SPECIAL zu Achim Achilles

Achim Achilles stellt sein Buch vor

Aufnahme von der Frankfurter Buchmesse 2009

Interview mit dem Vollzeitmann Achim Achilles


Sind Männer eine aussterbende Gattung?
Natürlich nicht. Ein Restbestand wird für Reparaturarbeiten im Haushalt, für Umzüge, zum Einparken und als California Dreamboys immer gehalten werden.

Kann die Schlacht bereits als verloren angesehen werden?
Es gab nie eine Schlacht; es ist eher ein ausdauernder Guerilla-Kampf, der sich seit Jahrzehnten durch den gesamten Alltag zieht. Der Erfolg ist gleichwohl beeindruckend: Wer dieser Tage etwa anmerkt, dass der »girls day« (Anm. der Red.: Bundesweiter Berufsorientierungstag für Mädchen) vor allem eine mediale Show-Veranstaltung ist, die Lehrer, Behörden und Elternvertreter trotz größter Mühe kaum mit sinnvollen Veranstaltungen gefüllt bekommen, ist ein ewig gestriges Chauvi-Schwein.

Gibt es noch Gefechte, die der Mann gewinnen kann?
Ein Fußballspiel.

Welche Bereiche muss der Mann ein für alle Male aufgeben?
Seine gelernten Rollen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn es neue gäbe. Aber die sind nicht in Sicht. Das moderne Doppelerwerbs- und Familienleben verlangt von beiden Geschlechtern absolute Rollenkompatibilität: Vati ist Mutti und Mutti ist Vati, beide können mit Bohr- und Kaffeemaschine umgehen, beide tragen Jeans plus Sweatshirt, eine Umhängetasche quer und keinerlei Stolz oder Freude im Gesicht. In bestimmten Stadtteilen von Berlin ist die Geschlechtervermischung so weit fortgeschritten, dass Männer von Frauen nicht mehr zu unterscheiden sind – obwohl: Männer erkennt man meist an Kinderwagen und Einkaufstüten und die Frauen an ihren Fremdenlegionärs-Frisuren und den enormen Bizepsen. Das kann nicht mal Alice Schwarzer gewollt haben.

Wie früh beginnt bereits der Geschlechterkampf?
Wenn das Kind im Mutterbauch zum ersten Mal das Jim-Knopf-Musical von der Wilden 13 hört, Text: Mädchen können alles, Mädchen sind unheimlich stark. Das sollte mal ein Kinderbuchautor wagen, über Jungs zu schreiben. Er bekäme Goldene Himbeeren, Zitronen und was das Feminat sonst noch so an Totschlag- Preisen bereithält.

Welche Erwartungen werden an den Mann von heute gestellt?
Anschaffen, repräsentativ sein, Testosteron auf Kommando ab- oder zuschalten, Maul halten.

Was wären realistische Erwartungen?
Perfektes gegrilltes Bauchfleisch, Bier aus der Flasche, ölige Flossen vom V-8-Reparieren.

Was ist ein Vollzeitmann?
Einer, der sich klaglos in die Anforderungsraster der modernen Welt fügt und verzweifelt versucht, Karriere zu machen, den Nachbarn einen perfekten Vater vorzuspielen, Freunden einen wunderbaren Ehemann und sich selbst das umfassende Glück.

Ist er das Gegenteil eines Warmduschers?
Er versucht verzweifelt, sich vom Warmduscher abzugrenzen, indem er beharrlich Rad ohne Helm fährt.

Kantige Typen – davon kann man heute nur noch träumen, oder?
Müsste man mal Frauen fragen.

Gibt es noch männliche Vorbilder in der Gesellschaft?
Außer Ronald Pofalla eigentlich niemanden.

Mutmacher, Personen, an die der Mann seine Hoffnung heften kann?
Ich lese gern alte Tarzan-Hefte.

Welche Trends muss ein Mann wirklich mitmachen?
Campen, Kanufahren, Angeln – alles, was vorgeblich den Kindern Spaß macht, aber in Wirklichkeit nur dem Vater.

Und wo kann er getrost auf die Zusammensetzung seiner Chromosomen verweisen?
Beim Männerarzt.

Der Segen der Gleichberechtigung: Leiden Männer heute mehr als früher?
Männer leiden immer, derzeit nur viel zu leise.

Was können Männer – mal abgesehen vom Werfen besser als Frauen?
Dazu möchte ich ohne meinen Anwalt nichts sagen.

Brauchen Männer dieses Buch?
Unbedingt. Denn sie sollen wissen: »Du bist nicht allein mit deinem Leid, Bruder.«

Der Vollzeitmann liest:

Mehr zum Autor unter www.achim-achilles.de

Der Vollzeitmann

€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 11,00* (* empf. VK-Preis)
Bestellen Sie mit einem Klick:
Weiter im Katalog: Zur Buchinfo