Veronika Peters wurde schon immer von dem Bedürfnis getrieben, ihrem Leben einen umfassenderen Sinn zu geben, als Geld zu verdienen und unnütze Dinge anzuhäufen. Zen-Meditation, Beschäftigung mit Philosophie, alternative Wohnprojekte, Protest gegen Atomkraft und Startbahn West - stets war es ihr Anspruch, etwas zu entdecken, das bleibt, "der eigenen Auslöschung etwas entgegenzusetzen", wie sie selbst es formuliert. Doch nirgends wird dieses Bedürfnis wirklich gestillt, und so fasst sie im Alter von 21 Jahren einen ungewöhnlichen Entschluss: Sie packt ihre Sachen in zwei Koffer, wirft sie in ihren alten VW Käfer und geht ins Kloster - für sie selbst ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Noch weiß sie nicht, ob sie wirklich bleiben wird, ob es ihr gelingt, innerhalb der Gemeinschaft der Nonnen ihren Platz zu finden, ob das Kloster tatsächlich der Ort ist, den sie sucht.![]()
Doch das Bedürfnis, die eigenen Grenzen zu verschieben, und die Lust am Experiment sind stärker als ihre Bedenken. Veronika Peters reizt die Herausforderung, sich mit den strengen Regeln eines klösterlichen Daseins zu konfrontieren, anstatt - wie andere junge Frauen ihres Alters - ein Leben in den herkömmlichen Bahnen zu führen und sich weiter durch Erfahrungen draußen in der Welt zu erproben. Was bedeutet es aber wirklich, der Normalität, wie wir sie alle kennen, den Rücken zu kehren und den eigenen Lebensraum weitgehend auf den abgeschiedenen Kosmos hinter den Klostermauern zu beschränken? Wie geht man als Nonne um mit Verzicht und Beschränkung, und auf der anderen Seite: Welches sind die Reichtümer, die ein solches Leben birgt und um derentwillen die Schwestern bereit sind, diesen Preis zu bezahlen?![]()
Lakonisch und stets zutiefst ehrlich erzählt die Autorin von den Licht- und Schattenseiten in ihrem Alltag als Nonne - von ihren anfänglichen Schwierigkeiten, sich in die hierarchische Gemeinschaft der Frauen einzugliedern und die Gesetze eines streng reglementierten Zusammenlebens zu akzeptieren, von den inneren und äußeren Konflikten, die sie auszutragen hat, und von den immer wiederkehrenden Zweifeln, ob ihre Entscheidung für das Kloster die richtige gewesen ist. Sie erzählt aber auch von der Begegnung mit wundervollen und für sie maßgeblichen Menschen, die dort ihren Weg kreuzen, von der Geborgenheit, die der Schutzraum Kloster bietet, und von der Tiefe und Schönheit der religiösen Rituale.![]()
Fast zwölf Jahre wird Veronika Peters bei den Benediktinerinnen verbringen, Jahre, die ebenso spannungsgeladen wie reich erfüllt an Erfahrungen sind. Und am Ende des Experiments steht wieder ein Aufbruch, denn Veronika Peters packt erneut ihre Koffer, um ein ganz anderes Abenteuer zu wagen - und an der Seite des Mannes, den sie liebt, ein neues Leben in Berlin zu beginnen.![]()
"Was in zwei Koffer passt" ist ein sehr persönliches Buch, in dem uns die Autorin mit ebenso viel Humor wie Nachdenklichkeit an ihren faszinierenden und höchst ungewöhnlichen Erfahrungen teilhaben lässt. Sie gewährt dem Leser einen Blick in ein unbekanntes Universum und legt gleichzeitig beeindruckend Zeugnis ab von der Suche einer jungen Frau nach Schönheit und spiritueller Erfüllung.
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