»Paris für Liebhaber« von Olivier Magny

Es ist schwierig, den Pariser zu definieren. »Hauptstadtbewohner«: zu vereinfacht. »Gewohnheitsnörgler«: zu verallgemeinernd. Die Pariser definieren sich vor allem über die Dinge, die sie mögen, aber ganz besonders darüber, was sie nicht mögen. Über das, was sie tun, aber ganz besonders darüber, was sie nicht tun. Olivier Magny präsentiert eine ausführliche und absolut subjektive Aufstellung der typischen Eigenarten und Eigenwilligkeiten des Parisers. Darin wird alles abgehandelt, von der Dreifaltigkeit der Coolness (iPhone, Converse, Sushi) über »die Wochenenden auf dem Land, die einfach nur guttun« und die maßlosen Freuden des »Café-Gourmets«, bis hin zum Ausruf: »Ich liebe den südfranzösischen Akzent!«. Es werden gewagte Überlegungen angestellt, unterstrichen von typischen Aussprüchen und mitreißenden Beispielen aus dem echten Leben des Anschauungsobjekts. Auch mit im Programm: spitze Bemerkungen und geistreiche Worte, formuliert von einem 100-prozentigen Pariser, der sich bis zur Perfektion über sich selbst und seine Mitstädter lustig macht.
In Paris ist das Wort putain mehr als nur ein Wort. Es ist eine Krücke. Eine Krücke, die dem Pariser über jede gesellschaftliche Hürde hinweghilft. Es ist ganz unmöglich, sich länger als fünf Minuten mit einem Pariser zu unterhalten, ohne den Klang dieser Krücke zu vernehmen. Es sei denn, man ist selbst ein Sprössling dieser Stadt. Die Pariser haben nämlich die seltene Fähigkeit entwickelt, die Krücke ganz einfach niemals zu bemerken. Das geneigte Ohr des Parisers hört dieses Wort ganz einfach nicht mehr.

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In Amerika kommt man mit nur zehn Adjektiven ganz gut zurecht. In Paris hingegen reicht ein einziges: sympa.

Ursprünglich war dieses Wort eine charmante Abkürzung für sympathique – sympathisch: Zunächst wurde eine umgängliche Person als sympa bezeichnet. Dann war plötzlich alles sympa: Leute, Orte, Momente, Unternehmungen … Der Begriff ist so wunderbar nichtssagend und in Paris völlig gebräuchlich geworden. Die meisten Dinge können nicht nur sympa sein, sie sind es, oh Wunder, auch fast alle geworden. Folglich gibt es in Paris auf die Frage »Wie war’s denn?« nur eine mögliche Antwort: »Sympa!«

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Jeder Pariser ist den anderen Parisern überlegen.

Das Kriterium für das Maß dieser Überlegenheit ist superpraktisch: Es gibt keines. In Paris ist diese Überlegenheit eine Geisteshaltung. Und somit eine Lebenskunst.

Die Existenz von Unterlegenen anzuerkennen, kommt in der Hauptstadt nur selten vor. Tatsächlich ist es äußerst ungewöhnlich, die Existenz von anderen überhaupt anzuerkennen. Diese einzigartige Herangehensweise an das gesellschaftliche Leben erweist sich in vielerlei Hinsicht als praktisch. Zum Beispiel bei allen Fragen rund um das Parken.

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