Frankfurter Allgemeine Zeitung
«Unerschöpflich wirkt die Welt ihrer Erzählkunst gerade dadurch, dass deren äußere Grenzen klar gezogen sind. Sie umfasst ein paar Ortschaften im Süden und Südwesten Englands, befasst sich mit Geselligkeiten und Alltagssorgen des Landadels um 1800, zeigt das Leben jener drei bis vier Familien von Stande, die das Sozialgeflecht ihrer Geschichten bilden, und ist dabei mit so gewaltiger und doch dezenter Sprachkraft ausgestattet, dass sie in Wirkung und Erfolg sämtliche Schranken der Gesellschaft wie von Zeit und Raum hinter sich gelassen hat. Unter allen Werken der Weltliteratur sind Austens die bis heute populärsten - und dies nicht erst, seit sie von der Film- und Tourismusindustrie entdeckt wurden... Jane Austen verwendete viel Sorgfalt auf die Überarbeitung ihrer Romanmanuskripte, an denen sie vor der Veröffentlichung lange feilte. Wir dürfen uns an diese großen Texte halten, wenn wir je von den Abgründen der menschlichen Gefühlswelten, die unerwartet unter fein polierter Oberfläche aufbrechen, etwas ahnen wollen. Wer also den Geschichten und Geschicken Austenscher Figuren bislang nur auf der Leinwand folgte, tut gut daran, sich unbedingt als Nächstes den Romanen selbst zu widmen.»
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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