
Jede Mutter ist gelegentlich verzweifelt, weil ihr Baby aus unerfindlichen Gründen untröstbar ist und bis zur Erschöpfung aller quengelt. Entwicklungspsychologen haben herausgefunden, wann und warum diese schwierigen Phasen auftreten und wie Eltern ihr Kind in dieser Zeit unterstützen können.
Nach dem ersten Sprung (im Alter von 4 bis 5 Wochen) folgt der zweite Sprung mit etwa 8 Wochen oder knapp 2 Monaten. In diesem Alter erwirbt Ihr Baby eine neue Fähigkeit. Es ist nun in der Lage, einfache Muster zu erkennen, und zwar sowohl in und an seinem Körper als auch in der Umgebung. Ihr Baby entdeckt nun beispielsweise seine Hände und Füße und kann stundenlang damit zubringen, verschiedene Arm- und Beinhaltungen auszuprobieren. Es beobachtet fasziniert die Licht- und Schatteneffekte an der Wand über seinem Bettchen, starrt im Supermarkt wie gebannt den Dosenstapel an und kann offenbar gar nicht genug bekommen von den Lauten, die es selbst hervorbringt („ah“, „üh“, „eh“).![]()
Ganz neue Erfahrungen
Aber die neue Fähigkeit bringt nicht nur Schönes mit sich. Sie stellt auch die vertraute Erlebniswelt Ihres Babys auf den Kopf. Es sieht, hört, riecht, schmeckt und fühlt Dinge, die total neu für es sind. Es ist erstaunt, verwirrt. Es muss alles in Ruhe auf sich einwirken lassen, alles verarbeiten. Und das tut es am liebsten von einem vertrauten, sicheren Platz aus. ES will zurück zu Mama. Diese schwierige Phase dauert ein paar Tage bis zwei Wochen.![]()
Woran Sie merken, das Ihr Baby einen neuen Entwicklungssprung durchmacht:
• Es schreit mehr.
• Es will häufiger beschäftigt werden.
• Es isst schlecher.
• Es fremdelt (öfter).
• Es klammert sich stärker an Sie.
• Es schläft schlechter.
• Es lutscht (öfter) am Daumen.
Jede Mutter ärgert sich, wenn sie überzeugt davon ist, dass das Baby eigentlich gar keinen richtigen Grund hat, so zu schreien und wie eine Klette an ihr zu hängen. Solch eine Mutter findet ihr Baby verwöhnt und undankbar. Das Gebrüll treibt sie zum Wahnsinn, sie ist müde, erschöpft, hat noch so viel Arbeit vor sich liegen. Oft fürchtet sie, Vater, Freunde, Familie oder Nachbarn könnten ihr Baby als lästig empfinden. Aber meist kann sie gar nicht anders, als es immer wieder zu trösten.
Tipps zum Einschlafen
Ein schlecht schlafendes Baby macht oft eher ein Nickerchen, wenn es bei Ihnen ist. Wärem, Bewegung und leise Geräusche wirken beruhigend. Es schläft leichter ein, wenn:
• es an der Brust oder Flasche liegt
• es im Tragetuch herumgetragen wird
• es im Kinderwagen herumgefahren wird.
Und auch eine kurze Autofahrt wirkt oft Wunder!
Auch für Ihr Baby ist eine Entwicklungsphase besonders anstrengend. Aber Sie können ihm dabei helfen, den Sprung gut zu meistern.![]()
Köperkontakt verringert die Spannung
Stellen Sie sich vor, Sie sind verstört, und niemand tröstet Sie. Sie leiden länger und stärker unter der Anspannung. All Ihre Energie geht dabei drauf. Sie können Ihre Probleme gar nicht mehr klar erkennen. – Genau so geht es auch Ihrem Baby. Wenn seine Entwicklung einen Sprung macht, hat es das Gefühl, als wäre es in einer neuen Welt. Es fühlt eine schwerere Last, als es tragen kann. Und das Schreien verschlingt all seine Zeit. Zeit, die es besser darauf verwenden sollte, seine neue Welt kennen zu lernen. Denken Sie immer daran: Babys in diesem Alter sind sozusagen dazu da, hochgenommen, gestreichelt und geknuddelt zu werden. Davon kriegen sie nie genug.![]()
Variieren Sie die Umgebung Ihres Babys
Mit acht Wochen kann es Ihrem Baby langweilig werden, wenn es immer dasselbe sieht, hört, fühlt, riecht oder schmeckt. Es kann jetzt Muster wahrnehmen und merkt daher auch, dass dasselbe Muster immer wiederkehrt: dasselbe Spiel, dieselbe Aussicht, dasselbe Geräusch, dasselbe Gefühl und derselbe Geschmack. Zum ersten Mal in seinem Leben will es das nicht mehr hinnehmen. Es will Abwechslung, und die sollten Sie ihm auch geben. Tragen Sie Ihr Baby herum oder nehmen Sie es in seiner Wippe pberall dorthin mit, wo Sie zu haben.
Um die zehnte Woche herum beginnt wieder eine unkomplizierte Phase. Fast alle Mütter haben dann die Sorgen der veragngenen Zeit weider vergessen. Sie vergöttern ihr Baby geradezu. Sie finden, dass es sich großartig entwickelt, und meinen, dass ihnen erst jetzt so richtig auffällt, wie pflegeleicht und fröhlich es immer ist. Es verlangt nicht mehr Tag und Nacht nach Mutters Aufmerksamkeit. Es ist selbstständiger Geworden. Sein Interesse richtet sich auf seine Umgebung. Die meisten Babys sind jetzt so fröhlich und beschäftigt, dass für ihre Mutter alles viel leichter wird.![]()
Zum ersten Entwicklungssprung klicken Sie bitte hier
Hetty van de Rijt , Frans X. PlooijOje, ich wachse!Von den 10 "Sprüngen" in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20 Monate und wie Sie damit umgehen können Die grundlegend überarbeitete, erweiterte und den neuesten Forschungsstand reflektierende Ausgabe des Longsellers dokumentiert jetzt die Entwicklung von Kleinkindern in den ersten... |
Erscheinungstermin: Februar 2005 Gebundenes Buch
|
|
Frans X. PlooijOje, ich wachse! Das PraxisbuchSpielen, üben, die Welt entdecken Kleinkinder besser verstehen und fördern Im ersten Lebensjahr machen Babys eine rasante Entwicklung durch. Sie lernen Sinneseindrücke zu verarbeiten, entdecken immer wieder eine neue Welt. In seinem internationalen... |
Erscheinungstermin: September 2007 Paperback
|
|
© Verlagsgruppe Random House GmbH
Kontakt Presse Buchhandel Download Literatur Blog Newsletter