibt Benjamin Percy entscheidende Begebenheiten der jüngsten amerikanischen Geschichte kurzerhand um, Realität und Fiktion liegen bei ihm aber dennoch nicht weit auseinander: Der Terror der Lykaner erinnert an die Ereignisse vom und nach dem 11. September, die rechten Politiker könnten der Tea-Party-Bewegung angehören, und die Werwölfe wirken wie die schwarze Bevölkerung während der Rassentrennung. […] Der Dozent für kreatives Schreiben beherrscht sein Handwerk, ‚Roter Mond‘ ist ein ungeheuer spannendes Fantasy-Debüt und fügt sich nahtlos ein in die Reihe hervorragender All-Age-Fantasy-Werke aus den USA. […] Wie gemacht für die nächste große Fantasy-Verfilmung."

Elena Gorgis, Deutschlandradio Kultur (22.05.2014)

"Das spannungsgeladene Meisterwerk liest sich als Parabel auf die Welt, in der wir leben, und wirkt lange nach."

Morgenpost am Sonntag / Sachsen (26.10.2014)

"Man kann ‚Roter Mond‘ als spannendes und recht brutales Fantasy-Abenteuer lesen, aber auch als kluge Polit-Parabel auf die USA nach den Terroranschlägen von 9/11. […] Spannendes Lesefutter ist ‚Roter Mond‘ allemal."

Uwe Badouin, Oberhessische Presse (16.05.2014)

"Dank zahlreicher Protagonisten und Handlungsstränge ist das Buch mehr als eine typische Fantasygeschichte."

Bild Woche + Hörzu (30.04.2014)

mehr anzeigen

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Michael Pfingstl
Originaltitel: Red Moon
Originalverlag: Grand Central, New York 2013

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 640 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-7645-3123-2

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penhaligon

Erschienen: 24.03.2014

Bestellen Sie bei Ihrem Buchhändler vor Ort oder direkt bei:

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Interessante Welt, holprige Ausführung

Von: Nerd-Gedanken.de Datum: 30.10.2015

nerd-gedanken.blogspot.de/

Patrick Gambles Welt gerät aus ihren Fugen, als er seinen Vater verlassen muss, der als Reservist wieder zum Militärdienst eingezogen wurde. So bleibt nur der Umzug zur in Scheidung vom Vater lebenden Mutter, mit der er seit vielen Jahren nur noch losen Kontakt hat und auf die er sich dementsprechend nicht besonders freut. Doch auf dem Überlandflug von San Francisco nach Portland wird auf das Flugzeug ein folgenschwerer Anschlag verübt, bei dem ein Lykaner blutige Ernte unter den Passagieren hält. Patrick überlebt als einziger Passagier und wird fortan mit einem großen Medieninteresse gequält, was ihm den Neuanfang bei seiner Mutter nicht wirklich leichter macht …
Claire ist Lykanerin und träumt von einem ganz normalen Leben, fernab von den lykanerrechtlichen Themen, die durch ihre Eltern permanent aufgebracht werden, mit einer normalen Ausbildung, einem Freund, der sie aufrichtig liebt, und am Besten möglichst wenig Blick auf ihre zweite Natur. Diese Träume platzen jedoch, als nach dem Lykaneranschlag auf Patricks Flugzeug die amerikanische Regierung hart gegen mutmaßliche Lykaneraktivisten durchgreift und ihre Eltern von Regierungsbeamten erschossen werden. Von nun an ist Claire auf der Flucht, in einer Welt, in der sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf alle richtet, die mit dem Lobos-Virus infiziert sind. Ideale Verhältnisse für Gouverneur Chase Williams, den sein findiger Berater Augustus Remington auf den Sessel des Präsidenten hieven will und der mit Anti-Lykaner-Parolen viel Zustimmung bei der Bevölkerung findet. Die folgenden Sanktionen gegen Lykaner verschärfen die Stimmung zwischen den »normalen« Bürgern und den Infizierten zunehmend, und Amerika taumelt einer Zukunft entgegen, in der nichts mehr so ist, wie es einmal war …

