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SPECIAL zu Elisabeth Herrmann »Lilienblut«

Lilienblut
 

»Lilienblut« von Elisabeth Herrmann

Ein Psychothriller der Extraklasse!

 

Es ist Sommer. Die großen Ferien haben gerade begonnen – und Sabrina wird 16. Sie lebt in einem Dorf nahe Andernach, einer verträumten Stadt tief im schattigen Tal des Rheins, umgeben von Weinbergen. Sabrina genießt jeden Tag, als wäre es der letzte vor dem Beginn einer Gefängnisstrafe, denn sie weiß, dass sie bald in das Winzergewerbe ihrer alleinerziehenden Mutter miteinsteigen soll. Ihre Mutter ist Winzerin aus Leidenschaft – so sehr, dass daran auch die Ehe der Eltern zerbrochen ist. Auch Sabrina ist von klein auf daran gewöhnt, in den Weinbergen der Mutter mitzuhelfen, aber sie fürchtet sich vor dem vorbestimmten Leben, das ihr keine Überraschungen mehr zu versprechen scheint.

Zukunftsträume
Seit geraumer Zeit wachsen in Sabrina Zweifel. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich „verwurzeln“ will. Und dann spürt Sabrina die Sehnsucht: nach Flügeln, nicht nach Wurzeln. Sie will fliegen wie die Möwen im Hafen, wenn die Schiffe einlaufen. Als ihre Mutter ihr zum Geburtstag einen eigenen Weinberg schenkt – den Berg, um dessen Pacht sie schon so lange mit den anderen alteingesessenen Weinbauern gerungen hat – ist Sabrina ehrlich entsetzt.
Sie flieht zu ihrer Freundin Amelie – sitzt mit Amelie am Rheinufer und blickt den großen Frachtschiffen hinterher, die hinabfahren in die Niederlande, nach Rotterdam, sogar bis Amerika. So erzählt es zumindest Amelie, die lieber heute als morgen abhauen würde, dafür aber noch spart. Amelie wird von Lukas umworben, dem Sohn eines der einflussreichsten Winzer im Ort, aber sie reagiert abweisend, denn sie glaubt, dass Lukas sie wie alle anderen Jungen nur „rumkriegen“ will, und das will sie nicht mehr. Sabrina wäre gerne ein bisschen wie Amelie. Was die beiden ungleichen Charaktere verbindet, ist eine Art Einzelgänger-Dasein. Amelie ist zwei Jahre älter als sie, 18, wild und nicht bereit, sich Verpflichtungen zu stellen. Sie ist mutig, trotzig, vor allem aber: Sie weiß, wie es mit den Jungen läuft. Sie ist „kein Umgang“. Doch Sabrina weiß, dass Amelie ein herzensguter Mensch ist.

Eine unbestimmte Sehnsucht
Auf einem Ausflug entdecken die beiden Mädchen in einem toten Nebenflüsschen des Rheins einen alten Frachtkahn, die „Sehnsucht“, die rätselhaft versteckt dort ankert. Als sie heimlich auf das Schiff klettern und sich dort umsehen, machen sie die beunruhigende Bekanntschaft des jungen Mannes, der dort lebt – und der so ganz anders ist als ihre nervigen Mitschüler: Kilian, der Schiffer. Mit seinen 19 Jahren ist Kilian nur drei Jahre älter als Sabrina. Seine Lebenserfahrung, sein Selbstbewusstsein, nicht zuletzt auch sein Aussehen lassen ihn aber wesentlich reifer wirken. Von Kilian geht eine verstörende Anziehungskraft aus, gepaart mit Verwegenheit und Abenteuer. Oder anders, nicht so positiv betrachtet: Seine Attraktivität ist gefährlich. Und Kilian scheint sich durchaus für Sabrina zu interessieren. Doch er schockiert sie mit der Art, wie er einen Fisch tötet. Kilian lädt die Mädchen am Abend zum Angeln ein.
Sabrina ist hin und weg von Kilian, doch auf dem Weg zum Schiff macht Amelie klar, dass sie wenn möglich bei ihm bleiben und mit ihm fahren will. Kilian habe ihr zu verstehen gegeben, dass er sich auf sie freue. Sabrina ist verwirrt und enttäuscht, hatte sie doch den Eindruck, Kilian habe Interesse an ihr. Sie zieht sich zurück, denn ihrer Freundin will sie auf keinen Fall im Wege stehen. Sie lässt Amelie gehen und kehrt nach Hause zurück.

Eine grausame Wahrheit
Am nächsten Tag erfährt Sabrina, dass am toten Fluss eine Leiche gefunden wurde – Amelie. Sie wurde erschlagen und die "Sehnsucht" ist verschwunden. Sabrina macht ihre Aussage, doch niemand glaubt ihr, dass es Kilian gegeben hat. Er ist wie vom Erdboden verschluckt und die Polizei hat nach Wochen immer noch keinen Hinweis auf den Mörder. Sabrina beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und wird schon bald mit einer weiteren grausamen Wahrheit konfrontiert ...


Ein intensiver Psychothriller mit dunklem, verführerischem Sog: psychologisch glaubwürdig, atmosphärisch dicht, unwiderstehlich erzählt.



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