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Ulrich Buchner: Wenn Irre Irrenärzte werden

Wenn Irre Irrenärzte werden
 

Psychologen mit und ohne Diplom, Psychiater, Psychoanalytiker, Ärzte mit Zusatzausbildung, Berater – ganz schön viele Namen für ein und dasselbe. Oder doch nicht dasselbe? Welcher Therapeut darf was, wann und wo tun? Welche Therapieform ist sinnvoll für mich? Und wer übernimmt die Kosten?

Wer in Deutschland eine Therapie beginnen möchte, steht vor vielen Fragezeichen. Ulrich Buchner windet sich durch die Bürokratie, beleuchtet Theorien und Methoden der großen Urväter und ihrer Nachfahren und verhilft zu einem Überblick über das tückische System Psychotherapie. Das Ergebnis ist unterhaltsam und schockierend zugleich. Denn mal ehrlich: ABC-Methode? Orgon-Energie? Quantenheilung? Wer ist hier eigentlich irre?!



Herr Buchner, was hat Sie zu diesem Buch motiviert?

Das waren zwei Dinge. Zum Einen die Unwissenheit der meisten Klienten, die zum ersten Mal eine Psychotherapie beginnen. Das fängt mit den unterschiedlichen Berufsbezeichnungen an - Psychiater, Psychotherapeut, Psychologe, Psychoanalytiker etc. - und geht über zu den Rahmenbedingungen einer Therapie, also welche Verfahren es überhaupt gibt, welche von den Krankenkassen warum übernommen werden und wie eine Therapie überhaupt abläuft.
Andererseits ging es mir auch darum, einige Themen, die innerhalb der Therapeutenschaft seit 30 Jahren diskutiert werden, öffentlich zu machen, also etwa der Streit ums „Unbewusste“, die Frage, ob man Therapie als „bezahlte Freundschaft“ bezeichnen könne oder das Problem, dass gesellschaftliche Ursachen für eine Erkrankung innerhalb der Therapie meist ausgeblendet bleiben.


Manche empfinden den Titel des Buches als diffamierend für den Berufsstand der Psychotherapeuten. Geht es in diesem Buch tatsächlich darum den Berufsstand als solchen zu verunglimpfen?

Nein, es geht vielmehr um die seltsamen Blüten, die die historische Entwicklung der Psychotherapie einerseits inhaltlich, andererseits gesundheitspolitisch durch das Psychotherapeutengesetz treibt. Da kann der einzelne Therapeut ja gar nichts dafür.
Ich will zeigen, dass der ganze bürokratische Wust, den es da heutzutage gibt, eines überhaupt nicht sicherstellen kann: nämlich wer tatsächlich ein guter Therapeut ist. Und ja, davon gibt es auch ganz viele. Freilich ging es mir da schon auch um Provokation und Ironie, sonst wäre das Thema viel zu trocken.


Wie kam es denn zum Titel?


Der war zunächst nur eine Kapitelüberschrift. Der Verlag schlug dann vor, das ganze Buch so zu nennen, was ich gut finde. Ein Titel ist ja immer auch ein Eye Catcher und den braucht man im Dschungel des Buchmarktes halt.


Wie erkenne ich denn einen guten Therapeuten?

An ein paar wenigen Dingen. Fachkompetenz natürlich. Entscheidend ist aber der Draht, der zwischen Klient und Therapeut besteht. Wenn der nicht gut ist und sich der Klient nicht gut aufgehoben fühlt, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Therapie nicht sehr gut. Ich finde auch Transparenz auf Seiten des Therapeuten ganz wichtig.


Eine letzte Frage: Auf einer Scala von eins bis zehn: wie "irre" sind sie selbst? :-)

Sagen wir mal so um 7 herum. Sonst hätte ich so ein Buch doch nicht geschrieben, oder?

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Mehr über Urlich Buchner, finden Sie auf seiner Homepage unter: www.psychotherapiebeimir.de



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