Luchterhand Literaturverlag

NATHAN ENGLANDER

Das Ministerium für besondere Fälle

Roman

Originaltitel: The Ministry of Special Cases
Aus dem Amerikanischen von Michael Mundhenk

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87259-9
€ 19,95 [D] | € 20,60 [A] | CHF 34,90 (UVP)Unverbindliche Preisempfehlung

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erscheinungstermin: 21. April 2008
Status: lieferbar Titel ist lieferbar

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Kaddisch Poznan, Jude und Sohn einer Hure, hat es im Leben zu nichts Rechtem gebracht. Sein Sohn Pato verachtet ihn, und seine Frau Lillian verdient in einer Versicherungsagentur das Geld für die Familie. Eines Tages wird Kaddischs Sohn verhaftet, und binnen kürzester Zeit verliert sich Patos Spur in der anonymen Apparatur der argentinischen Militärdiktatur. Immer wieder werden Kaddisch und seine Frau im „Ministerium für besondere Fälle“ vorstellig, doch niemand fühlt sich zuständig, niemand will ihnen weiterhelfen …

Auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires, durch eine hohe Mauer vom respektablen Rest getrennt, liegen Zuhälter, Ganoven und Huren begraben. Kaddisch Poznan, selbst Jude und Sohn einer Hure, profitiert von der Scham der Nachkommen, denn gegen ein Handgeld meißelt er nachts die Namen von den Grabsteinen. Sein Sohn Pato verachtet ihn deswegen. Anstatt ihm zu helfen, geht er lieber in Diskos und träumt mit seinen Freunden, den Joint in den Fingern, von der Weltrevolution. Kaddischs Frau Lillian sorgt mit ihrem Job bei einer Versicherungsagentur für den Unterhalt der Familie, obwohl sie sich ihr Leben anders vorgestellt hat. Im Buenos Aires der siebziger Jahre boomt das Versicherungsgewerbe, da zu viel Unwägbares passiert: Die argentinische Militärdiktatur führt einen „Schmutzigen Krieg“ gegen die eigene Bevölkerung, in dem Tausende von Unschuldigen spurlos verschwinden. Eines Tages geschieht dann genau das, was Kaddisch und Lillian um jeden Preis verhindern wollten: Pato wird von Männern in grauen Anzügen abgeholt. Und für die beiden beginnt eine lange, immer absurdere Suche nach dem verlorenen Sohn, die stets zu dem rosa Gebäude an der Plaza Mayor führt, dem Ministerium für besondere Fälle …

Mit sprühender Phantasie und überbordendem Witz erzählt Nathan Englander die Geschichte einer Familie und zugleich einer Nation. Sein Sinn für das Absurde, seine geniale Balance zwischen Verzweiflung und Hoffnung und sein tiefes Verständnis für den Menschen und seine Schwächen stellen ihn in die Tradition eines I.B. Singer und Philip Roth.

""Das Ministerium für besondere Fälle" übertrifft alle Erwartungen. Sollte Englander wieder aus dem Rampenlicht verschwinden, um in Ruhe zu schreiben, bedeutet das nicht weniger als eine Verheißung. Wenn so große Romane dabei entstehen, möge er sich alle Zeit der Welt lassen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 
 
 
 

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