Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
192 Seiten,
13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87291-9
17,95
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18,50
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25,90*
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empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Erscheinungstermin:
16. Februar 2009
Dieser Titel ist lieferbar.
Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich das Leben zu nehmen. Er ist schwer krank, sie will nicht ohne ihn sein. An einem Sonntag im Herbst 1991 setzen sie ihren Plan in die Tat um. Sie bringen den Hund weg, räumen die Wohnung auf, machen die Rosen winterfest, dann sind sie bereit. Hand in Hand gehen Vera und István in den Tod. Es ist das konsequente Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt ausschloss, sogar die eigenen Kinder.
Vera und István sind die Großeltern der Journalistin Johanna Adorján (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). 16 Jahre nach dem gemeinsamen Freitod hat sich Adorján über das Gebot ihrer Familie hinweggesetzt: „Davon sprechen wir nicht.“ Denn die Großeltern hatten eine Vergangenheit, an die sie nicht erinnert werden wollten. István hat als ungarischer Jude das Konzentrationslager Mauthausen und den Todesmarsch in den letzten Kriegstagen überlebt. 1952 wurde er als Chirurg im Koreakrieg eingesetzt. 1956, als der ungarische Aufstand niedergeschlagen wird, floh er mit Vera nach Dänemark, wo sie sich vorbildlich assimilierten.
Adorján rekonstruiert das gemeinsame Leben ihrer Großeltern. Aber wie macht man so etwas eigentlich? Mit welcher Haltung besucht man mit seinem Vater das Konzentrationslager, das der Großvater überlebt hat? Ist es ungebührlich, sich beim Joggen damit zu motivieren, dass der Großvater auch nicht schlappmachen durfte bei seinem Todesmarsch, weil er sonst erschossen worden wäre? Oder ist es nicht genau diese Art Witz, die es braucht, um mit so einer Vergangenheit umzugehen? „Mit dem Auto hinzukommen, ist viel einfacher als zu Fuß“, ist der einzige Satz, den sich István entlocken lässt, als er Mauthausen später wieder einmal besucht.
Über die Verstrickung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts hinaus lässt Adorján diskret und intensiv das Liebespaar István und Vera wiederauferstehen, die alles andere als ein gewöhnliches Paar waren. Sie siezten sich ihr ganzes Leben, rauchten Kette und sahen umwerfend aus. Sie waren verschroben elegant, unbequem, exzentrisch. Adorján entdeckt ihre Großeltern neu und findet dabei Dinge heraus, die mehr mit ihr zu tun haben, als sie geahnt hatte. Kennt sie die übergroße Angst, nicht genügend geliebt zu werden - eine Angst, die die Autorin hinter der glamourösen Erscheinung von Vera entdeckt -, nicht auch bei sich selbst? Und plötzlich versteht sie die Liebe ihrer Großmutter, die so ausschließlich war, so bedürftig und so groß.
Die Recherche nach dem Leben ihrer Großeltern wird immer wieder unterbrochen durch die akribische Beschreibung von deren letztem Tag.
Johanna Adorján, 1971 in Stockholm geboren, studierte in München Theater- und Opernregie. Seit 1995 arbeitet sie als Journalistin, seit 2001 in der Feuilleton-Redaktion der »FAS«. »Eine exklusive Liebe« ist ihr erstes Buch.
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