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Unterleuten Roman

Kundenrezensionen (32)

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87487-6

Erschienen: 08.03.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 2
Spiegel Hardcover Belletristik

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Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Juli Zeh und Felicitas von Lovenberg erkunden bei lesenswert (SWR) die Einwohner von "Unterleuten" in einer Modellversion des Dorfes. zum Video

"Der 41-Jährigen ist ein packender Gesellschaftsroman gelungen." ttt über "Unterleuten" zum Video

"Mitreißend geschrieben, lebendig und spannend – ein großer Roman."

Natascha Geier / ARD Das Erste (ttt -titel thesen temperamente) (06.03.2016)

Juli Zeh (Autorin)

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).

www.juli-zeh.de

"Mitreißend geschrieben, lebendig und spannend – ein großer Roman."

Natascha Geier / ARD Das Erste (ttt -titel thesen temperamente) (06.03.2016)

"So kann Literatur sein: anregend, aufregend, amüsant, engagiert und voller Ungewissheiten."

Karin Grossmann / Sächsische Zeitung (02.04.2016)

"Um es mit einem Wort zu sagen: Juli Zehs neues Buch ist vorzüglicher Lesestoff. Spannend, lebendig, lehr- und kenntnisreich zum Platzen."

Ursula März / DIE ZEIT (17.03.2016)

"Ist das schon das Buch des Jahres? Juli Zeh legt bei ihrem neuen Verlag Luchterhand einen großen Gesellschaftsroman vor."

Jörn Meyer / BuchMarkt (02.01.2015)

"Ein meisterhafter Gesellschaftsroman, der sich wie ein Thriller liest und blutig endet."

Verena Lugert / Annabelle (01.03.2016)

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Weitere Videos bei YouTube

Interview mit Juli Zeh

12.09.2016 | 20:00 Uhr | Wien

Lesung
Eintritt: 15 €

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Mehr Infos

Rabenhof Theater Wien
Rabengasse 3
1030 Wien

Weitere Informationen:
Verein Kitsch & Kontor Rabenhof Theater

Tel. +43 1 712 82 82, service@rabenhof.at

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 640 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87487-6

€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 08.03.2016

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heiliges Ego

Von: der Michi Datum: 04.07.2016

www.seilerseite.de

In der Regel ist der Gesellschaftsroman ein klassisches Genre, zu dem man in Schule oder Studium aufgrund seiner Sperrigkeit erst genötigt werden muss. Zeh gelingt es, eben diese Nische auf elegante Art für immer noch relevant zu erklären. Ihre Unterleutner stellen eine ebenso realistische wie dezent kritisch betrachtete Auswahl verschiedenster Typen dar, die ihren Begierden nach und nach erliegen. Der Streit um die Windräder, der schon manches real existierende Dorf entzweit haben dürfte, ist letztendlich nur der Auslöser für das, was bei jedem einzelnen längst unter der Oberfläche brodelt. Unterdrückte Konflikte brechen urplötzlich wieder hervor, zur Tradition gewordene Feindschaften werden neu belebt. Die redenden Namen von Orten und Gegenden sprechen für sich. In Unterleuten ist man nun einmal wohl oder übel "unter Leuten". Wer im benachbarten "Groß Väter" lebt, kann man sich auch denken und die beinahe ausgestorbenen "Kampfläufer" sind aus gutem Grund nur in diesem Landstrich zu finden.
Jedes Kapitel widmet sich abwechselnd einem der Dorfbewohner, den der Leser darin so gut kennen lernt, dass er seine Motive gelegentlich fast nachvollziehen will. Wenig später wendet man sich aber beschämt von seiner Lieblingsfigur ab. Diese mit scharfem Blick porträtierten Persönlichkeiten sind das eigentliche Highlight in Unterleuten. Das Geschehen ist punktuell durchaus spannend, kommt sogar (fast) ohne Mord und Totschlag aus, die Unberechenbarkeit der Beteiligten macht den Roman aber erst richtig packend. Eindeutige Sympathieträger sucht man vergeblich, man stellt vielmehr bald fest, dass auch Altkommunisten, Kapitalisten, Naturschützer, linksliberale Bildungseliten, Konservative, Wendeverlierer, Karierrefrauen, Politiker, Unternehmer, Hipster, Streber und schräge Randgestalten unter den richtigen Umständen zum Schlimmsten fähig sind. Ideologie und Idealismus sind hier in der Regel nur Vorwände für das Erreichen der eigenen Ziele. Anhand dieser exemplarischen Mini-Gesellschaft wird ganz nebenbei der individuelle Egoismus als eigentliche Triebkraft und zentrales Übel der Jetztzeit entlarvt.
Fazit: Ein großer Roman, eine kritische Gesellschaftsanalyse, eine romantikbefreite Hommage an Land und Leute und vieles mehr. Juli Zeh hat es spätestens jetzt geschafft, mit vollem Recht in einem Atemzug mit Autoren wie Dave Eggers oder Uwe Tellkamp genannt zu werden. Noch dazu ist ihre gleichzeitg klare und doch poetische literarische Sprache ein Genuss und wiegt sogar einige wenige Flauten in der Handlung wieder auf. Wer Literatur nicht nur zur Gedankenberieselung nutzt, für den ist "Unterleuten" Pflichtlektüre.
Das Buch ist übrigens mehr, als man zwischen den Buchdeckeln findet. Einrichtungen wie der "Märkische Landmann" und die Vogelschutzwarte Unterleuten haben eigene Internetauftritte, einzelne Figuren betreiben eigene Facebookprofile, ein im Buch erwähntes anderes Buch ist tatsächlich erschienen. Deutlicher kann man den Bezug zur realen Welt gar nicht mehr machen.

