cbj audio sagt Danke!

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Verlagsgruppe Random House GmbH
cbj audio - Kokosnuss
Neumarkter Straße 28
81673 München

Einsendeschluss ist der 31.12.2017

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5 Fragen an Ingo Siegner

2002 erschien das erste Buch, 2006 das erste Hörbuch, über den kleinen Drachen Kokosnuss, und seitdem folgte ein Abenteuer nach dem anderen. cbj und cbj audio-Autor Ingo Siegner hat mit seinen lustigen Geschichten und Zeichnungen auf Anhieb die Herzen seiner kleinen Leser erobert. Im Interview erzählt er von der Kunst, Geschichten für Kinder zu schreiben, und vom Spaß, den er an seiner Arbeit hat.

Frage 1 von 5:
Der Held ihrer Kinderbücher und -hörbücher ist ein kleiner Feuerdrache namens Kokosnuss, der eine türkise Kappe trägt und noch nicht fliegen kann. Drachen sind ja eigentlich eher riesengroße und Furcht erregende Geschöpfe, denen man lieber nicht persönlich begegnen möchte. Warum haben Sie sich gerade einen Drachen als Held ihrer Geschichten ausgesucht?

Der kleine Drache Kokosnuss war ursprünglich ein Geschenk: Ich habe ihn für ein Nachbarsmädchen zum Geburtstag gezeichnet. Damals,1998, hatte ich viele Ideen für Geschichten, darunter eben auch die vom kleinen Drachen. Ich hatte einfach Lust, mal eine Märchenfigur auszuprobieren. Zudem war damals die Hochphase des "Dino-Fiebers" und ich nehme an, dass mich das inspiriert hat. Und apropos böse Drachen: Als Zeichner kann man jedes Tier, egal wie groß und gefährlich, in ein niedliches Geschöpf verwandeln.

Der kleine Drache Kokosnuss war übrigens nicht immer so knubbelig und knuffig wie heute. Auf den frühsten Zeichnungen sieht er noch sehr viel "erwachsener" aus, zum Beispiel waren der Kopf und die Nase im Vergleich zum Rumpf viel kleiner, auch eckiger. Heute ist er rund und niedlich und gerade deswegen auch oft schwer zu zeichnen. Manchmal ist der kleine Drache das, woran ich bei einer Zeichnung am längsten sitze, und wenn Sie genau hinsehen, werden Sie merken, dass er auf manchen Bildern ein bisschen anders aussieht. Da hat er zum Beispiel eine längere Nase oder kürzere Beine. Da hab ich dann nicht aufgepasst.

Frage 2 von 5:
Woher nehmen Sie die Ideen für die Abenteuer des kleinen Drachen?

Am Anfang steht ein Ort, ein Gegenstand oder eine Tätigkeit, die mich selbst fasziniert und von der ich glaube, dass auch Kinder sie spannend finden. Das kann zum Beispiel eine Höhle sein, ein Monster, ein U-Boot oder das Fliegenlernen und Tiefseetauchen. Dann fange ich an, rundherum eine Geschichte zu entwickeln, die meist viel länger ist als die endgültige Version im Buch. Wenn man im Erzählfluss ist, macht man viele Erzählschlenker, die nachher vielleicht überflüssig erscheinen und die man dann wieder herausnimmt. Manchmal sind es aber gerade diese Schlenker, aus denen sich eine ganz neue Idee oder ein neuer Handlungsstrang ergibt.

Frage 3 von 5:
Ihre Bücher und Hörbücher enthalten neben den witzigen Passagen für die Kinder auch feine Ironien, die nur ältere Kinder oder sogar nur die Eltern verstehen. In einem Teil tritt zum Beispiel ein Minnesänger namens Walther von der Blumenwiese auf, der herzzerreißende Liebeslieder singt. Haben Sie beim Schreiben auch immer die Eltern – sozusagen als Co-Leser – im Kopf?

Eigentlich baue ich diese kleinen Späße erstmal für mich selbst ein – weil es mir beim Schreiben unheimlich Spaß macht, mit solchen Dingen zu spielen. Aber natürlich ist es auch schön, sich vorzustellen, dass die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern die Bücher lesen und beide Seiten daran großen Spaß haben. Meine Bücher sind aber primär für Kinder konzipiert und eignen sich ja nicht nur als Vorlese-Bücher, sondern auch als Bücher für Erstleser.

Frage 4 von 5:
Können Sie sich auch vorstellen, Bücher für Erwachsene zu schreiben?

Prinzipiell schon. Ich hatte mal die Idee für ein Buch über einen kleinen Bären, der seinem Zeichner entwischt, dauernd Dummheiten anstellt und dann mit dem Zeichner Diskussionen darüber anfängt. Der Verlag meinte, das sei für Kinder zu schwer, aber vielleicht ist es ja was für Erwachsene. Ich hätte auch jede Menge Stoff für Satiren über meine Lesereisen, zum Beispiel über "Die ewige Jagd nach dem Hausmeister" in Grundschulen. Eine andere Idee wäre eine Art "Making of" zum kleinen Drachen Kokosnuss, also ein Buch, indem ich die Figuren zu ihren Rollen interviewe oder den kleinen Drachen in seiner VIP-Kabine zeige. Sie sehen schon, ich nehme meine Figuren sehr ernst…

Frage 5 von 5:
Sie bezeichnen Ihre Lesungen selbst als Kinderbuch-Kino. Warum? Wie sind Sie auf die Idee gekommen, bei Ihren Lesungen nicht nur vorzulesen, sondern auch frei zu erzählen und zu zeichnen?

Das freie Erzählen und Zeichnen war ich ja von meiner Kinderbetreuer-Zeit schon gewohnt. Trotzdem war ich sehr nervös, als ich meine ersten Lesungen hatte und bin es im Prinzip heute immer noch. Kinder sind eben ein sehr kritisches Publikum; die stehen einfach auf und gehen, wenn es langweilig wird. Ich bediene ja mit meinen Büchern eine sehr junge Zielgruppe – circa zwischen vier und zehn Jahren – und die können einfach oft noch nicht eine ganze Stunde beim Vorlesen zuhören. Darum zeichne und erzähle ich auch und mache immer mal wieder Späße, um die Längen zu überbrücken. Ich zeige bei den Lesungen auch Dias und bringe so Bewegung in die Geschichte – fast wie im Film. Daher auch der Begriff Kinderbuch-Kino: Die Kokosnuss-Geschichten sind einfach nicht statisch, sondern immer in Bewegung und so möchte ich sie auch präsentieren.