Auf dem Schutzumschlag dieses über sechshundert Seiten dicken Romans befindet sich ein Zitat von John Irving: »Hätte George Orwell sich eine Zukunft mit Werwölfen ausgemalt, dann wäre genau dieser Roman dabei herausgekommen.« - ein Versprechen, das Benjamin Percy zu einem gewissen Teil einlösen kann, zu einem anderen jedoch Erwartungen weckt, die zwangsläufig enttäuscht werden müssen.
Grundsätzlich ist die Alternativwelt sehr gut inszeniert: Durch das Lobos-Virus, welches durch Biss oder Konsum übertragen werden kann, werden aus normalen Menschen Lykaner, deren zweites Ich sich zu einem blut- und fleischgierigen Wolfswesen entwickeln kann. Ungebändigt eine tödliche Gefahr für andere Menschen, sodass die Regierung schon vor vielen Jahren verfügt hat, dass Lykaner nur durch die Einnahme des die lykanischen Regungen dämpfenden Volpexx-Medikaments ein aktiver Teil der Gesellschaft sein dürfen. Wer sich anpasst, ist mit dabei, allerdings oft auf Kosten der eigenen Lebensqualität, da Volpexx enorme Nebenwirkungen auf Physis und Psyche hat.

Amerika befindet sich in der Gegenwart der Erzählung im Konflikt mit der paramilitärischen, zwischen Finnland, Russland und dem weissen Meer liegenden »Republik«, welche von freiheitsliebenden Lykanern beherrscht wird und in welcher sich wertvolle Bodenschätze befinden. Die dort stationierten Soldaten sollen sicherstellen, dass die Rohstofförderung in von US-Unternehmen betriebenen Minen reibungslos ablaufen, was natürlich nicht funktioniert – und immer wieder Menschen- und Lykanerleben fordert. Zu Beginn der Erzählung ist das Miteinander zwischen Menschen und ihren wölfischen Mitbürgern noch relativ gemäßigt möglich. Claire kann sich beispielsweise unter mehreren Colleges entscheiden, die eine gemischte Studentenschaft haben. Der Anschlag auf Patricks Flieger indes setzt eine Gewaltspirale in Gang, die erschreckend schnell die brüchige allgemeine Ordnung zerstört, von der ursprünglichen geordneten Gesellschaft nur noch Trümmer hinterlässt und offenbart, dass man kein Lobos haben muss, um innerlich zum Tier zu werden.

Wer sich ein wenig mit geschichtlichen Verläufen beschäftigt, kann hier recht viele Anklänge zur Weimarer Republik und dem beginnenden Dritten Reich finden. Man muss vom Umgang mit Andersartigen her nur die Lykaner durch die Juden ersetzen, deren bürgerliche Rechte nach und nach beschnitten werden, bis sie schließlich alleine durch die Tatsache, anders zu sein, auf die Abschussliste der herrschenden Personen geraten. Anders als in der Realität aber regt sich bei den körperlich starken Lykanern der Widerstand, dessen Anschläge die Geschwindigkeit der Entwicklung ordentlich anziehen und schließlich zu einem völligen Zusammenbruch der bekannten Ordnung führen. Selbst wenn man sich sagt, dass Lykaner ein reines Phantasieprodukt sind, so schildert Percy das menschliche Verhalten im Angesicht der Krise so erschreckend und realitätsnah, dass man den Fantasyanteil des Weltkonstruktes recht schnell vergisst und einfach mit innerem Horror verfolgt, wie grausam Menschen miteinander umgehen können.

