Originalausgabe
Paperback, Klappenbroschur,
320 Seiten,
12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-570-50135-1
16,95
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17,50
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24,50*
(* empf. VK-Preis)
empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Riemann
Erscheinungstermin:
12. September 2011
Dieser Titel ist lieferbar.
Eine Jobvermittlerin erzählt
Jobvermittlung, ARGE, Bewerbungskurse – niemand möchte damit etwas zu tun haben. Aber für knapp drei Millionen Arbeitslose in Deutschland gehören diese Begriffe zum Alltag. Für manche von ihnen sogar seit Jahren. Was es aber wirklich bedeutet, arbeitslos zu sein, erklärt uns Ina Freiwald ungeschminkt und eindrucksvoll in ihrem erzählenden Sachbuch „Können Sie strippen? Aus dem Alltag einer Jobvermittlerin“ (Riemann Verlag). ![]()
Als die studierte Theaterwissenschaftlerin und Journalistin zum ersten Mal ein Trainingsseminar an einem Jobcenter leiten soll, ist sie noch optimistisch, etwas bewirken und helfen zu können. Doch diese fixe Idee wird ihr schnell ausgetrieben. Durch Hape beispielsweise. Er hat mit 25 Jahren drei abgebrochene Lehren hinter sich und rebelliert gegen das System. Seine Zukunft sieht er in der Porno-Branche. Heiko Bloom, der Ex-Filialleiter, zweifelt an den Kompetenzen der Jobvermittlerin, die er verdächtigt, ihm seine wertvolle Zeit stehlen zu wollen. Auch Zirkuskind Nelly ist in der Lage, unangebrachte Euphorie im Keim zu ersticken: Sie saß zwei Jahre wegen Drogendelikten ein. ![]()
Sehr schnell kommt Ina Freiwald zu der Erkenntnis: „Wenn sie wollen, können wir viel erreichen; wenn sie nicht wollen, können sie mir das Leben zur Hölle machen. Und sich selbst übrigens auch.“ Von einem Glück, den Staat endlich so richtig ausnutzen zu können, während man biertrinkend auf dem Sofa liegt und Talkshows auswendig lernt, ist nichts zu merken.![]()
Ina Freiwald räumt mit Klischees auf und bringt uns näher, was Arbeitslose ärgert, antreibt und was die Arbeit mit ihnen so anstrengend macht. Sie tut dies ohne moralischen Zeigefinger und ohne vermeintliche Überlegenheit, bringt „ihren“ Kandidaten allerdings auch kein sinnloses Mitleid entgegen. Sie zeigt die Dinge einfach so, wie sie sind. Das ist hinreißend komisch und manchmal auch unerträglich traurig – eben echt.
© Sandra König
Ina Freiwald studierte Angewandte Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalistin u. a. bei TV Movie. Als Autorin schrieb sie „Stützstrümpfe unterm Minirock – Das harte Leben der Frauen über Dreißig“. Seit 15 Jahren gibt sie als freie Dozentin Rhetorik-, Schreib- und Bewerbungskurse – seit dreieinhalb Jahren auch für Bildungsträger im Auftrag der Arbeitsagenturen und ARGEn.
© Verlagsgruppe Random House GmbH
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