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73 Ouvertüren – Die Buchanfänge der Bibel und ihre Botschaft

73 Ouvertüren – Die Buchanfänge der Bibel und ihre Botschaft

Eine Einladung an alle, die die Bibel immer schon kennenlernen wollten

Ein Schlüssel zum wichtigsten Buch unserer Kultur

Buchanfänge haben es in sich. Sie ziehen uns als Leserinnen und Leser hinein in die Welt des Werkes, an dessen Beginn sie stehen. Wenn es gut geht, lässt das Buch uns nicht mehr los. Was für Literatur gilt, trifft auch auf die 73 biblischen Bücher zu: Ihre Anfänge eröffnen wie musikalische Ouvertüren einen Zugang zu den weltbewegenden Texten der Bibel.

Der Vorhang ist noch geschlossen, es wird still im Publikum, das Orchester beginnt und stimmt mit der Ouvertüre die Besucherinnen und Besucher der Oper auf das Kommende ein. Die Atmosphäre des Stücks, Grundzüge der Handlung, Umrisse der Charaktere werden mit den wichtigsten musikalischen Motiven vorgestellt. Die eigene Welt, in die das Publikum für die nächsten Stunden versetzt wird, baut sich aus den ersten Höreindrücken auf. In der Bibel beginnt dieses Spiel nicht weniger als 73 Mal nacheinander, 46 Mal im Alten und 27 Mal im Neuen Testament. Das ist die Zahl der Bücher in den katholischen Bibelausgaben.

Die protestantischen Bibelausgaben rechnen sieben Bücher weniger zum Kernbereich des Alten Testaments. Damit keines der gebräuchlichen biblischen Bücher unter den Tisch fällt, haben wir uns für den größeren Bibelumfang entschieden.
Zu jedem Buch der Bibel gibt es in diesem Band einen Beitrag, der den Eröffnungsabschnitt auslegt und die Welt erstehen lässt, die schon in den ersten Versen des Buches aufscheint. Daran anschließend zeigen die einzelnen Artikel, wie im weiteren Verlauf des jeweiligen Buches die Motive des Anfangs aufgegriffen und entfaltet werden und wie dieses Buch mit anderen biblischen Büchern verknüpft ist. Ein Abschnitt zur Wirkungsgeschichte wirft Schlaglichter auf die kulturprägenden Einflüsse des Buches. Abschließend geht es um den Lektüregewinn, also um die Frage, warum es sich lohnt, gerade dieses Buch der Bibel zu lesen.

Oft ist zu hören, die Bibel sei Buch und Bibliothek zugleich. Das trifft zu: Auch in der Bibel stehen die Bücher nicht wahllos nebeneinander; sie sind vielmehr kunstvoll arrangiert und nehmen sogar inhaltlich Bezug aufeinander. Es lassen sich mehrere Gruppen von Büchern ausmachen, die vieles gemeinsam haben: Bekannt sind die Evangelien oder etwa die Briefe des Paulus. Daneben gibt es Geschichtserzählungen, Bücher, die den Alltag des Volkes Israel regeln, Anweisungen von Weisheitslehrern zu einem gelingenden Leben und prophetische Texte, die die Gegenwart beleuchten und eine bessere Zukunft vor Augen stellen.

Sieben Zwischentexte werfen einen ungewohnten Blick auf die literarischen Eigenarten solcher Buchgruppen. Die Zwischentexte greifen Fragen nach einem angemessenen Zugang, nach dem »richtigen« Verständnis der Bibel auf, die immer wieder im Zusammenhang mit der Bibel aufkommen. Sie laden ein, unterschiedliche Lesarten der Bibel zu erproben. Es sind Leseweisen, die die Bibel selbst schon nahelegt. Denn literarische Muster transportieren Leseerfahrungen, die oft Hilfen und Impulse für die Lektüre der Bibel bereithalten. Was geschieht, wenn ich etwa im Neuen Testament nicht nur die Briefe der Apostel, sondern versuchsweise die Bibel insgesamt als Brief lese?

Die Bibel gilt in unserem Kulturraum als christliches Buch. Darüber wurde und wird leicht vergessen, dass der grundlegende und größte Teil der christlichen Bibel, das sogenannte Alte Testament, die Bibel Israels und das Basisdokument des Judentums war und ist. Das Neue Testament schreibt die Gotteserfahrungen Israels fort. Indem es den jüdischen Schriften nachgestellt wird, bestätigt das Christentum schon in seiner Anfangszeit die bleibende Verwurzelung in der Glaubensgeschichte Israels. Um mit dem Judentum das Bewusstsein für die Andersartigkeit und Größe Gottes wachzuhalten, haben wir bei der Übertragung des Gottesnamens einen besonderen Weg gewählt: Der in der Hebräischen Bibel vieltausendfach verwendete Gottesname wird seit der Antike in der jüdischen Tradition nicht ausgesprochen, sondern respektvoll ersetzt. Dem folgend haben wir in diesem Buch an allen Stellen, in denen im hebräischen Originaltext der geheimnisvolle Gottesname begegnet, die Umschreibung »der Lebendige« gewählt. Die wenigen Ausnahmen betreffen Fälle, in denen der Gott Israels namentlich von anderen Göttern abgesetzt werden soll.

Die Bibel vermag stets aufs Neue viele und ganz unterschiedliche Menschen zu faszinieren und zu inspirieren, ganz gleich, ob jemand sie liest oder über sie schreibt – oder sich durch dieses Buch die Welt der Bibel eröffnen lässt.

Fünfzig namhafte Bibelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler legen in diesem Werk dieses Potenzial der biblischen Buchanfänge frei. So kommen die Leitideen des biblischen Kanons in klarer, verständlicher Weise neu zur Geltung. Ein Werk, das die Bibel nicht nur als religiöse Schatzkammer, sondern als einzigartiges Kulturgut und als Teil der Weltliteratur neu nahe bringt.

73 Ouvertüren Blick ins Buch

Egbert Ballhorn, Georg Steins, Regina Wildgruber, Uta Zwingenberger

73 Ouvertüren

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