C. Bertelsmann
 
Wir geben 8 aufs Wort - Banner
 
 

SPECIAL zu Elke Heidenreich »Ein Traum von Musik«

Ein Traum von Musik
 

Eine ganz besondere Beziehung

Eine Buchempfehlung von Carsten Hansen

 

Ein Leben ohne Musik ist für Elke Heidenreich undenkbar. Nicht nur, dass sie sich stets in Musiker verliebte und „Versuche“ mit unmusikalischen Männern heute als gänzlich sinnlos empfindet; auch ihre anderen Passionen, das Schreiben, Herausgeben, Editieren, wären ohne den unlösbaren Bezug zur Musik kaum möglich. So hat sie über Musik geschrieben, Libretti verfasst und bearbeitet, an der Kinderoper in Köln mitgewirkt, und sie gibt seit einiger Zeit eine eigene Edition mit Büchern über Musik heraus. „Nichts erreicht uns unmittelbarer als die Wucht der Töne“, weiß sie, und diese Erkenntnis teilt sie mit den 45 Autoren, die sie für „Ein Traum von Musik“ gewinnen konnte. Ob Opernintendant, Schriftsteller, Schauspieler, Verleger oder Journalist – eines haben sie alle gemeinsam: Sie lieben Musik und erzählen mit großer Offenheit von ihrer Leidenschaft für die Welt der Töne und der Harmonien.

Liebeserklärungen und Leidenschaften – Bekenntnisse und Geständnisse
Es ist erstaunlich, was für eine Vielfalt an Geschichten Elke Heidenreich als Antworten auf ihre Frage nach der „Musik Ihres Lebens“ hier versammeln konnte. Es kamen Liebeserklärungen und Berichte voller Leidenschaft und Verzweiflung zusammen, traurige wie freudige Lebenserinnerungen, Bekenntnisse und Geständnisse – in jedem Fall aber immer sehr persönliche und berührende Erzählungen. So schildert etwa Axel Hacke sein Elternhaus, in dem es keine Musik gab, weil der Vater nach dem Krieg keine Gefühle mehr an sich heranlassen konnte. Hacke beschreibt dies als eine Angst, die weniger eine „Angst vor dem Tod als vor dem Leben war. Und Musik ist Leben, nicht wahr?“ Schließlich fand die Musik dann doch Einzug in Hackes Leben: Er heiratete eine Musikerin. Wie er sich später immer wieder vor die Kinderzimmertür kauerte, weil er es liebte, seine Frau Schlaflieder für die Kinder singen zu hören, liest sich anrührend und ohne den geringsten Anflug von Kitsch.

AFN Stuttgart, RIAS oder WDR
Eine Liebeserklärung an die Musik bedeutet oftmals auch eine Liebeserklärung an das Radio. So erzählen viele der Autoren von ihren Lieblingssendern und -sendungen. Elke Heidenreich etwa hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter, aber die gemeinsam vor dem Radio verbrachten Stunden mit klassischer Musik verstrichen harmonisch. Maren Kroymann entdeckte mithilfe ihrer älteren Brüder den Sender AFN Stuttgart, und die halbe Stunde gemeinsamen Radiohörens kurz vor dem Mittagessen entführte alle drei regelmäßig in eine andere Welt. „Meine Brüder tanzten vor dem Radio dazu, dass der Kronleuchter im Wohnzimmer gefährlich ins Schaukeln geriet und meine Mutter aus der Küche kam. Meine Oma verstand gar nichts mehr. Es war neue Musik und hieß Rock 'n' Roll.“ Kroymann war begeistert von Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Fats Domino und von Elvis Presley, und als politisch engagierter Studentin gingen ihr interessante Zusammenhänge zwischen Politik, Musik und Sexualität auf.

Dem Geheimnis auf der Spur
„Musik war einfach da, ohne dass ich darüber nachdachte, sie gehörte von früh an in mein und zu meinem Leben. Meine Mutter war es, die den Ton angab, die den Klang in die Familie brachte“, schreibt Kent Nagano, der in seinem Text dem Geheimnis der Musik auf der Spur ist. Wie er als Jugendlicher zu Anton Bruckner kam und diesen in späteren Zeiten für sich wiederentdeckte, liest sich wie eine wahre Liebeserklärung. Einer Überlebensgeschichte begegnet man in Hanns-Josef Ortheils Text über sein Leben mit Robert Schumann. Instrument und Komponist holten den verstummten und traumatisierten Vierjährigen nach dem Krieg zurück ins Leben. Den Tod seiner vier Brüder, die allesamt im Krieg umkamen, konnte er nur mit der Musik überwinden. Musik statt Weltgeschichte erlebte Vera Nemirova im Herbst 1989 in Rostock: „Ariadne auf Naxos“ stand auf dem Programm, als die Mauer fiel.

46 verschiedene Sounds
So unterschiedlich die Autoren sind, so unterschiedlich sind ihre Geschichten und deren individueller Sound. Von bewegend bis amüsant, von brüllend komisch bis traurig reicht das Spektrum. Es wird nicht viele Bücher geben, in denen beispielsweise Senta Berger, Ursula von der Leyen, Reinhard Mey, Isabella Rossellini oder Heiner Geißler gemeinsam als Autoren auftreten. Der Musik wohnt eben eine besondere Kraft inne – in vielerlei Hinsicht. Ein schönes, unbedingt lesenswertes Buch.


Carsten Hansen
Literaturtest
Berlin, August 2010



Bestellen Sie bei Ihrem Buchhändler vor Ort oder direkt bei:

 

Weiter im Katalog:

Zur Buchinfo Zur Autorin

Weitere Ausgabearten:

 Taschenbuch  Audio-CD  Hörbuch Download  eBook
 
 
 
 

Bücher der Autorin

Der Welt den Rücken

Zur Buchinfo

 

Sonst noch was/Liebe Klara. Brief an eine Katze

Zur Buchinfo

 

Oper! Eine Liebeserklärung

Zur Buchinfo

 

Mehr Bücher der Autorin

 

Newsletter

Abonnieren Sie unseren 14-täglichen Newsletter

Zur Anmeldung

 
 
 

Kontakt Presse Buchhandel Download Literatur Blog Newsletter