
Im Darm des Menschen siedeln Milliarden Bakterien. Sie leben mit uns in einer »Wohngemeinschaft«, von der wir als »Gastgeber« ebenso sehr profitieren wie sie. Der Bakterienrasen auf den Schleimhäuten des Dickdarms, Darmflora genannt, lebt von dem, was von unserer Nahrung für die dort lebenden Mikroben übrig bleibt, also von unverdaulichen Bestandteilen unserer Nahrung, den Ballaststoffen. Diese sind in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Kartoffeln enthalten.
Etwa ein Viertel der Bakterien in der Darmflora eines gesunden Erwachsenen besteht aus Bifidusbakterien, bei einem gestillten Säugling sind es noch 96 Prozent. Die nützlichen (probiotischen) Mikroben können neben schädlichen Keimen wie Salmonellen und Escherichia coli auch krank machende Pilze wie Candida albicans verdrängen, denn sie schaffen ein saures Klima im Darm, das die Erreger nicht gut vertragen.
Damit die Darmflora intakt bleibt, braucht sie täglich Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten. Bei einer ballaststoffarmen Ernährungsweise werden die "guten" Bakterien (z.B. Bifidus- und Milchsäurebakterien) nicht ausreichend mit Nahrung versorgt, können damit ihre positiven Eigenschaften nicht mehr entfalten und werden im schlimmsten Fall von krank machenden Keimen verdrängt. Ist die körpereigene Darmflora nicht mehr intakt, können sich leicht Pilze (meistens Hefen) ansiedeln.
Je mehr Ballaststoffe gegessen werden, desto besser gedeihen die "guten" Bakterien der Darmflora!
Zu den präbiotischen Ballaststoffen (kurz: Präbiotika, Prebiotika) gehört zum Beispiel das Inulin. Es kommt natürlicherweise in vielen Getreide- und Gemüsesorten vor und wird häufig in der industriellen Herstellung probiotischer Joghurts eingesetzt. Inulin ist einer der Hauptnährstoffe der "guten" Darmbakterien und das "Lieblingsfutter" der Bifidusbakterien.![]()
Auch Milchzucker (Laktose) entfaltet eine präbiotische Wirkung, wenn größere Mengen z.B. durch einen Pulver-Zusatz aufgenommen werden. Denn dann gelangt er auch in den Dickdarm und kann dort von den Milchsäurebakterien verwertet werden. Empfindliche Menschen können jedoch mit Blähungen und Durchfall reagieren und sollten dann auf die Beigabe von Milchzucker lieber verzichten.
Milchsauer vergorene (fermentierte) Gemüse, wie zum Beispiel Sauerkraut enthalten jede Menge der probiotischen Milchsäurebakterien und außerdem wertvolle Ballaststoffe. Auch Sauerkrautsaft enthält Milchsäurebakterien. Da die Wirkung nach dem Verzehr aber nur für mehrere Stunden anhält, ist eine tägliche Aufnahme wünschenswert, um den Aufbau einer gesunden Darmflora zu unterstützen.
Besser meiden: Um den Erfolg einer Antipilz-Diät nicht zu gefährden, sollten besonders in den ersten Wochen frische süße Früchte, Tiefkühlobst, Obstsäfte, Rosinen, Obstkonserven und Trockenfrüchte nicht auf dem Speiseplan stehen.
Gaby Guzek , Elisabeth LangePilze im Körper - Krank ohne Grund?Pilzinfektionen erkennen und heilen, durch gesunde Ernährung vorbeugen Viele Beschwerden wie Allergien, Abgeschlagenheit, depressive Verstimmungen, Hautprobleme und Verdauungsstörungen können ihre Ursache in Pilzinfektionen haben. |
Erscheinungstermin: Februar 2004 Paperback
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