
Männer und Yoga? Rainer Dresen begegnet dem »Turnen« auf das Matte, für das sich alle Frauen begeistern, stets mit Skepsis. Doch er wagt den Selbstversuch: In einem zweiwöchigem Yoga-Urlaub versucht er sich im Nackt-Yoga, brilliert beim Hüftöffnen und massiert seine Milz.
Auf seinem harten Weg vom Anfänger zum Yogi begegnet er Kobra, Baum und Skorpion. Und beherrscht am Ende sogar die Königsdisziplin: den Kopfstand.
In seinem vergnüglichen ABC des Yoga erklärt er die wichtigsten Begriffe. Lesen und lachen Sie hier!

Asana
So heißen die Körperhaltungen, in denen Yoga geübt wird, auf Sanskrit. Ihnen kommt angeblich den Verstand reinigende Wirkung zu. Es gibt Tausende verschieden Übungen. Im Auftrag der indischen Regierung ist derzeit ein Komitee dabei, das erste offizielle Verzeichnis aufzustellen, um zu verhindern, dass geschäftstüchtige Yoga-Lehrer versuchen, sich eine angeblich neue Übung bzw. Übungsabfolgen patentieren zu lassen. Es gibt Übungen im Stehen, gebeugt, im Sitzen oder im Liegen.Bandha
Bandhas sind sogenannte Energieverschlüsse. Während der Yoga-Übungen soll man bestimmte Körperstellen anspannen, um die Asanas zu stabilisieren und den Energiefluss zu steuern. Es gibt u. a. den Nackenverschluss, bei dem man das Kinn Richtung Brustbein bringt. Das verlängert und entspannt den Nacken. Berüchtigt unter Yogis und Yoginis ist die Mula-Bandha, der Beckenbodenverschluss, gerne eingeleitet durch den Befehl „Wir ziehen den Beckenboden nach oben“. Detailliertere Erklärungen kommen selten ohne die Begriffe „Anus“ oder „Wasserlassen“ aus und sollen aus diesem Grund hier unterbleiben. Richtig ausgeübt stärkt es angeblich die Potenz, führt aber zugleich näher zu Gott.Chakra
Jeder Mensch, ob er will oder nicht, hat Chakras genannte Energiezentren. Sogar sieben Stück davon. Sie verlaufen von oben nach unten durch den Körper oder auch umgekehrt, beginnend am Scheitel, weiterführend an der Stirn, am Hals, am Herz, am Nabel, am Steiß bis hin zumFeueratmung
Kapalabhati, wie Feueratmung auf Sanskrit heißt, ist eine schweißtreibende und bauchmuskelfördernde Atemtechnik aus dem Hatha-Yoga. Nach einem tiefen Atemzug
Guru
Guru ist kein Ausbildungsberuf. Guru wird man, indem man jemanden findet, der einen so nennt. Der ist dann der Schüler. Der persönliche Guru ist jemand, der sagt und zeigt, was Yoga für einen individuell bedeutet. Ein wenig gilt hier wohl, was ein amerikanischer Richter über Pornografie sagte: „Ich kann sie nicht definieren, aber wenn ich sie sehe, erkenne ich sie.“ Gurus müssen keine Inder sein, es gibt auch griechische, kroatische, bayerische undLotossitz
Der Lotossitz ist die wohl bekannteste Yoga-Haltung. Erstaunlicherweise wird er sehr selten in einer Yoga-Stunde aktiv geübt und von erstaunlich wenigen, auch nicht von Lehrern, praktiziert. Falls doch, dann sind dabei die Beine verschränkt (der rechte Fuß ruht auf dem linken Oberschenkel und umgekehrt). Es gibt aber viele andere, bequemere Sitzhaltungen, bei denen man wie beim Lotossitz mit aufrechtem Rücken auf dem Boden sitzen kann, sodass er mehr Symbol als praxisrelevante Übung ist. Übermütige bauen ihn gleichwohl in Schulter-, Kopf- und Handstandübungen ein.Nasenreinigung
Ritual, das Yogis nicht nur, leider aber auch, bei Schnupfen praktizieren. Dabei wird abwechselnd ein Nasenloch mit dem Daumen zugehalten und kraftvoll durch das andereOm
Om lautet das häufigste Mantra der Yogis. Das Wort hat wie die meisten Mantras keine Bedeutung, es klingt aber besonders gut, jeder kann es sich merken und mitsingen, was auch gesund sein soll, denn es bringt den Körper zum Vibrieren. Einzige Yoga-Übung, die Männer mit tiefer Stimme besser beherrschen als Frauen.Schulterstand
Überschätzte Übung, die leider in keiner Yoga-Stunde fehlen darf. Man legt sich dazu auf den Rücken und hebt die Beine senkrecht in die Luft. Das sieht eher lächerlich aus und führt bei allen Anfängern zu Kopfschmerzen. Irgendwann aber sind dann die Muskeln trainiert, ab dann wird es fad. Soll die inneren Organe stimulieren, offenbar weil diese stets aufs Neue überrascht von der Umkehrübung nach unten hängen und dann, wenn nach Übungsende alles wieder seine angestammte Ordnung einnimmt, doppelt so gerne ihre gewohnten Funktionen aufnehmen.Tantra
Sagenumwobener Begriff, keiner weiß, um was es wirklich dabei geht. Berichte darüber in westlichen Medien kommen nie ohne den Begriff „Transzendenz“ aus und warnen stets, dass Tantra nichts mit Sexualität zu tun habe, sind aber gleichwohl immer mit Abbildungen lustvoll verknoteter Tempelfiguren illustriert. Jeder Yogi und jede Yogini kennt jemanden, der/die schon ein Tantra-Seminar belegt hat, nur er/sie selber natürlich nicht.Yoga-Lehrer
Synonym für die lebensmittetypische Erkenntnis „Du, ich hab mich entschlossen, noch mal was ganz Neues anzufangen.“ Erforderlich sind ein paar Wochen Yoga-Praxis und die unbedingte Bereitschaft, sich einen Guru zu erwählen, hinfort Zehenringe zu tragen und jedes Jahr eine neckische Tätowierung mehr auftragen zu lassen. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem es mehr Yoga-Lehrerinnen und Yoga-Lehrer als Yoga-Praktizierende gibt. Die Welt wird dann ein besserer Ort sein.
Yogi
Bezeichnung für einen Yoga-Übenden, die weibliche Form ist Yogini. Falsch geschrieben ist es der Vorname eines Bundestrainers, der aber nichts gegen das richtig Geschriebene hat.© Verlagsgruppe Random House GmbH
Kontakt Presse Buchhandel Download Literatur Blog Newsletter