Foto: © Christiane Strub

Leseprobe - Echo der Hoffnung

Liebe Leserinnen und Leser,

D er unheilvoll aussehende Gegenstand auf dem Titel meines neuen Buches ist ein Krähenfuß – womit der Witzbold, der meinte, es sähe aus wie ein keltisches Hühnerbein, zumindest im ironischen Sinne gar nicht so falsch gelegen hat. Falls Ihnen so etwas noch nicht untergekommen ist: Ein Krähenfuß ist ein Wurfeisen – ein althergebrachter, aber wirkungsvoller militärischer Ausrüstungsgegenstand. Man verstreut eine Handvoll davon auf dem Boden, um etwaige Feinde aufzuhalten, die sich mit Höchstgeschwindigkeit nähern. Die Römer haben sie gegen angreifende Kavallerie benutzt; Tamerlan hat sie bei der Invasion Indiens gegen Kriegselefanten eingesetzt, und die moderne Highwaypolizei setzt sie bei Barrikaden ein, da die Spitzen im Einsatz gegen Reifen genau so wirksam sind wie gegen Hufe.

Diana Gabaldon - Echo der Hoffnung

Warum ist nun ein Krähenfuß auf dem Buchtitel? Nun, natürlich ist der Krähenfuß eine ebenso clevere wie elegante Erfindung – doch darüberhinaus ... werden Sie feststellen, dass er vier spitze Enden hat. "Echo der Hoffnung", das siebte – aber nicht das letzte! - Buch der Highlandsaga hat vier große Handlungsstränge.

I. Jamie Fraser, ehemaliger Jakobit und Rebell wider Willen, weiß drei Dinge über die Amerikanische Revolution: erstens, die Amerikaner werden gewinnen, auch wenn das im Jahr 1777 kaum möglich erscheint; zweitens, auch wer auf der Siegerseite steht, muss deshalb nicht unbedingt überleben, und drittens würde er lieber sterben als seinem außerehelichen Sohn William (auch bekannt als der neunte Graf von Ellesmere) mit gezogener Waffe gegenüberzustehen. Wenn man seine Frau Claire entscheiden ließe, würde sie es bevorzugen, dass Jamie am Leben bleibt.

II. Besagter William ist Leutnant in der britischen Armee, hin- und hergerissen zwischen den Abenteuern der Schlacht und den Verlockungen der Spionage. Sein Stiefvater Lord John Grey, distinguierter Soldat und Diplomat, ist sich nicht sicher, welches Betätigungsfeld das gefährlichere ist.

III. Jamie schlägt vor, der dritten Möglichkeit aus dem Weg zu gehen, indem er nach Schottland zurückkehrt, um dort seine Druckerpresse wieder an sich zu nehmen (da das Wort ja mächtiger ist als das Schwert, Q.E.D.) und dabei sein Versprechen gegenüber seiner Schwester einzulösen und seinen Neffen Ian heim nach Lallybroch zu bringen. Und wie er seiner Tochter Brianna schreibt: “Gott allein weiß, was sie miteinander anfangen werden, Lallybroch und Ian – und Gott hat einen ganz eigenen Sinn für Humor.” Ian jedoch hat seinen eigenen Kopf – und er muss seinen eigenen Weg finden.

IV. Brianna und ihr Mann Roger leben unterdessen in Lallybroch – im Jahr 1980. Bei der Lektüre von Jamies und Claires Briefen sind sie im Drama der Vergangenheit gefangen – doch allmählich wird ihnen klar, dass die Highlands immer noch voller gefährlicher Geheimnisse sind.

Betrachtet man den Krähenfuß genauer, stellt man eine Besonderheit fest: Ganz gleich, wie man ihn wirft, ein spitzes Ende zeigt immer nach oben. Ich hoffe, das Buch wird Ihnen gefallen.

Mit herzlichen Grüßen