Sie werden dich finden, egal wohin du gehst

Die 14-jährige Terry West lebt seit dem rätselhaften Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren auf dem Forschungs-U-Boot Kopernikus. Gemeinsam mit ihrem Onkel Simon, ihrem Cousin Ethan und dem Assistenten Johann bereist sie die Weltmeere. Eigentlich wollte die Crew nur einen kurzen Zwischenstop in Terrys Geburtsort Miami machen, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Terry wird von der Polizei gesucht, während ihr Onkel beschuldigt wird, einen Mord begangen zu haben.
Ihr einziger Ausweg scheint die Flucht über das Meer zu sein. Doch sie werden verfolgt und diese Verfolger sind mächtig und gnadenlos ...

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Ein kleiner Vorgeschmack ...

Als wir den Hafen erreichten, dämmerte bereits ein zarter silberner Streifen am Horizont, der sich bald in einen leichten Orangeton verfärben würde. Möwen kreisten über den Masten der Fischkutter. Die hohen Laternen im Hafen brannten noch und tauchten die Andockstellen in ein gel- bes Zwielicht. Einige Matrosen waren schon auf den Beinen und luden ihre Fracht aus.
Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber bestimmt schon nach vier Uhr früh. Um fünf Uhr wollte mein Onkel auslaufen. Meine Hoffnung, dass er noch schlief und von all der Aufregung nichts mitbekommen hatte, löste sich jedoch in Luft auf, als wir die Kopernikus erreichten. Simon stand nämlich schon in Shorts, Sandalen, Hemd und Schal neben dem U-Boot auf der Kaimauer. Er hielt einen Stapel Papiere in der Hand und blickte sich in alle Richtungen um. Seine Miene war wirklich finster und er hatte tiefe Ringe unter den Augen.

»Wenn ich uns allen einen Rat geben dürfte«, sagte Johann knapp, »sollten wir so rasch wie möglich von hier verschwinden.«
Simon atmete tief durch. »Was habt ihr ausgefressen?«
»Käpt’n!«, drängte Johann. »Wir sollten wirklich ablegen!«
Simon zog die Augenbrauen zusammen und starrte zur Hafenzufahrt, über die soeben ein Polizeiauto in unsere Richtung fuhr
Während wir noch alle wie gebannt auf die näher kommende Polizeipatrouille starrten, murmelte Simon leise:
»Ich will gar nicht wissen, was die von uns wollen. Alle Mann an Bord!«
Mein Onkel wusste, wie sehr ich die Bezeichnung Alle Mann hasste. Doch in diesem Augenblick war mir das mehr als egal. Wir stürzten zur Kaimauer und sprangen an Deck. Zuerst kletterten Ethan und ich über die Leiter auf den Turm – Charlie klammerte sich an meinen Rucksack – Johann folgte uns.
Simon löste indessen die Leinen, mit der die Kopernikus festgemacht war. Sogleich driftete das Boot durch die Strömung von der Kaimauer weg, Simon sprang an Bord und kletterte ebenfalls zur Einstiegsluke hinauf. Ich war bereits unter Deck auf der Brücke und blickte durch das Bullauge. Das Polizeifahrzeug blieb exakt neben unserem Anlegeplatz stehen. Zwei uniformierte Polizisten stiegen aus, einer von ihnen sprach hektisch in ein Funkgerät.
Langsam bewegte sich das Boot durch die Wellen.
»Ruder hart Backbord!«, rief Simon, der auf der Kommandobrücke an den Geräten stand.
Johann, der sich gegenüber im Ruderraum befand, setzte den Befehl sogleich um.
»Terry, mach die Luke dicht«, brüllte Simon.
»Aye, aye, Sir.« Ich kletterte im Turm hoch, zog die schwere Luke zu und verriegelte das Schott. Dann rutschte ich die Leiter hinunter und fuhr das Sehrohr aus. Da jeder an Bord wusste, was zu tun war, funktionierte unsere Crew in solchen Situationen wie ein geöltes Uhrwerk.
»Jetzt volle Kraft voraus!«, rief Simon.
Ich klappte die Griffe des Sehrohrs herunter und warf einen Blick durch das Periskop. Der Horizont färbte sich soeben orange und das erste Tageslicht fiel über das glitzernde Meer. »Eine halbe Meile voraus drei Grad Backbord sind zwei Schiffe, sehen aus wie Polizeiboote«, rief ich aufgeregt.
»Ich sehe es auf dem Radar, Terry«, sagte mein Onkel.
»Johann!«, brüllte er. »Wir tauchen. Drei Meter.«
Im gleichen Moment hörte ich, wie die Wassertanks über die Ventile mit Meerwasser geflutet wurden. Das Boot neigte sich vorne in die Tiefe und gleichzeitig verlangsamte sich die Fahrt. Ich klammerte mich an die Griffe und blickte immer noch durch das Periskop. Allerdings musste ich das Sehrohr weiter ausfahren, da die Wellen gegen die Linse schlugen.
»Sieben Grad Steuerbord!«, korrigierte Simon den Kurs.
»Aye, Käpt’n«, kam Johanns Antwort.
Dann hatten wir Tauchtiefe erreicht. Die gewohnte Stille hüllte das Boot ein. Ich hörte nur das gleichmäßige Stampfen der Maschinen und das schrille Ping des Sonars, mit dem man auf dem Bildschirm die Unterwasserumgebung sehen konnte.
Ethan kam zu mir ans Periskop. »Das hast du ja prima hingekriegt. Nach zehn Jahren wieder einmal in Miami und dann müssen wir vor Killern und der Polizei flüchten.«

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