
Viele Stillprobleme entstehen durch falsche Anlegen des Kindes an die Brust der Mutter. Damit Mutter und Kind das Stillen richtig genießen können, sollten einige Punkte beachtet werden. So gibte es zum Beispiel verschiedene Stillhaltungen, die unter den verschiedensten Bedingungen Variation erlauben, z.B. wenn einmal eine Milchdrüse gestaut ist. Hier erfahren Sie, welche Haltung sich wann am besten eignet und was Sie dabei beachten müssen. Die Mutter wird hierbei in der Du-Form angeredet.
Egal, in welcher Haltung du stillst – wichtig ist, dass du es bequem hast. Achte darauf, dass der Arm, in dem dein Baby liegt, gestützt ist und du ihn dem Bett oder der breiten Lehne eines Sessels, einer Couch, eines Schaukelstuhls oder Kissenpolstern überlassen kannst. Stillkissen (auf Geruchsfreiheit achten!) können dienlich sein. Wenn du sitzt, erhöhe deine Beine durch einen kleinen Fußschemel oder ein oder zwei stabil gefaltete Decken, und lege ggf. zusätzlich ein Kissen auf die Knie, um deinen Arm zu entlasten. Du sollst den Mund deines Kindes ohne Anstrengung auf die Höhe deiner Brustwarzen bringen können, ohne dich vorbeugen zu müssen. Falls deine Brüste sehr schwer und groß sind, mag es dir das Anlegen deines Babys erleichtern, wenn du sie durch ein zusammengerolltes, darunter gelegtes Handtuch etwas stützt und anhebst. Polstere deinen Rücken mit Kissen ab, damit du dich auch da gehalten und geborgen fühlen kannst. Anspannung gerade im Bereich der Schulterblätter und Schultern behindert leicht den Milchfluss.
Vielleicht hat dein Partner Lust, sich hinter dich zu setzen, z.B. auf dem Bett. Du bekommst dann im wahrsten Sinne des Wortes Rückenstärkung, und er ist zusätzlich beteiligt am Stillen. Bei ihm kannst du dich ankuscheln und dich, gestützt von seinen Knien und seinem Körper, ganz dem Stillen hingeben. Wichtig ist, dass er dabei auch für sein Wohlbefinden sorgt und sich selbst anlehnt, da sich sonst seine Spannungen auf dich übertragen.
Auch beim Stillen in der Seitenlage stütze deinen Rücken gut mit Kissen oder einer Decke ab, damit du dich anlehnen kannst. Vielleicht magst du vor dem Stillen die Augen schließen und einen Moment dem Kommen und Gehen deines Atems »lauschen«. Es lässt dich innerlich zunehmend ruhiger und zentrierter werden – und dies hilft dem Milchfluss.
Du kannst dein Kind stillen, während du sitzt, seitlich oder rücklings liegst, stehst oder im Schneidersitz bist. Dabei gibt es verschiedene Haltungen, die dir unter den verschiedensten Bedingungen Variation erlauben, z.B. wenn einmal eine Milchdrüse gestaut ist.

Bergehaltung und Kopfbergehaltung
Die üblichste Haltung ist die Bergehaltung (auch Wiegegriff genannt). Dabei nimm dein Baby so in deinen Arm, dass sein Kopf in oder nahe deiner Armbeuge und sein unteres Ärmchen um deine Taille oder unter deiner Brust liegt. Dein Unterarm stützt den Rücken des Babys, deine zugewandte Hand umfasst sicher seinen Po oder Oberschenkel. Zieh es nun an dich heran. Damit ist es in der besten Position, um leicht die Brustwarze finden zu können. Sehr wichtig dabei ist, dass seine Vorderseite, quer zu deinem Körper liegend, vom Kopf bis zu den Füßen dir ganz zugewandt ist. So liegt nämlich der Kopf deines Kindes in gerader Linie mit seinem Körper. Probiere einmal zu trinken mit zur Seite gewandtem Kopf, dann weißt du, warum das so wichtig ist!
»Football«-Haltung
Eine weitere Haltung ist die so genannte »Football«-Haltung (Football-Haltung deshalb, weil sie an amerikanische Football-Spieler erinnert, die ihren elliptischen Ball beim Spiel unter den Arm geklemmt davontragen), auch Rückengriff genannt. Bei dieser Haltung sind Körper und Beine deines Babys nicht an deinen Bauch angeschmiegt, sondern zeigen seitlich an deinem Körper vorbei nach hinten. Halte den Kopf des Kleinen mit breiter, tragender Hand und stütze seinen oberen Rücken durch deinen Vorderarm, der selbst durch Kissen getragen oder durch ein aufgestelltes Bein gestützt ist, gut ab. Da der Unterkiefer des Babys dabei an eine andere Stelle der Brust zu liegen kommt als bei der Bergehaltung, hilft diese Haltung, wunde Brustwarzen zu vermeiden oder zu entlasten oder z.B. eine gestaute Milchdrüse an der Außenseite der Brust zu erreichen.
Rückenlage
Möglicherweise liegst du beim ersten Stillen auf dem Rücken, Kopf und Knie gut durch Kissen gestützt. Dann liegt dein Kind mit seiner Vorderseite etwas schräg auf deinem Bauch und sein Kopf über deiner Brust. Stütze seine Stirn etwas ab, damit es gut atmen kann. (Diese Haltung ist auch günstig, wenn dein Baby mit einem starken Milchschwall nicht zurechtkommt oder Schwierigkeiten hat, die Zunge unten zu lassen, oder es schwer an deiner Brust bleibt.)
Seitenlage
Nachdem dein Baby zu deiner Brust gekrabbelt ist, kannst du auch darum bitten, dass man dir hilft, dich zur Seite zu drehen – das ist für euch beide bequemer. Die Seitenlage wirst du sicherlich während der ersten Tage und Nächte oder wann immer du dich während des Stillens ausruhen möchtest, einnehmen wollen, evtl. auch bei Kaiserschnitt. Grundsätzlich wirst du dein Baby an die auf dem Bett aufliegende Brust anlegen wollen, es funktioniert aber auch mit der »oberen« Brust, wenn du dich etwas nach vorn neigst. Dein Baby liegt dicht an deinen Körper geschmiegt, der Mund auf der Höhe der Brustwarze, sein Kopf auf einem Kissen, deinem Arm oder dem Bett. Achte dabei darauf, dass dein Kopf gut abgestützt ist und dein Baby seinen Kopf nicht zu drehen braucht. Es kann vielleicht eine Stütze oder Polsterung im Rücken gebrauchen.Im Stehen stillen
Wenn sich dein weinendes Kind nur durch Herumtragen beruhigen lässt, magst du zuweilen gehend stillen müssen, idealerweise entlastet von einem Tragetuch entweder in der Bergehaltung oder in einer Längshaltung wie bei der Rückenposition. Vielleicht kannst du dich hinsetzen, sobald dein Baby sich richtig angesaugt hat.
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Wie stille ich mein Baby - Teil II
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