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Bis ans Ende der Geschichte

Gekürzte Lesung mit Barbara Nüsse, Lisa Wagner, Patrick Heyn, Wolf-Dietrich Sprenger, Cornelia Dörr

Kundenrezensionen (46)

€ 19,99 [D]*
€ 22,50 [A]* | CHF 28,50*
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch MP3-CD (gek.) ISBN: 978-3-8445-1902-0

Erschienen: 31.08.2015
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Jodi Picoult über Schuld und Vergebung

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Sage fühlt sich schuldig, weil sie am Steuer saß. Josef Weber, ein 90-jähriger Mann aus ihrer Trauergruppe, kommt sie ab und an besuchen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma. Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

(1 mp3-CD, Laufzeit: 10h)

Jodi Picoult (Autorin)

Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.


Sprecher

Cornelia Dörr, 1977 in Mainz geboren, studierte Schauspiel in Bochum. Es folgten Engagements am Schauspielhaus Bochum am Theater Aachen und in Hamburg. In dieser Zeit war sie auch öfters in den Krimireihen "Tatort" und "SOKO Köln" zu sehen. Seit 2007 ist sie auch als Synchronsprecherin tätig. Für den Hörverlag übernahm Dörr jeweils die Rolle der Erzählerin in den Filmhörspielen "Ostwind" unnd "Rubinrot".

Patrick Heyn, 1971 geboren, studierte Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste in Bochum. Nach Abschluss des Studiums spielte er unter anderem in Shakespeares Othello im Schauspiel Frankfurt sowie Schauspielhaus Zürich. Seit 2006 wirkt Patrick Heyn auch in TV-Produktionen wie dem "Tatort", "Mord mit Aussicht" und "Großstadtrevier" mit. In der mit dem Deutschen Fernsehpreis 2013 und dem Grimme Preis 2014 ausgezeichneten Mini-Serie "Zeit der Helden" ist er in der Rolle des Hauptdarstellers zu sehen.

Barbara Nüsse, 1943 in Essen geboren, studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Zwischen den 60er Jahren und 80er Jahren spielte sie unter anderem in den Schauspielhäusern von Köln, Stuttgart, Hamburg und Berlin. Nach einer Zeit als freie Schauspielerin wirkt Sie seit Mitte der 80er Jahre neben dem Theater auch vermehrt in deutschen TV-Produktionen mit. 2010 erhielt Barbara Nüsse für Ihre Darstellungen des "König Lear" im Schauspiel Köln den Gertrud-Eysoldt-Ring von der Stadt Bensheim und der Deutschen Akademie der darstellenden Künste. Seit der Spielzeit 2010/11 zählt Sie zum Ensemble des Hamburger Thalia Theaters. Aktuell ist sie in der Comedy-Serie des NDR "Der Tatortreiniger" zu sehen.

Wolf-Dietrich Sprenger, 1942 in Zeitz (Sachsen) geboren, studierte an der FU Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft. Auch ohne Schauspielausbildung begann er in den 70er Jahren an bekannten deutschen Schauspielhäusern zu spielen. Seit 1997 ist er als freier Schauspieler und Regisseur tätig. Seit 2012 führt Wolf-Dietrich Sprenger in "Georg Büchners LENZ – Eine Erinnerung". im Thalia Theater Hamburg Regie und tritt gleichzeitig auch als Darsteller auf. Darüber hinaus spielt er seit den 80er Jahren regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen wie dem "Tatort" oder dem "Polizeiruf" mit.

Lisa Wagner, geboren 1979 in Kaiserslautern, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Noch während ihres Studiums wurde sie 2001 ins Ensemble des Münchner Residenztheaters aufgenommen, dem sie bis 2011 angehörte. Einem breiten Publikum wurde sie mit dem Kinofilm "Shoppen" (2006) bekannt. Inzwischen hat sie als "Kommissarin Heller" eine eigene Krimireihe, für die sie mit dem Hessischen Fernsehpreis 2013 ausgezeichnet wurde. Für ihre Rolle der Pflichtverteidigerin im Münchner "Tatort" hat sie den Bayerischen Filmpreis und den Adolph Grimme Preis erhalten. Für den Hörverlag interpretierte Lisa Wagner 2007 die Figur der Ada Brons in Harry Mulischs "Die Entdeckung des Himmels".

