
Doppelhaushälfte mit flexiblen Raumlösungen für
drei Generationen
Wie können wir unser Haus so bauen oder umbauen, dass es über einen langen Zeitraum flexibel nutzbar ist und für mehre Generationen einer Familie geeignet ist? Dieses Thema wird für Bauherren immer wichtiger. Thomas Drexel stellt in seinem Band „Häuser für Jung und Alt“ 24 gelungene Beispiele sowohl neuer, wie auch umgestalteter Wohngebäude vor und gibt viele Tipps, wie das Wohnen im Mehrgenerationenhaus gelingt. ![]()
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Herr Drexel, was sind denn aus ihrer Sicht die Voraussetzungen dafür, dass mehrere Generationen harmonisch unter einem Dach zusammen wohnen können – abgesehen von der geeigneten Architektur?![]()
Die wichtigste Voraussetzung ist ein gutes Verhältnis der Generationen untereinander – aber ohne dieses würde man wahrscheinlich ohnehin nicht auf die Idee kommen, in unmittelbarer Nähe zusammen zu leben. Wichtig ist auch eine sorgfältige Planung, die die Bedürfnisse und Erwartungen aller Beteiligten einbezieht. Wünscht sich beispielsweise eine junge Familie die Betreuung der Kinder durch die Großeltern, muss frühzeitig geklärt werden, ob die das überhaupt wollen und ob sie sich der Aufgabe gewachsen fühlen. Letztlich sollten auch die Spareffekte, die man möglicherweise durch das gemeinsame Bauen hat, nicht den Ausschlag geben, denn ein Zusammenleben aus monetären Zwängen harmoniert sicher nicht zur allgemeinen Zufriedenheit.

Flexibel erweitern: Einfamilienhaus als Erweiterung
eines bestehenden Wohngebäudes
Wenn man sich nun z. B. Eltern, Kinder und Großeltern sicher sind, gemeinsam zusammen leben zu wollen, wie muss die Architektur aussehen, damit ein angenehmes Miteinander möglich ist?![]()
Die Raumaufteilung und die Gestaltung des Gebäudes sollte die Wünsche und Bedürfnisse der Familienteile zur Grundlage nehmen. Wie eng ist das Verhältnis zueinander, möchte man unter einem Dach zusammenleben, oder wünscht man sich mehr Abstand? Möchte man ein gemeinsames Treppenhaus, oder solle s mehr Privatsphäre sein, mit getrennten Eingängen, eigenen Balkonen oder Terrassen, eventuell auch komplett getrennte Gebäude? Welche Bereiche – wie z. B. ein gemeinsam gepflegter Garten, eine gemeinsame Waschküche oder Werkstatt, werden von allen gemeinsam genutzt?![]()
Wie kann sicherstellen, dass sich ein Wohngebäude über die Jahre an meine Bedürfnisse anpasst? Also wenn z. B. nicht mehr so viel Platz braucht, weil die Kinder ausziehen, oder wenn die Großeltern einmal nicht mehr so mobil sind?![]()
Eine nachhaltige und flexible Planung bedeutet, dass Wohneinheiten später einmal mit geringem Aufwand verändert werden können. Beispielsweise kann das Obergeschoss von vornherein mit einer Außentreppe und Anschlüssen für Küche und Bad versehen werden, so dass es nach dem Auszug der erwachsenen Kinder als eigene Wohnung vermietet werden kann. Auf der anderen Seite müssen Rampen und Lifte, die die Großeltern möglicherweise später einmal brauchen, nicht sofort eingebaut werden, es genügt, wenn man genug Raum z. B. im Bad und Treppenhaus schafft, um sie nachträglich einbauen zu können.

Neubau mit zwei gekoppelten Einfamilienhäusern
Wenn ich nun möglichst barrierefrei bauen will, wo kann ich mich informieren, was dann nötig und sinnvoll ist, und gibt es vielleicht sogar Fördermöglichkeiten?![]()
Es ist tatsächlich möglich, für schwellenarmes und barrierefreies Bauen eine Förderung durch die KfW Bankengruppe zu bekommen.
Umfangreiche Hinweise für die Planung einer barrierefreien Wohnung findet man auf der Website des Vereins Barrierefrei Leben e. V.![]()
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