Vor 25 Jahren erschien der Publikumserfolg „Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden“ – Das Portrait einer Generation, die mit der Idee groß wurde, forever young zu sein. Nun ist die Zeit reif für eine Fortsetzung: Kultautor Georg Heinzen fragt in seinem neuen Buch „Von der Nutzlosigkeit, älter zu werden“ nach, was aus dieser Generation von Träumern geworden ist, die langsam in die Jahre kommt. In den tragikomischen Treffen der „Anonymen FourtyNiners “ gelingt Georg Heinzen das präzise Portrait einer Generation, die mit der Idee groß wurde, ewig jung zu bleiben, und nun das Älterwerden lernen muss.![]()
Herr Heinzen, mit welchem Protagonisten im Buch haben Sie am meisten gemeinsam? Und was?![]()
Natürlich mit Thomas, dem Helden und Ich-Erzähler. Er ist Drehbuchautor wie ich, ist verheiratet, hat Kinder. Ein Linker, der sich irgendwie mit den Verhältnissen arrangiert hat, ohne mit allem einverstanden zu sein.![]()
Hatten Sie Angst vor dem 50. Geburtstag?![]()
Ja, und wie! Aber dann war es gar nicht so schlimm, und im Nachhinein empfand ich den 30. Geburtstag als die viel dramatischere Deadline: Mit 30 ist so vieles noch offen - Beruf, Familie, Karriere. Wenn man das mit 50 erreicht hat, hat man im Leben nicht alles falsch gemacht.
Wie haben Sie Ihren 50. Geburtstag gefeiert?![]()
Ich habe das gemacht, was der Held meines Buches auf keinen Fall will: Ich habe ein großes Fest organisiert mit Band. Alle haben sich bestens amüsiert, nur ich nicht. Erst habe ich 3 Stunden lang die Gäste begrüßt, dann habe ich angefangen, die Leute wieder zu verabschieden. Vielleicht ist das eine Metapher aufs Leben: Wenn man weiß, wie's läuft, ist das Leben schon vorbei.![]()
Was hält aus Ihrer Sicht jung?![]()
Einer meiner Lieblingssongs ist „Like a Rolling Stone“ von Bob Dylan. Der Song bezieht sich auf ein englisches Sprichwort, dass ein rollender Stein kein Moos ansetzt. Das heißt, man soll ständig in Bewegung bleiben, und damit meine ich nicht nur zu Joggen.
Was ist für Sie der größte Nachteil / Vorteil am Älterwerden?![]()
Da ich noch in den sonnigen 50ern meines Lebens stehe, halten sich die Verluste, die mit dem Älterwerden zusammenhängen, in Grenzen. Was ich am Älterwerden mag, ist, dass ich gelassener geworden bin, weil ich langsam begreife, wie das Spiel läuft. Ich möchte nicht noch einmal 20 sein.![]()
Was hat es mit dem blauen Hut auf sich?![]()
Eigentlich ist ein Hut ein Symbol für das Ewiggestrige – deshalb reden wir von „alten Hüten“. Seltsamerweise sind Hüte genau deshalb aber auch wieder als modisches Accessoire angesagt. Viele junge Leute tragen heute wieder Hüte, weil nichts cooler ist, als uncool zu sein. Ich trage eigentlich keinen Hut, nur beim Wandern: einen brauen, breitkrempigen Cowboyhut, den ich mal in einem ziemlich verrückten Truckstopp im australischen Outback gekauft habe.
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