
In einzelnen oder mehreren Muskeln (Myositis, Polymyositis) kann es zu entzündlichen Prozessen kommen.
Eine wichtige Gruppe der entzündlichen Muskelerkrankungen wird durch so genannte Autoimmunprozesse hervorgerufen. Dabei geht die körpereigene Immunabwehr fälschlicherweise gegen Bestandteile des eigenen Organismus vor. Muskelentzündungen können auch durch Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten entstehen. Gelegentlich bleibt die Ursache einer Muskelentzündung unbekannt. Bei der Dermatomyositis, die ebenfalls auf einer Autoimmunreaktion beruht, kommt es außerdem zu verschiedenen Hauterscheinungen (Schwellungen, Ausschläge, Blässe).![]()
Eine Polymyositis kann manchmal sehr plötzlich und dramatisch beginnen, mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, allgemeiner Abgespanntheit sowie Muskel- und Gelenkschwellungen. Da solch ein Zustand lebensbedrohlich ist, ist dringende ärztliche Hilfe notwendig! Häufiger kommen jedoch langwierige, chronische Krankheitsverläufe vor, mit Muskelschmerzen und vor allem Muskelschwächen bis zur Muskellähmung im Schulter- oder Beckenbereich. Die betroffenen Muskeln können mit der Zeit schrumpfen.
Im Blut lassen sich Entzündungszeichen finden. Das Elektromyogramm und Gewebsproben aus den betroffenen Muskeln zeigen deutlich, ob es sich um eine Muskelentzündung handelt. Muskelentzündungen, die auf einer Autoimmunreaktion beruhen, müssen in aller Regel über längere Zeit mit Kortison oder anderen Mitteln behandelt werden, die das Immunsystem unterdrücken. Diese Behandlung muss laufend vom Arzt kontrolliert werden, um starke Nebenwirkungen zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen. Muskelentzündungen, die durch Bakterien verursacht werden, können mit Antibiotika wirksam behandelt werden. Beachten Sie aber: Die gleichzeitige Einnahme von Schmerzmitteln und Kortison ist in der Regel nicht günstig.
© Verlagsgruppe Random House GmbH
Kontakt Presse Buchhandel Download Literatur Blog Newsletter