Übersetzt von Elfriede Peschel
Originalverlag: C. Bertelsmann

Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 1 CD, Laufzeit: 600 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1902-0

€ 19,99 [D]* | € 22,50 [A]* | CHF 28,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 31.08.2015

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Ernstes Thema "vermainstreamt"

Von: Devona Datum: 29.06.2016

www.buchimpressionen.de

Klappentext: Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Sage fühlt sich schuldig, weil sie am Steuer saß. Josef Weber, ein 90-jähriger Mann aus ihrer Trauergruppe, kommt sie ab und an besuchen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma. Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Dieses Buch zu besprechen, ist nicht ganz einfach. Zunächst ein allgemeiner Kritikpunkt. Der oben stehende Klappentext ist der, der von Randomhouse/Hörverlag zu Buch und Hörbuch veröffentlicht wird. Es gibt einen Zweiten zur vollständigen Lesung (die ich gehört habe) bei audible, den ich weitaus passender finde, leider aber erst in Nachhinein gelesen habe.

“Sage Singer ist eine Einzelgängerin. Einziger Kontakt außerhalb ihrer Arbeit als Bäckerin ist eine Trauergruppe, die sie besucht, um den Unfalltod ihrer Mutter zu verarbeiten. Dort lernt sie den 90-jährigen Josef Weber kennen, einen allseits beliebten und engagierten Mann. Die beiden freunden sich an und Josef offenbart Sage, dass er einem Tötungskommando der SS angehörte und nicht mehr leben will. Er bittet Sage, ihm bei seinem Selbstmord zu helfen, was rechtliche und moralische Konsequenzen nach sich ziehen wird. Doch Sage reagiert verhalten, denn ihre Großmutter ist eine Holocaust-Überlebende. Hat Josef den Tod verdient? Und wie wird Sage die Frage nach Schuld und Vergebung, nach Strafe und Gerechtigkeit, nach Hilfe und Gnade für sich beantworten?”

Schuld, Vergebung, Strafe, Gerechtigkeit, Hilfe und Gnade sind an sich schon schwierige Themen, der Holocaust aber nochmal eine ganz andere Sache und das sollte man dem Leser im Klappentext auch nicht vorenthalten. Auf dieses Thema muss man sich bewusst einlassen WOLLEN und sich auch bewusst dafür entscheiden können. Ich persönlich möchte mich auf dieses Thema eigentlich nur im Rahmen eines Sachbuches einlassen.

Genau das macht für mich auch das Dilemma dieses -keineswegs schlecht geschriebenen- Buches (übrigens mein Erstes von Jodi Picoult) aus. Die Autorin verknüpft drei Handlungsebenen: eine Rahmenhandlung um Sage in der Gegenwart, darin eingebettet die Holocaust-Auschwitz-Geschichte ihrer Großmutter Minka und eine fiktive Fantasy-Geschichte, die (das erfährt man recht schnell) Minka ersonnen hat, um das Grauen ihres Lebens zu verarbeiten und als Versuch, ihr Überleben in Auschwitz zu sichern. Darüber hinaus gibt es auch noch Rückblenden in Josefs Vergangenheit, der nicht nur bei einem Tötungskommando der SS, sondern auch Schutzhaftlagerführer in Auschwitz war. Ein Spagat, der nicht wirklich funktioniert.

