
© Peter von Felbert
Mit Witz und Humor behandelt Christian Zaschke eine Volkskrankheit, die 80 Prozent aller Deutschen ereilt. Auch er selbst wurde dadurch von Arzt zu Arzt und von Krankenhaus zu Rehaklinik getrieben. Die Rede ist vom Rückenleiden. In „Tanz den Fango mit mir“ schildert er seine schmerzlich-schräge Odyssee auf der Suche nach Heilung …![]()
Versuchen Sie gerade, ein unangenehmes Stechen in Nacken oder Lende zu ignorieren? Oder arbeiten Sie zumindest aktiv auf ein Rückenleiden hin, weil Sie wie ein nasser Sack in ihrem Schreibtischstuhl hängen? Nun, Sie befinden sich in bester Gesellschaft: Statistisch betrachtet haben gerade, jetzt in diesem Moment, 30 bis 40 Prozent der Deutschen Rückenschmerzen.
Christian Zaschke ("Fußball unser", "Ein Mann, ein Buch") ist Mitte dreißig, als er feststellt, dass zwei seiner Bandscheiben sich nicht mehr da befinden, wo sie hingehören. Was das bedeutet, können viele Menschen nachempfinden, denn 80 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal im Leben unter äußerst schmerzhaften Rückenbeschwerden. Christian Zaschke ist alles andere als zum Lachen zumute, als er sich in der Hoffnung auf Linderung seiner unerträglichen Schmerzen von Arzt zu Arzt und schließlich in die Reha-Klinik Bad Aibenhausen begibt. Doch was er dort erlebt, hat ihn – jenseits aller Qualen – zu einem der witzigsten Sachbücher der letzten Jahre inspiriert.
„Ich bin, da ich dies schreibe, 36 Jahre alt, ich bin 1,86 Meter groß, wiege 84 Kilogramm und habe eher breite Schultern. Ich bin ein sportlicher Typ, ich habe Zähne, von denen der Zahnarzt sagt, ich würde sie noch mit 80 im Mund tragen, ich habe mir noch nie einen Knochen gebrochen. Ich fahre sehr viel mit dem Fahrrad und – das werden Sie jetzt nicht glauben – nehme dabei Rücksicht auf Fußgänger. Ich wohne im fünften Stock ohne Aufzug und steige die Treppen mit einem Lächeln hinauf, und obwohl ich ein Fußballer mit, sagen wir, bescheidenen Mitteln bin, gelang es mir, im Ausland den Ruf der deutschen Innenverteidiger zu wahren und sogar zu mehren. Nicht zuletzt gehöre ich zu den weltbesten Taktikern des Spiels Kniffel, und normalerweise bin ich nicht so ein Angeber wie gerade jetzt.
Hat alles nichts genützt: Es hat mich trotzdem erwischt. Am Rücken.“![]()
Hier weiterlesen: Leseprobe (PDF)
Im Universum Reha-Klinik, in dem fast alle Tische und Stühle mit Halterungen versehen sind, in die man passgenau Krücken klemmen kann, in dem alle Türen sich automatisch öffnen und wieder schließen, widerfahren Christian Zaschke erstaunliche, teils unfassbare Dinge. Er begegnet seltsamen Ärzten, skurrilen Patienten, wortkargen Masseuren, einem einarmigen Banditen, einer furzenden Fregatte und einer singenden Fango-Gruppe. Von Massagen und Fangopackungen über Muskelrelaxation bis hin zu Feldenkrais lässt er eine Reihe von Behandlungen über sich ergehen – mit teils verblüffenden, teils zweifelhaften Effekten.![]()
Wenn man von Christian Zaschkes skurrilen Erlebnisse liest, wünscht man sich fast, es auch mal so richtig am Rücken zu haben. Aber das dann doch nur fast. Und deshalb verraten wir Ihnen hier lieber noch eine Übung zur Rückenmobilisierung, die sie davor bewahren könnte, ebenfalls zwei Wochen mit 'Chef' und seinem Reha-Rat-Pack verbringen zu müssen:![]()
Setzen Sie sich aufrecht auf ihren Bürostuhl und stellen Sie beide Beine fest auf den Boden. Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf und drehen Sie den Oberkörper so weit wie möglich nach rechts und im Anschluss daran so weit wie möglich nach links. Drehen Sie den Oberkörper ca. 5 mal auf jede Seite. Dann lassen Sie die Schultern hängen und schütteln die Muskeln wieder aus.![]()
"Tanz den Fango mit mir" gibt es auch als Hörbuch bei Random House Audio,
gelesen von Christian Zaschke.
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