Dem Autor gelingt es dabei, auch ohne direkte Schilderung von entsetzlichen Ereignissen die entsprechenden Bilder hervorzurufen, was auch ein Grund war, warum ich vergleichsweise lange Zeit gebraucht habe, bis ich »Roter Mond« durchgelesen hatte. Bei manchen Szenen wirkten die beschworenen Bilder durch ihre Intensität und Traurigkeit lange für mich nach, sodass ich immer wieder Pausen einlegen musste, um mich der Erzählung weiter stellen zu wollen. Gerade das in scheinbar locker hingeworfenen Nebensätzen stecken bisweilen Einblicke, die nur schwer zu verdauen sind. Dieses Buch ist definitiv nichts, das man einfach nebenbei oder leicht

Während gerade beim Verfolgen des Patrick-Gamble-Handlungsstranges für mich das Gefühl irgendwann unerträglich wurde, dessen viel zu lange Zeit währende, stumpfe Handlungslosigkeit irgendwie anschieben zu wollen, entwickelt sich der Handlungsstrang um die ehemalige Widerstandskämpferin Miriam deutlich erschütternder und mitreißender. Die Handlung um den Lobos-Gegenmittelforscher Neal und seinen Grund, so verbissen nach einem Heilmittel zu suchen, hat mich stets mit einem Gefühl hoffnungsloser Traurigkeit erfüllt, die mir in diesen Abschnitten der Erzählung das Weiterlesen schwer gemacht hat. Claires Handlungsstrang scheint mir noch der nachvollziehbarste, in sie konnte ich mich beim Lesen am besten mit hineinversetzen, während die Erzählung rund um Chase den unangenehmen Eindruck hinterließ, sich weniger auf die Darstellung des Charakters selbst, sondern um das bequemere Füttern des Lesers mit Hintergrundinformationen aus der Richtung des Regierungsgeschehens zu konzentrieren.

Durch die sehr unterschiedlichen Blickwinkel erlaubt der Autor ein vielschichtiges Bild auf die Situation. Doch hier liegt die eigentliche Crux des Romans - wegen der ebenso sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der handelnden Personen und deren Herangehensweise an die Ereignisse lesen sich manche Kapitel ausgesprochen mühsam, während man von anderen nicht genug kommen kann; ein Spannungsbogen wird hier nur indirekt aufgebaut. Im Vergleich mit der dichten Atmosphäre, die es George Orwell bei seiner Überwachungsstaat-Dystopie »1984« zu schaffen gelingt, muss Benjamin Percys Erzählung zurückstecken. So bleibt »Roter Mond« sicherlich ein Buch mit einem interessanten, aufwühlenden Weltenkonstrukt, kann aber die zeitlose Klasse eines Orwell nicht wirklich erreichen. Nicht zuletzt, weil das sehr hohe Maß an Blood&Gore im vorliegenden Roman sehr an die Filmindustrie der Gegenwart erinnert und Orwells erzählerische Methoden über die Auswirkungen und das Verhalten der Menschen innerhalb eines so restriktiven Systems sehr viel feinteiliger sind.

Fazit: Eine spannende Dystopie, die erschreckend glaubhaft geschildert wird, leider mit einigen Schwächen bei den handelnden Personen. Sieben von zehn möglichen Punkten.

Versteckte Gesellschaftskritik

Von: Jule Datum: 12.07.2015

good-books-never-end.blogspot.de/

Wenn ich so einen dicken Schinken sehe, habe ich ja meistens das Problem, davon abgeschreckt zu werden und das Lesen am besten so lange wie möglich vor mir her zu schieben. Und bei "Roter Mond" war es auch nicht anders. Auch das Thema Wölfe, dass in Benjamin Percys Dystopie eine große Rolle spielt, hat mich davon abgehalten, sofort nach dem Erhalt des Buches mit dem Lesen anzufangen. Trotzdem hat mich der Inhalt des Buches angesprochen, sonst hätte ich mich nicht bei Blogg dein Buch dafür beworben.