Glaubwürdig und wirklich lesenswert ist allein Minkas Geschichte und das ist auch gut so: es ist die berührende, aufwühlende und recht gut recherchierte Holocaust-Geschichte eines jungen, jüdischen Mädchens und ihrer Familie mit all den Stationen, die diese Menschen durchliefen: gesellschaftliche Ächtung, Leben in zugewiesenen Stadtteilen, Tragen des Judensterns, schlussendlich Deportation ins Ghetto und von dort zur “Endstation” Auschwitz. Es wird nichts beschönigt, nichts ausgelassen, wie auch Sachbücher zum Thema mit Berichten von Überlebenden ist Minkas Geschichte keine leichte Lektüre und macht betroffen, zumal sie – wie alle anderen Teiles des Buches auch – in Ich-Form vorgetragen wird. Und aus diesem Grund bekomme ich diesen im Buch zwar fiktiven Teil – der sich aber genauso in realen Berichten spiegelt – nicht mit der Rahmenhandlung in Unterhaltungslektüre-Stil in Einklang. Das passt nicht und ist dem Thema nicht angemessen. Mag sein, dass man das als Nicht-Deutscher etwas anders sieht.

Überflüssig sind die klischeehaften Nebenpersonen wie Adam und Mary, überflüssig ist die Therapiegruppe von Sage und ihre ellenlangen Monologe zum Brotbacken. Besonders am Anfang des Hörbuches hatte ich permanent das Gefühl, mir wird ein Backbuch vorgelesen, aber auch später nehmen die Beschreibungen von Back-Aktionen en Detail wahnsinnig viel Platz ein. Die Intention der Autorin für die von Minka ersonnene Fantasy-Geschichte um Ania und Aleks ist verständlich und nachvollziehbar, für mich nimmt diese Geschichte allerdings ebenfalls zu viel Raum ein und lenkt von der eigentlichen Handlung ab, letztendlich interessiert sie auch nicht wirklich. Dann auch noch eine Liebesgeschichte, nein, eigentlich zwei. Und natürlich überraschende Wendungen, die -wie immer- für sehr aufmerksame Leser keine sind. Es ist von Allem ein wenig zu viel und daher ist das ganze Konstrukt leider auch unglaubwürdig.

Die Rückblenden in Josefs Vergangenheit sind ebenso schonungslos und direkt wie die Auschwitz-Berichte von Minka. Er beschreibt seinen Weg aus einer normalen deutschen Familie mit 2 normalen, aber völlig verschiedenen Söhnen bis hin zu der abgestumpften, mordenden Bestie, zu der er wird. Der Bestie, die sich mit Unmengen Alkohol betäuben muss, weil sie nicht erträgt, was sie tut, aber trotzdem am nächsten Morgen wieder auf dem Rand des Massengrabes sitzt, um die in die Grube getriebenen Frauen und Kinder im Minutentakt zu erschießen. Josef erzählt, wie er zu dem wurde, der er ist. Ein Versuch der Autorin, das Unfassbare irgendwie begreifbar zu machen. Das ist Robert Merle in “Der Tod ist mein Beruf” allerdings besser gelungen.

Inwieweit man sich auf das Thema Schuld-Vergebung-Gerechtigkeit-Sühne einlassen mag, wird je nach Lebensanschauung/Konfession des Lesers variieren, da kann man Grundsatzdiskussionen führen oder auch besser nicht, ich fühle mich dazu nicht berufen. Auch Jodi Picoult lässt ihren Roman kein abschließendes Urteil fällen, das ist gut so und überlässt dem Leser das Finden eines eigenen Standpunktes. (Den von Sage habe ich nicht verstanden.) Auf jeden Fall war der wichtige Punkt “Verantwortung” bedauerlicherweise zu wenig beachtet, es ging doch mehr um die emotionale Ebene der “Schuld”, was ich bei einem solchen Thema als zu einseitig empfinde.

Die Leseleistung aller Sprecher ist respektabel, die Stimmen haben im Wechsel gut funktioniert und auch zum jeweiligen Charakter gepasst. Keine Wünsche offen, nichts zu meckern. Rundum ein gut gelungenes Hörerlebnis.

