
Jede Mutter ist gelegentlich verzweifelt, weil ihr Baby aus unerfindlichen Gründen untröstbar ist und bis zur Erschöpfung aller quengelt. Entwicklungspsychologen haben herausgefunden, wann und warum diese schwierigen Phasen auftreten und wie Eltern ihr Kind in dieser Zeit unterstützen können.
Ein kleiner Schritt zurück und ein Sprung nach vorn!![]()
Kinder wachsen nicht allmählich, sondern in Schüben. Längere Zeit geschieht wenig bis gar nichts, dann auf einmal wachsen sie viele Millimeter in einer Nacht.
Auch die geistige Entwicklung von Kindern verläuft in Sprüngen.
Bei jedem Sprung entwickelt sich im Baby plötzlich und sehr schnell etwas Neues. Fast immer geschieht das in seinem Nervensystem und beschert dem Baby eine neue Fähigkeit. Solch eine neue Fähigkeit beeinflusst das gesamte Verhalten des Baby. Sie verändert und verbessert alles, was es bis dahin konnte, und versetzt das Baby in die Lage, neue Dinge zu lernen.![]()
Woran Sie erkennen, dass die Entwicklung einen Sprung macht
„Schwierige“ Phasen sind die Visitenkarte eines solchen Sprungs, der in der Regel dadurch gekennzeichnet ist, dass sich Ihr Baby übertrieben anhänglich, weinerlich und launisch zeigt. Es ist anstrengender und schwieriger, als Sie es gewohnt sind. Viele Eltern machen sich dann Sorgen. Sie fragen sich, ob ihr Baby krank sein könnte oder ärgern sich, weil sie nicht verstehen, warum es so garstig ist.![]()
In welchem Alter die schwierigen Phasen beginnen
Die schwierigen Phasen werden bei allen Babys im selben Alter beobachtet. Es sind zehn innerhalb der ersten 20 Monate. Anfangs sind sie kürzer und folgen schneller aufeinander. Ist Ihr Baby zwei Wochen zu spät geboren, dann beginnen sie zwei Wochen früher. Kam es vier Wochen zu früh auf die Welt, fangen sie vier Wochen später an. Auch diser Unterschied weist darauf hin, dass jeder Sprung stakr mit dem Hinrwachstum des Babys verbunden ist.
Um fünf Wochen herum, manchmal auch schon um vier Wochen, macht die Entwicklung Ihres Baby den ersten Sprung. Seine Sinnesorgange machen einen raschen Reifungsprozess druch. Ihr Baby merkt, dass etwas Neues und Fremdes in seiner Welt geschieht. Es ist verstört, schreit und will zu dem zurück, was ihm am vertrautesten ist: zu seiner Mutter.
In diesem Alter suchen alles Babys mehr Körperkontakt und Aufmerksamtkeit als sonst. Dieses größere Verlangen nach der Mutter kann einen Tag, manchmal auch bis zu einer Woche dauern.
Das Baby fühlt, das etwas los ist. Es kann Ihnen das noch nicht sagen, noch nicht seine Ärmchen nach Ihnen ausstrecken. Es kann aber sehr wohl aus vollem Halse brüllen und unruhiger sein, als es normalerweise ist. Das Baby schläft schlechter. Zumindest wenn es allein in seinem Bettchen liegt. Manchmal will das Baby unbedingt auf dem Bauch liegen – etwas, das es vorher nicht mochte. Doch vermutlich gibt ihn dies ein Gefühl von Bauch-an-Bauch-Kontakt und damit die Geborgenheit, die es jetzt braucht.![]()
Was Sie an Ihrem Baby jetzt häufiger bemerken können
Das Baby zeigt mehr Interesse an seiner Umgebung:
• Es schaut sich häufiger und länger etwas an
• Es horcht häufiger und hört aufmerksamer etwas zu
• Es reagiert deutlicher auf Berührungen
• Es reagiert deutlicher auf Gerüche
• Es lächelt zum ersten Mal – oder viel öfter als vorher
• Es produziert häufiger Freudenlaute
• Es lässt häufiger merken, was es schön oder langweilig findet
• Es lässt häufiger merken, dass es weiß, was passieren wird
• Es ist länger wach und aktiv![]()
Körperliche Veränderungen:
• Es atmet regelmäßiger
• Es erschrickt und zittert weniger
• Es zeigt zum ersten Mal (oder häufiger als vorher) Tränen beim Weinen
• Es verschluckt sich weniger
• Es spuckt weniger
• Es hat weniger Probleme mit dem Bäuerchen
Tipps zum Trösten
Wenn Sie das Baby beruhigen wollen, sind Rhythmus und Wärme wichtig. Halten Sie das Baby aufrecht gegen sich gelehnt, seinen Po auf Ihrem Arm, mit dem anderen stützen Sie seinen Kopf, der an Ihrer Schulter ruht. So kann Ihr Baby das beruhigende Klopfen Ihres Herzens hören. Dann:
• Streicheln und liebkosen Sie es.
• Wiegen Sie es hin und her.
• Laufen sie ruhig mit ihm herum.
• Summen Sie ein Lied.
• Klopfen Sie ihm sacht auf den Po.
Denken Sie daran, dass sich Ihr Baby meist am besten durch etwas trösten lässt, das Sie auch mit ihm tun, wenn es guter Laune ist.
Mit sechs Wochen beginnt wieder eine unkomplizierte Phase. Die Babys sind nun fröhlicher, wacher, mehr damit beschäftigt, zu schauen und zu horchen. Die Augen sind „klarer“, wie viele Mütter finden. Und die Babys zeigen deutlich, was sie wollen und was nicht. Kurzum, alles ist jetzt eindeutiger als vorher.![]()
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