Der Autor baut eine faszinierende Welt im Hier und Jetzt auf, die sehr komplex und logisch durchdacht ist. Besonders die Tatsache, dass die Geschichte nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft, sondern in der Realität spielt, ist einen Blick hinter den Buchdeckel wert. Ich persönlich war gespannt, wie die "Ausgestoßenen" und die Menschen zusammenleben und wie sich der ganze Konflikt mit der heutigen Technik und dem Wissen lösen, bzw. ob er sich überhaupt lösen lässt. Die Themen, die Percy in seinem Buch behandelt, sind ja nicht neu. Es geht um Rassismus in etwas anderer Form, Politik, die Gesellschaft und vor allem die Menschlichkeit.

Schreibstil-mäßig ist dieses Buch ein Meisterwerk. Benjamin Percys Stil ist komplex, aber irgendwo dann doch schlicht und leicht verständlich. Er schmückt seine Sätze mit dem gewissen Etwas aus, ohne dass sie zu philosophisch und überladen wirken. Leider konnte man erkennen, dass der Autor eine gewisse Liebe zum Detail hat. Manche langen Beschreibungen hätte man auch weglassen können, weil sie manchmal sogar den roten Faden der Geschichte unterbrachen und viel zu ausführlich waren, sodass ich mich teilweise schnell gelangweilt gefühlt habe.

Trotzdem war die Geschichte durchgehend sehr spannend und konnte mich jedes Mal mitreißen, wenn ich die Seiten wieder aufgeschlagen habe. Bei dicken Büchern überfällt mich oft der Drang dazu, vor dem Umblättern auf die Seitenzahl zu schauen und dann nachzusehen, wie viele Seiten es noch bis zum nächsten Kapitel oder gar bis zum Ende sind. Glücklicherweise ist mir das bei "Roter Mond" sehr sehr selten passiert. Dafür gesorgt, dass die Spannung aufrechterhalten wurde, haben auch die ständigen Perspektivenwechsel. Es wurde oft in das Leben verschiedener Charaktere Einblick gegeben, was sehr viel Abwechslung aber auch Verwirrung mit sich gebracht hat. Da Percy sich sehr viele einzigartige Charaktere ausgedacht hat und manche sogar mehrere Namen hatten, wusste ich teilweise nicht mehr, was vorher passiert war oder wer diese Figuren genau waren.

Zu den Charakteren mag ich ehrlich gesagt im Einzelnen nicht viel sagen. Sie sind jeder auf seine Art und Weise einzigartig und sind mir ans Herz gewachsen - die "Guten" wie die "Bösen". Jeder geht seinen eigenen Weg und hat entschlossen ein Ziel vor Augen. Das war auch das, was mir so sehr gefallen hat. Keine Hilfs- und Schutzbedürftigen Charaktere, die anderen nur am Bein kleben sondern Figuren, die ihr Leben - wenn es sein muss - selbst in die Hand nehmen können und nicht bei jeder Kleinigkeit anfangen zu weinen.

Dass mich das Ende enttäuscht hat, würde ich nicht unbedingt sagen, jedoch hatte ich anderes erwartet. Besonders der Epilog deutet darauf hin, dass es durchaus noch weitergehen könnte. Die offenen Fragen sind geblieben und werden - wenn nicht ein zweiter Band erscheint - der eigenen Kreativität und den Gedanken überlassen.

FAZIT
Auf keinen Fall sollte man sich vom Umfang des Buches abschrecken lassen, denn hinter dem Buchdeckel steckt eine spannungsgeladene Geschichte und teilweise versteckte Gesellschaftskritik, die sich auch an uns heute richtet. Das Wort "Werwolf" sollte man bei "Roter Mond" auch auf keinen Fall in den Mund nehmen. Die einzigartigen, verschiedenen Charaktere hauchen der Geschichte besonderes Leben ein und verleihen dem Buch die Spannung, die es braucht. Kurz: Ein Buch, dass man nach dem Lesen zwar weglegt, aber sicher nicht so schnell vergisst.

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors

  • Empfehlungen zum Buch