
Wenn sie nicht ihre Gefühle kennen, wer dann? Sie fühlen, was Sie fühlen. Sie erfühlen Ihre Bedürfnisse. Dabei ist es von größter Wichtigkeit, dass Sie Ihre wirklichen Gefühle fühlen. Anders ausgedrückt: Dass die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Gefühlen stimmt. Erst dann können Sie dafür sorgen, dass Ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Erst dann können Sie gut für sich sorgen.
Schneller Kontakt mit Ihren Gefühlen ist die Grundvoraussetzung, um Ihre Bedürfnisse zu kennen und zu befriedigen. Dabei ist es wichtig, dass Sie so wenig wie möglich tun müssen, damit Sie sich ganz entspannt auf sich selbst konzentrieren können. Am Besten ist es, Sie nutzen Formulare, die in Ruhe zu Hause ausgefüllt werden können. Über einen gewissen Zeitraum können Sie so sich und ihre Gefühle beobachten. Gefühle werden so nicht mehr nur diffus wahrgenommen, sondern beim Namen genannt. Schon durch die bloße Beobachtung ergeben sich entscheidende Veränderungen. Je mehr Gefühle bewusst gelebt werden, desto mehr Energie wird freigesetzt. Das Ergebnis ist eine erheblich verbesserte Lebensqualität.![]()
Ihr Gefühlsausdruck ist eine existenzielle Form der Kommunikation mit sich und anderen. Mit Gefühlen können wir »sprechen«. Nicht genug damit, dass wir uns oft schon als Kinder von unseren »Originalgefühlen« trennen und stattdessen Ersatzgefühle oder oft auch Ersatzbefriedigungen ausleben. Hinzu kommt noch, dass – insbesondere in der Arbeitswelt – Gefühle oft als störend oder sogar schädlich gelten, weil sie unberechenbar sind. So sind wir häufig nicht nur damit aufgewachsen, unsere Gefühle zu negieren, sondern werden weiterhin Tag für Tag dazu aufgefordert – und dafür belohnt. Auch ist oft keine Zeit mehr da, um einem Gefühl auf den Grund zu gehen, es zu erspüren. Da ist es kein Wunder, dass so manch einer nicht mehr weiß, was er eigentlich wirklich fühlt, welches Gefühl in ihm dominiert und wie intensiv es ist.![]()
Beobachten Sie sich eine Woche lang mit einem milden Blick – ohne sich abzuwerten. Dieses sogenannte »Prinzip der Achtsamkeit« (mindfulness) wird Ihnen einen neuen Zugang zu sich selbst ermöglichen und neue Erkenntnisse bringen. Mit diesen Erkenntnissen – Ihrem Gefühlsinventar – können Sie anschließend gezielte und konkrete Schritte zur Veränderung einleiten und so Ihrem Leben Schritt für Schritt eine bessere Richtung geben.
5 Tipps für ein gutes Gelingen
1. Sehen Sie mit einem realistischen und milden Blick auf sich selbst.
2. Setzen Sie sich nicht unter Druck!
3. Genießen Sie den Prozess: Seien Sie neugierig auf sich selbst!
4. Machen Sie ein Ritual daraus: Füllen Sie die Formulare jeden Tag zur gleichen Zeit aus, am besten kurz vor dem Schlafengehen.
5. Bleiben Sie dran!
Die 1. Übung: Unterstreichen Sie alle Gefühle, die Sie häufig und/oder intensiv haben, auch wenn sie Ihnen unangenehm sind. Beginnen Sie mit der ersten Spalte. Anschließend fragen Sie sich: Welches ist das wichtigste Gefühl in dieser Spalte? Verfahren Sie mit den anderen Spalten ebenso.![]()
Die 2. Übung: Notieren Sie eine Woche lang jeden Tag ihre Gefühlslage im Launenbarometer (siehe Beispielfragebogen). Ermitteln Sie dann den Durchschnittswert, indem Sie die Werte der einzelnen Tage zusammenzählen und durch sieben teilen. Runden Sie die Zahlen nach dem Komma auf oder ab.
In unserem Beispiel ergab sich der Wert 5,9. Nun, wie ist der Wert Ihrer ersten Woche? Sind Sie zufrieden? Sehr gut! Wenn nicht, woran liegt es? Welchen Wert würden Sie gerne in der nächsten Woche erreichen?![]()
Den ersten Schritt haben Sie bereits getan: Sie waren eine Woche lang achtsam Ihren Gefühlen gegenüber. Den zweiten Schritt haben Sie vielleicht auch schon getan – Sie haben Ihr Gefühl anerkannt, es als zu Ihnen gehörend akzeptiert. Sie haben damit begonnen, Verantwortung für Ihre Gefühle zu übernehmen. Zu dieser inneren Haltung sind jetzt noch konkrete Handlungsschritte nötig. Außerdem brauchen Sie noch Zuversicht, Motivation und Energie.
Dasa SzekelyGefühlsinventurDas Buch über mich Wer bin ich, was kann ich und wohin will ich? Unser Gefühlshaushalt sieht manchmal aus wie ein vollgestopfter Speicher: Alles ist durcheinander, wir kennen uns nicht mehr aus und wissen nicht, was wir eigentlich fühlen oder... |
Erscheinungstermin: August 2010 Gebundenes Buch
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