Ab ins Bett von Katharina Kunzmann

Eine traumhafte Reise in die Welt des Schlafens

Wer gerne schläft, ist besser im Bett. Eigentlich ganz einfach. Und doch gibt es Leute, die noch vor dem ersten Termin ins Fitnessstudio stürzen oder wegen einer wichtigen Deadline bis spät abends arbeiten, um jede Sekunde des Tages effektiv zu nutzen. Bloß nicht, sagt Katharina Kunzmann, Schlafbloggerin und amtlich bescheinigte Schlafmütze. Lieber an der Matratze horchen! Denn im Schlaf entspannen wir, tanken Kraft, werden fitter und klüger. Schlaf ist die schönste Sache der Welt, die ultimative Detox-Kur, unser Bett eine Insel der Entschleunigung. „Ab ins Bett!“ nimmt uns mit auf einen traumhaften Streifzug durch die Welt des Schlafes: Warum haben so viele Menschen Probleme beim Einschlafen und was hilft dagegen? Wie sehen die Träume von Blinden aus? Was sagen die Experten? Also, Freunde der Nacht, nicht in den Club heute Abend, sondern rein in die Federn und Augen zu!



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Leseprobe

Kapitel 1

Zu Beginn ein kleines Rätsel: Der Mensch wünscht es sich herbei, und wenn er es endlich hat, lernt er es nicht kennen. Worum geht es wohl? Die Antwort ist wohl kaum überraschend: Schlaf. Dieses Denkspiel stammt vom Universalgenie Leonardo da Vinci: Maler, Erfinder, Visionär und Linkshänder. Und es zeigt uns nicht nur, dass das Thema Schlaf schon die größten Gelehrten der Menschheitsgeschichte beschäftigte, sondern dass Schlaf heute noch fast genauso rätselhaft sein kann, wie er es in der Renaissance war. Das liegt zweifellos in der Natur der Sache. Denn es ist uns nicht möglich, unseren Schlaf bewusst wahrzunehmen. Jeder, der es versucht, bleibt vor allem eines: wach. Kein Wunder also, dass Schlaf ein sagenumwobener Zeitgenosse ist, obwohl wir Tag für Tag, oder besser Nacht für Nacht, aufeinandertreffen. Schlaf ist, versuchen wir es mal so, ein bisschen wie der geheimnisvolle Mysterio, der Bösewicht aus Spiderman, nur eben in cool – und er nimmt verdammt viel Zeit in Anspruch. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlummernd in unseren Betten. Und dennoch ist noch nicht abschließend geklärt, warum wir überhaupt schlafen müssen. Auch unklar ist, was Schlaf eigentlich ist. Kurzum: Es gibt bis heute keine von der Wissenschaft allgemein anerkannte Erklärung für unseren faszinierenden Mysterio (also den Coolen von beiden). Aber die Forscher und Forscherinnen geben nicht auf, machen stets Fortschritte und nähern sich einer eindeutigen Bestimmung für unseren geheimnisvollen Superhelden der Nacht immer weiter an. die alten Griechen glaubten noch, dass Schlaf so etwas wie ein todesähnlicher Zustand sei und nannten ihn deshalb »Bruder des Todes«. Entsprechend waren auch Thanatos, der Gott des Todes, und Hypnos, der Gott des Schlafes, Brüder. Zwei meistens ziemlich fies dreinblickende Gestalten, die offensichtlich nichts zu lachen hatten. Aber Zeus sei Dank: Die Zeit der schlechten Laune ist vorbei. Und mittlerweile wissen wir doch etwas mehr über unseren Schlaf als die alten Griechen oder die Menschen zu da Vincis Zeiten. Der Schlaf, ein todesähnlicher Zustand? Weit gefehlt! Unser Körper liegt nachts nämlich ganz und gar nicht nutzlos herum. Im Gegenteil: Er läuft auf Hochtouren. Seit der Entwicklung des »Elektroenzephalogramms«, besser bekannt als EEG, können wir nämlich Hirnströme erfassen und aufzeichnen. Und deshalb wissen wir auch, dass Schlafen ein durchaus aktiver Zustand ist. Während des Schlafens sind verschiedene Hirnareale mindestens genauso aktiv wie im wachen Zustand. Unser Hormon- und Immunsystem ist zum Teil sogar geschäftiger als tagsüber und wehrt, während wir einfach nur daliegen und pennen, fleißig Krankheiten ab. Auch unser Gehirn ist auf Trab. Es überträgt nachts Gelerntes vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis. Was wir lernen, lernen wir also quasi im Schlaf. Beziehungsweise verinnerlichen wir es erst richtig, während wir schlummern. Kein Wunder also, dass es selten gut geht, wenn so manche Studenten versuchen, sich den gesamten Stoff eines Semesters in nur einer Nacht ins Gedächtnis zu pressen – und dann am nächsten Morgen bei der Klausur verzweifeln, weil sie das vermeintlich Gelernte nichts aufs Papier bringen.

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Katharina Kunzmann:

Kunzmann, Katharina
© Jens Mauritz

Katharina Kunzmann ist eine leidenschaftliche Schlafmütze. Sie hat Soziologie und Philosophie studiert und arbeitet als Journalistin und freie Autorin, bisher u.a. für ZEITjUNG und Playboy.

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