Fazit: Die fesselnde Kerngeschichte um Minka und ihre Familie ist sehr berührend geschrieben und lesens- bzw. hörenswert. Der Rest eher nicht, bzw. ist das Geschmackssache. Für mich funktioniert das Einbetten eines so ernsten Themas wie Holocaust/Auschwitz in unterhaltende und mit teilweise anderen und oberflächlicheren Thematiken überfrachtete Rahmenhandlungen überhaupt nicht.

Keine leichte Kost

Von: Michaela G. Datum: 09.03.2016

www.gutowsky-online.de

Jodi Picoult erzählt in diesem Roman die Geschichte eines jungen Mädchens und eines 90 Jahre alten Mannes, die beide nach Vergebung suchen. Zwischen den beiden entwickelt sich zunächst eine ungewöhnliche Freundschaft. Während Sage´s Schuldgefühle am Tod ihrer Mutter völlig haltlos sind, sind die von Josef Weber tatsächlich schwerwiegend. Denn er trägt ein furchtbares Geheimnis in sich und bitte Sage um einen schrecklichen Gefallen.
Zunehmend kann der Leser und Zuhörer in dieser Geschichte beobachten, wie sich die moralische Schraubzwinge immer enger zuzieht und die Spannung steigt enorm.
Durch diverse Nebenhandlungen und Rückblenden bleibt die Geschichte fesselnd allerdings fällt der Spannungsbogen aber auch immer wieder einmal ab. So lässt die Handlung auch genug Raum zum Durchatmen und sacken lassen. Diese Atempausen benötigte ich auch denn mit viel Tiefgang und Feingefühl stellt Jodi Picoult ein schweres Verbrechen in der Vergangenheit dar, dass mir persönlich sehr nahe ging.
Es gibt vier verschiedene Erzählperspektiven, die wirklich alle sehr interessant sind und nicht aufgrund ihrer Anzahl verwirren.
Die eindringliche Beschreibung ermöglicht einen bildhaften Ablauf, was die Handlung für mich um so entsetzlicher machte.
Dadurch geriet ich selbst in einen Zwiespalt, meine Gedanken sprangen hin und her und ich setzte mich auch im Nachhinein noch sehr lange mit dieser Geschichte auseinander.

Figuren
Die Personen werden wirklich ausreichend beschrieben. Ob es sich um die junge Sage, Josef oder auch einen Detective handelt, alle Figuren wirken glaubwürdig.
Besonders sympathisch war mir natürlich Sage, während Josef sehr oft einen negativen Eindruck hinterließ, der allerdings auch prima zu seiner Rolle passte.
Doch auch die anderen Figuren sind sehr interessant in ihren Entwicklungen.

Sprecher
Es gibt fünf verschiedene Sprecher und Sprecherinnen, die diese Geschichte allesamt sehr gut vertont haben und sich in die unterschiedlichen Charaktere gut hineinversetzen konnten.
Emotionen werden außerordentlich gut dargestellt und übertragen.

Fazit
„Bis ans Ende der Geschichte“ ist eine bewegende und tragische Geschichte, intensiv in ihrer Erzählung und daher auch keine leichte Kost.
Sie lässt noch lange Zeit nachdenklich zurück und wirft die Frage auf, wie viel ein Mensch ertragen und ob er vergeben kann oder muss.
© Michaela Gutowsky

Diese Rezensionen beziehen sich auf “Gebundenes Buch”

Von: Katrin Gesterding aus Hamburg Datum: 24.08.2015

Buchhandlung: Buchhandlung am Sand

Jodi Picoult ist meine Lieblingsautorin. Immer wieder überrascht sie mich mit ihren Themen aufs Neue. Durch ihren Stil, ihre guten Recherchen, die Blickwinkel und die Themen. Und: sie bewertet nicht. Jedes Mal denke ich, es ihr bestes Buch. Und immer wieder steigert sie sich, unglaublich. Auch dieses Mal ist es wieder so. „Bis ans Ende der Geschichte“ hat mich tief berührt und bewegt. Ein Roman den ich noch lange in mir trage und dem ich eine große Leserschaft wünsche.

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