Seitenzahl: 640
Format: 14,9 x 22,6 cm, gebunden
Verlag: Luchterhand

Juli Zeh - Unter Leuten (Luchterhand)

Von: Barbara Hauschild & Christian Funke Datum: 04.07.2016

www.wewantmedia.de/

Juli Zeh
Unter Leuten
(Luchterhand)


„Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …
Mit Unterleuten hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?“ (Luchterhand)
In der Tat ist es ein „großer Gesellschaftsroman“, den die vielfach ausgezeichnete Autorin hier vorlegt. Weniger der Umfang von 634 Seiten, als vielmehr das breite Spektrum menschlicher (und unmenschlicher) Befindlichkeiten und deren bedrückende Entwicklung macht die literarische und psychologische Größe des Werkes aus.
Die Gesellschaft des brandenburgischen Kaffs Unterleuten präsentiert sich in facettenreich ausgearbeiteten Charakteren – das gelingt der Autorin so sorgfältig und anschaulich, dass man sich eigentlich mit keinem von ihnen identifizieren möchte - deren Handeln beobachtet, beschrieben und analysiert wird. Das ist eigentlich alles.

Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Protagonisten erzählt, so dass dem Leser nach und nach verschiedene Sichtweisen und Wertungen der fortschreitenden Handlung präsentiert werden. Das ist an sich reizvoll und abwechslungsreich, die Vielzahl der Charaktere erschwert allerdings mitunter die Orientierung.
„Inzwischen kann ich behaupten, Unterleuten recht gut zu kennen, was nicht bedeutet, dass ich etwas verstanden habe“ resümiert die (fiktive) Erzählerin des Epilogs (S. 628). Diese Erkenntnis wird der eine oder andere Leser teilen.

Dass der Roman stellenweise echte Pageturner-Qualitäten aufweist, liegt eingangs an der Einführung der sehr unterschiedlichen Figuren, die dem Leser von Anfang an ein leichtes Unwohlsein verursacht. Gegen Ende nimmt die Handlung noch einmal deutlich Fahrt auf Richtung Showdown, den manch ein Unterleuter Bürger nicht überlebt.
Dazwischen gibt es Längen im Mittelteil, die der stagnierenden Handlung bei leicht verworrener Figurenführung anzulasten sind – auch eine Kindesentführung hilft hier nicht wirklich weiter.
Im Blick auf Stil und Sprache ist „Unterleuten“ allerdings der pure Genuss. Zwischen zarter Ironie und bitterem Sarkasmus steuert Juli Zeh das Dorf mit seinen Insassen dem vorhersehbaren Kollaps entgegen. Zwischendurch hält eher die sprachliche Ausdruckskraft als die Handlung den Leser am Ball. Manche Passage liest man gleich noch mal – weil es so schön ist.

Über die Buchdeckel hinaus haben Verlag und Autorin keine Kosten und Mühen gescheut, die Unterleuten-Gesellschaft auch in der pseudorealen social-media-Welt zu verorten:
Der fiktive Gasthof des fiktiven Dorfes veröffentlicht seine Speisekarte online („Fischeintopf wieder erhältlich“), einige Romancharaktere betreiben facebook-Profile und auf der Website des fiktiven Vogelschutzbundes (Motto „Bei uns piepts!“) kann man durchaus reale Shirts bestellen…
Größter Kunstgriff ist dabei wohl die reale Veröffentlichung des im Roman viel zitierten „Erfolgs-Ratgebers von Manfred Gortz“ bereits ein Jahr vor Erscheinen des Romans selbst. Selbst die FAZ müht sich, der Autorin im Interview Aussagen über die Existenz des Manfred Gortz und eine potentielle Verbindung zu entlocken – vergeblich.

