Mit Nachwort von Kurt
Steinmann
Originaltitel: Moriae Encomium
Aus dem Lateinischen
von
Kurt
Steinmann
Mit Fotos / Illustrationen von Hans
Holbein d. J.
Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag,
320 Seiten,
9,0 x 15,0 cm,
30 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-7175-1992-8
19,90
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20,50
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28,50*
(* empf. VK-Preis)
empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Manesse
Erscheinungstermin:
12. März 2002
Dieser Titel ist lieferbar.
«Eine zeitlose Geisteswaffe zur gelassenen Beobachtung der Gegenwart» (NDR)
Die Weltherrscherin Torheit verkündet die Wahrheit, und sie tut es lachend: Dank ihrer dienstfertigen Zofen - Eigenliebe, Schmeichelei, Vergesslichkeit, Faulheit oder Lust - hat sie das ganze Erdenrund ihrer Macht unterworfen und ist nun Königin selbst über Könige.
In diesem Meisterstück vorurteilsfreien Denkens erweckte Erasmus von Rotterdam die ironische Lobrede zu neuem Leben. Mit unübertroffener Leichtigkeit und rhetorischer Eleganz, rhythmischem Zauber und einzigartiger Musikalität zielt seine Rede nicht auf eine bestimmte Person, sondern auf alle denkbaren Dummheiten und Laster. «Das Lob der Torheit» ist ein unterhaltsames Buch, das in seiner scharfsinnigen Überzeichnung zum Lachen reizt. Die philosophische Tiefe des Buches besteht darin, dass die Torheit - ob als Forscherdrang oder Spielleidenschaft, Aberglaube oder Adelsstolz, Sophismus oder Eitelkeit - nicht nur als verdammenswertes Laster gesehen wird, sondern auch als notwendige Illusion, damit das Dasein überhaupt erträglich wird. Weisheit bedeutet demnach für Erasmus Erkenntnis der eigenen Beschränktheit und gelassenes Sich-Abfinden mit dem illusionären Charakter des Lebens: Torheit ist die wahre Weisheit, eingebildete Weisheit ist Torheit.
Erasmus von Rotterdam wurde vermutlich 1469 als Sohn eines Priesters in Rotterdam geboren. 1487 trat er in das Augustinerkloster Steyn bei Gouda ein, 1492 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1495 studierte er in Paris und England Theologie, Philosophie, Griechisch und Hebräisch. 1506 wurde er in Turin zum Doktor der Theologie promoviert. Zunächst stand er der Reformationsbewegung nahe und wurde wegen seiner kirchenkritischen Äußerungen 1517 durch den Papst von seinem Klostergelübde entbunden. Später überwarf er sich jedoch mit Luther. Erasmus starb 1536 in Basel an Typhus.
Erasmus war einer der bedeutendsten Repräsentanten des europäischen Humanismus und gilt als Vorreiter der Reformation, die er als Theologe durch seine kirchenkritische Haltung vorbereitete. Eine Spaltung der Kirche lehnte er jedoch ab. Er war Universalgelehrter, Philologe und Verfasser des einflussreichen Werks "Lob der Torheit".
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