„Wäre es nicht cool, wenn der Erste Weltkrieg zwischen genetisch veränderten, mutierten Tieren und dampfgetriebenen, gehenden Maschinen ausgefochten worden wäre? Und die Antwort ist: Ja, das wäre es.“ Das meint zumindest die ehrwürdige „New York Times“ und bezieht sich dabei allerdings nur auf die Grundidee des Jugendromans „Leviathan – Die geheime Mission” von Scott Westerfeld. ![]()
Und wer die 469 Seiten des spannenden Parallelwelt-Romans erst einmal verschlungen hat, der wird der Einschätzung der „New York Times“ wohl bedenkenlos zustimmen. Die Idee ist in der Tat so gut, die Handlung so spannend und die Charaktere so glaubwürdig, dass jugendliche Leser – und nicht nur die – einfach nicht anders können, als „Leviathan“ in einem Rutsch von Anfang bis Ende durchzulesen, um anschließend zu fragen, wann denn bitte die Fortsetzung erscheint. Zumindest gilt dies für all jene Leseratten, die beispielsweise ein Herz für die phantastischen Geschichten von Jules Verne haben. ![]()
Die Geschichte von „Leviathan – Die geheime Mission” ist im Europa des Jahres 1914 angesiedelt. Ein Europa, das allerdings in vielerlei Hinsicht ganz anders aussieht, als wir es kennen. Denn die großen Machtblöcke am Vorabend des Ersten Weltkriegs trennen nicht nur politische Differenzen, auch die in ihrer Industrie, ihrem Transportwesen und ihrem Militär eingesetzten Mittel sind völlig unterschiedlich. Während sich das Deutsche und das Habsburgische Kaiserreich auf eine ausgefeilte, rein auf Dampfkraft beruhende Technik stützen, setzt das Britische Empire dank der Entdeckungen von Charles Darwin für den gleichen Zweck in erster Linie die Genetik und die Biowissenschaften ein.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Prinz Aleksandar, der Sohn des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand. Als seine Eltern in Sarajevo ermordet werden, muss Alek zusammen mit einigen Getreuen fliehen, denn die eigenen Leute trachten dem künftigen Anwärter auf den Thron nach dem Leben. Alles, was ihm bleibt, ist ein „Sturmläufer“, eine der neuartigen Lauf- und Kriegsmaschinen seines Landes. Nach einer wilden Flucht trifft die Gruppe in den Schweizer Alpen auf das britische Luftschiff Leviathan – eine nie dagewesene riesige Mischung aus Tier und Maschine und das Meisterstück der britischen Armee. Die Leviathan befindet sich auf geheimer Mission ins Osmanische Reich. Mit an Bord: die als Junge getarnte Deryn, der nichts so wichtig ist wie das Fliegen. Alek rettet sich an Bord des Luftschiffs und muss nun mit Deryn gemeinsame Sache machen. Doch worin besteht die geheimnisvolle Mission der Leviathan? Und wie soll es mit Prinz Aleksandar weitergehen? ![]()
Wie schon die englischsprachigen Kritiker, sind auch die deutschen Besprechungen voll des Lobes: „Dampfbetriebene Stahlläufer gegen gezüchtete Wal-Luftschiffe und fliegende Quallen bilden den Rahmen eines bildgewaltigen Romans, dessen Fortsetzung man mit Ungeduld erwartet“, schreibt „Buchjournal Extra“. Die „Neue Westfälische“ meint: „Science Fiction gepaart mit Geschichte – ein Buch, das genau ins Jahr 2010 passt.“ Und phantastiknews.de lobt: „Das hat Pepp und Dramatik, Tempo und intelligenten Witz, so dass man auf die folgenden Bände mehr als gespannt sein darf.“
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