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Meine Gesundheitswelt | Gesundheitslexikon

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) tritt dann ein, wenn ein Herzkranzgefäß oder einer seiner Hauptäste ganz oder weitgehend verschlossen ist.

 
 

Was ist die häufigste Ursache eines Herzinfarkts?

Lebensbedrohlicher Notfall

Der Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache in den westlichen Industriestaaten. Der Herzmuskel wird über die Herzkranzgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die häufigste Ursache eines Herzinfarktes ist ein Blutgerinnsel, das sich an einer bereits verengten Stelle eines Herzkranzgefäßes bildet und dieses Gefäß völlig verstopft. Der Bereich des Herzmuskels, der nun kein Blut mehr bekommt, geht innerhalb von wenigen Stunden zugrunde.

Die Krankheitszeichen entsprechen im Wesentlichen einem schweren Angina-Pectoris-Anfall. Allerdings sind die Brustschmerzen und das Engegefühl in der Brust oftmals noch stärker und können von Schweißausbruch, Übelkeit mit Erbrechen und von Todesangst begleitet sein. Die typischerweise dumpfen Schmerzen, die in die Arme, den Rücken, Bauch oder Hals ausstrahlen können, lassen weder bei körperlicher Ruhe noch bei Anwendung von Nitro-Spray oder –Kapseln nach und halten in der Regel länger als 30 Minuten an. Doch nicht immer ist die Situation typisch: 10 bis 20% der Herzinfarkte verlaufen „stumm“, d.h. nur mit geringen, uncharakteristischen oder keinen Beschwerden.

 

Untersuchung und Behandlung

Minimieren Sie Ihre Risikofaktoren!

Der Arzt stellt die Diagnose aus dem klinischen Bild, dem EKG und der Bestimmung von speziellen Enzymen, deren Blutspiegel bei Schädigung des Herzmuskels ansteigt. Im EKG kann der Arzt auch erkennen, wo der Infarkt im Herzen abgelaufen ist (Vorderwand-, Hinterwandinfarkt). In einigen Fällen gelingt die Diagnose mit diesen Untersuchungen nicht zweifelsfrei. Ohnehin wird der Patient in der Regel im Krankenhaus aufgenommen und die Untersuchungen werden am folgenden Tag wiederholt.

Zwei Drittel der Todesfälle durch Herzinfarkte ereignen sich vor der Klinikaufnahme. Daher ist es lebenswichtig, dass Sie schnell reagieren. Jede neu aufgetretene Angina Pectoris, besonders aber von Tag zu Tag zunehmende Herzschmerzen und solche, die bereits in Ruhe oder bei geringer Belastung auftreten (instabile Angina Pectoris), warnen vor einem drohenden Herzinfarkt. Außergewöhnlich heftige und lang andauernde (über 15 Minuten) Angina-Pectoris-Schmerzen könnten auf einem Herzinfarkt beruhen. Der Notarzt bringt den Patienten unter Überwachung von Puls und Blutdruck sowie unter EKG-Kontrolle schnellstmöglich ins Krankenhaus. Bei Schmerzen erhält der Patient ein wirksames Schmerzmittel, bei starker Aufregung ein Beruhigungsmittel. Alle Patienten benötigen Sauerstoff und manche eine Infusion. Meist wird bereits auf dem Notarztwagen mit einer so genannten Lysetherapie begonnen, die im Krankenhaus fortgesetzt wird. Hier ist jede Sekunde entscheidend.

Durch diese so genannte Fibrinolyse, die allerdings nur in den ersten sechs Stunden nach einem Infarkt Erfolg verspricht, gelingt es, die Größe des Infarktgebietes zu verringern und das Sterberisiko beträchtlich zu senken. Die Fibrinolyse ist umso aussichtsreicher, je früher sie begonnen wird. Wenn der Infarktpatient im Krankenhaus angekommen ist, liegt sein Sterberisiko nur noch bei 5 bis 10%, bei über 65-Jährigen etwas höher. Aufgrund dieser Gefährdung wird er während der ersten Tage auf einer Intensivstation betreut und genau überwacht. Nach der Akutphase führt der Kardiologe (auf Herzkrankheiten spezialisierter Arzt) Untersuchungen durch, um zu entscheiden, welche Therapie der Herzkranzgefäß-Verengung infrage kommt, eine Aufdehnung von Engstellen mittels Ballondilatation oder eine Bypass-Operation.

 
 
 
 

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