Manesse

LOUIS COUPERUS

Die langen Linien der Allmählichkeit

Mit Nachwort von Carel ter Haar
Originaltitel: Langs lijnen van geleidelijkheid
Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2008-5
€ 22,90 [D] | € 23,60 [A] | CHF 39,90 (UVP)Unverbindliche Preisempfehlung

Verlag: Manesse

Erscheinungstermin: 12. September 2002
Status: lieferbar Titel ist lieferbar

Weitere Ausgabearten:
» Gebundenes Buch, Einband: Leder

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Louis Couperus - Die langen Linien der Allmählichkeit
 

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Louis Couperus war der wichtigste niederländische Autor an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, und er war der im deutschen Sprachraum bei weitem beliebteste. Sein subtiler psychologischer Roman schildert das Schicksal einer jungen Frau, die Ehe und Heimat hinter sich lässt, um in Rom ein neues Leben zu beginnen.

Die Ehe der wohlhabenden Den Haager Bürgerin Cornélie liegt in Scherben. Resigniert flieht sie nach Rom, wo sie bald Bekanntschaften schließt und eine Affäre mit dem attraktiven Patriziersohn Duco beginnt. Doch die steht von Anfang an unter einem schlechten Stern: Während er sich für die antike Schönheit der Stadt begeistert, brennt in Cornélie der Wunsch, ganz im Heute zu leben und sich schreibend von der Vergangenheit zu emanzipieren. Die Liebenden bleiben sich fremd, scheitern am ewigen Widerspruch von Kunst und Leben.

Dekadenz und Pessimismus des niederländischen Bürgertums waren die Themen, die Couperus mit spitzer Feder beschrieb. Sein Dandytum und Ästhetizismus sind Legende. In diesem Roman, der nun seit Jahrzehnten erstmals wieder in einer Neuübersetzung vorliegt, ist auch sein früher sozialkritischer Ansatz noch deutlich erkennbar: Als Cornélie am Ende ihr Vermögen verliert, steht ihre Ungebundenheit auf dem Spiel. Schmerzhaft werden ihr die «langen Linien der Allmählichkeit» bewusst.

«Was sich wie das humoristische Setting für einen eleganten Konversationsroman ausnimmt, stellt sich schon bald als Ausgangspunkt für ein tragisches Lebensexperiment heraus, das der Autor mit dem Willen zur äußersten Konsequenz durch einen schicksalhaften Kreis treibt. Wir lesen heute die Bücher der europäischen Décadence mit einem fast geschwisterlichen Interesse, denn in der Zeit vor 1914 wurde so freimütig und kühn über alternative Lebensformen in Familie, Ehe und Liebe debattiert und dabei so viel ausprobiert wie erst wieder seit Mitte der 1960er Jahre. Frauenemanzipation, antiautoritäre Erziehung, Befreiung der Homosexualität, freie Liebe, Promiskuität: die Themen der Hippie-Bewegung standen in Europa schon einmal auf der Tagesordnung.»

Süddeutsche Zeitung (04.12.2002)

 
 
 
 
 

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