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Ernährungsberatung | Gesundes Essen & Diät

Ernährung bei Fibromyalgie

Menschen mit Fibromyalgie haben neben unspezifischen Beschwerden wie beispielsweise Muskelschmerzen und Schlafstörungen häufig Probleme im Magen-Darm-Trakt und kommen mit der »an sich« gesunden Nahrung nicht gut zurecht. Für viele gilt, dass es dem Bauch umso schlechter geht, desto gesünder man sich ernährt. Grobes, Rohes oder Frisches führt dann zu heftigen Blähungen oder Bauchschmerzen.

 
 

Im Zentrum: Der Darm

Unser Verdauungstrakt ist ein höchst kompliziertes Organsystem, das entsprechend störanfällig ist. Magen und Darm kann vieles in seiner Funktion beeinträchtigen. Bakterien wie Helicobacter pylori, Pilze oder Viren sind in der Lage, den Magen zu attackieren, und unzählige Medikamente bewirken eine Schädigung der Magenschleimhaut.

Besonders die häufig bei der Fibromyalgie eingesetzten Schmerz- und Rheumamittel können zu schweren Schleimhautentzündungen und Geschwüren führen.


Linderung Schritt für Schritt
Am Anfang der Ernährungsumstellung, um Reizungen im Magen-Darm-Trakt zu überwinden, steht eine Phase der Schonung und Ausheilung. Sie dauert meist zwei Wochen. Dann folgt eine etwa vierwöchige Aufbauperiode, in der man stufenweise zu einer gesunden Kost übergeht.

 

Erste Stufe - Ausheilphase

Die erste Stufe der Ernährungsumstellung dient dazu, Reizungen im Magen-Darm-Trakt zu beseitigen. Dazu sollen für etwa zwei Wochen ausschließlich gekochtes Getreide, Reis und Kartoffeln gegessen werden. Suppen werden am besten vertragen. Natürlich ist so eine Einschränkung am Anfang nicht ganz leicht. Aber es lohnt sich, konsequent zu bleiben!


• In dieser Zeit wird auf Rohes und Frisches verzichtet. Das Essen besteht ausschließlich aus Gekochtem, vor allem Getreide, Reis und Kartoffeln. Beim Kochen dieser Nahrungsmittel entsteht ein Schleimfilm, der den Verdauungstrakt umhüllt und schützt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Hafer, Gerste und Reis. Gleichzeitig nimmt man mit dieser Ernährung bereits reichlich Fasern zu sich. Im gekochten Zustand reizen die erwünschten Fasern jedoch nicht, da sie zum größten Teil in Lösung übergehen. Trotzdem stellen sie bereits eine sanfte Art des Bewegungstrainings für die Darmmuskeln dar.

• Als Getränke dienen vor allem Wasser, z.B. Leitungswasser, Mineralwasser oder Tee. Wenn man Kaffee gewohnt ist, darf man nicht plötzlich darauf verzichten, da es sonst zu einem Koffeinentzugskopfschmerz kommt. Fruchtsäfte, Limonaden und Alkohol sollte man in den ersten sechs Wochen nicht zu sich nehmen. Während der ersten Wochen muss man erfahrungsgemäß sehr viel Wasser lassen, und die Ödeme (Wassereinlagerungen) lassen nach. Auch wenn man zu Ödemen neigt, sollte man reichlich trinken. Faustregel: Der Urin sollte möglichst wasserklar sein!

• Süßigkeiten und Zwischenmahlzeiten sind nicht angebracht. Wenn Sie Heißhunger verspüren, trinken Sie Fencheltee ohne Zucker, denn dieser lindert Hungerattacken.

• Weder Salat noch Obst stehen auf dem Speiseplan. Gemüse liefert lediglich die Geschmacksgrundlage für die Suppen, wird aber nicht selbst verspeist.

• Manche Menschen leiden am Anfang unter unangenehmen Heißhungerattacken und Schwächegefühlen. Gegen beides helfen Bittertees recht gut. Trinken Sie bei solchen Krisen eine Tasse Wermut-, Tausendgüldenkraut- oder Fencheltee. Wenn es ganz schlimm kommt, kann man eine Reiswaffel essen.

Tipp:
Für körperliche Schwerarbeit ist diese Schonkost nicht unbedingt ideal. Deshalb empfiehlt es sich, den Anfang einer Ernährungsumstellung in den Urlaub zu legen. Leichtere Belastungen oder Bürotätigkeiten kann man jedoch vollbringen, und manch einer ist froh um die Ablenkung.
 

Zweite Stufe - Aufbauphase

Mit der Aufbau- oder Trainingsphase sollte nach etwa zwei Wochen begonnen werden. Der Darm sollte nun nach der Ausheilphase ruhiger geworden sein, Aufstoßen, Völlegefühl und Bauchschmerzen nachgelassen haben. Möglicherweise treten noch Blähungen auf, da die Nahrung viele Fasern enthält. Sind sie unangenehm oder schmerzhaft, sollte man das Getreide feiner mahlen und länger kochen. In der Aufbauphase sind außerdem nun vor allem Gemüse und Obst wieder erlaubt.
 

Dritte Stufe - Übergangskost

Es wird immer besser! Nun erweitern Salate, Milchprodukte und weitere Nahrungsmittel die Palette der Möglichkeiten und lassen den Speiseplan immer abwechslungsreicher werden. Denken Sie daran: Wann immer es dem Bauch schlechter geht, wenn es im Leib laut wird, stark bläht oder schmerzt, sollten Sie auf die erste Stufe der Ernährung zurückgehen.
 

Vierte Stufe - Normale Kost

Nun ist es geschafft! Bei der letzten Stufe sollte man lediglich die Grundregeln einer gesunden Ernährung beachten. Das Wichtigste: Wenig oder kein Zucker, viele Ballaststoffe aus Getreide, Obst und Gemüse, keine süßen Säfte, wenig Fleisch, nicht zu viel Fett – vor allem wenig tierisches Fett – aufnehmen und ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalten. Wenn man diese Empfehlungen beachtet, kann man für die Ernährung im Alltag Anregungen aus unzähligen Kochbüchern über Vollwertkost schöpfen.
 
 

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