Wer den Roman mag, hat sicher auch Spaß an diesen Meta-Spielereien. Nötig wäre das nicht gewesen: „Unterleuten“ ist ein starkes Stück Literatur, gesellschaftskritisch und wortgewaltig. „Großer Gesellschaftsroman“ eben, in jeder Hinsicht.


Barbara Hauschild & Christian Funke

Diese Rezensionen beziehen sich auf “Gebundenes Buch”

Einfach großartig!!

Von: Beate Leinweber aus Leipzig Datum: 10.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Hugendubel, Petersstr.12, 04109 Leipzig

"Teilweise Spoiler"!
Ich finde: Dieser neueste Roman von Julie Zeh ist einfach großartig und unbedingt lesenswert:
Was als Roman, oder auch als eine Art Stück Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte beginnt, entwickelt sich nach und nach und immer mehr zu einem äußerst klugen, psychologischen Kammerspiel, über menschliche Abgründe. Der Roman zeigt auf (anfangs sehr subtil, später immer deutlicher und drängender), was Neid und Missgunst, jahrelange, unter der Oberfläche brodelnde, unterdrückte Wut und lang gehegte, unausgesprochene Konflikte, gepaart mit einer gut funktionierenden Gerüchteküche im Menschen an sich und in einer kleiner Dorfgemeinschaft, wo die Nachbarn sich ein Leben lang kennen, anrichten können- wenn man nur einen passenden „Aufhänger“ findet, der den schon lange Zeit vor sich hin schwelenden Vulkan schließlich zum emotionalen Ausbruch bringt.
Und wie erschreckend einfach es ist, eine kleine Gemeinschaft von Leuten so gegeneinander aufzuhetzen und so sich gegenseitig auszuspielen, dass Würde, Freundschaft und Anstand auf der Strecke bleiben- man braucht dazu nur ein paar gezielte Seitenhiebe.
„Unterleuten“ mag zwar an manchen Textstellen etwas überspitzt wirken, aber im Kern trifft Juli Zeh mit ihrer ganz eigenen Beobachtungsgabe völlig ins Schwarze, meiner Meinung nach; sie legt quasi ihren Finger in die noch immer aktuelle, brisante Wunde, die (stellvertretend dafür) das Dörfchen Unterleuten in verschiedene Lager spaltet: Auf der einen Seite stehen die Menschen, die nach der Wende nie mehr so richtig auf die Beine kamen, dann sind da noch die Menschen, die den „alten Zeiten“ nachtrauern, oder die Einwohner, die die „neue Zeit“ als Chance sehen und schließlich kommen noch die vermeintlich reichen Zugezogenen aus dem „Westen“- und mittendrin ein Windpark, der neu gebaut werden soll... Und der letztenendes das Fass zum Überlaufen bringt, bzw. die vor sich hin brodelnden Probleme der Dorfgemeinschaft zum Überkochen. (Denn hier zeigt sich ganz deutlich ein weiteres gesellschaftliches Phänomen: Viele Bürger sind für die Abschaffung der Atomkraftwerke und wollen gerne die Energiewende haben- aber „bitte nicht vor der eigenen Haustür“.)
Beeindruckend finde ich, mit welcher Genauigkeit die Autorin unserer Gesellschaft den Spiegel vorhält: Unwillkürlich musste ich beim Lesen an solche Redewendungen wie „Schuld sind immer die Anderen“, oder „Jeder ist jedermanns Feind“, oder auch „Jeder ist sich selbst der Nächste“ denken, denn solche Sätze werden in diesem großartigen Gesellschaftsroman zur bedrückenden Realität. Toll finde ich den Schreibstil der Autorin: Sie schreibt einfach über gesellschaftliche und persönliche Abgründe, ohne dem Leser ihre eigene, ganz persönliche Meinung aufzudrängen, nein - sie schreibt ganz einfach so, dass man sich beim Lesen in die Protagonisten hineinversetzen kann, ob man dies nun will oder nicht, und Juli Zeh regt mit ihrem Roman „Unterleuten“ zum Nachdenken an.
Also: Wie schon oben gesagt: Unbed

Von: Meike Blanke aus Bremen Datum: 16.03.2016

Buchhandlung: Horner Buchhandlung

Der Gesellschaftsroman aus der Provinz liest sich spannend wie ein Thriller und enthält eigentlich alles, was uns zeitgeschichtlich umtreibt. Mein Frühjahrsfavorit!

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