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SPECIAL zu Antje Babendererde »Zweiherz«

Im Maul des Kojoten

Nach dem Schöpfungsmythos der Navajo-Indianer entstanden zuerst Erster Mann und Erste Frau - und der Kojote „Zweiherz“, der Unruhestifter. Von Anbeginn ließ Zweiherz nichts unversucht, um Unheil und Chaos zu verbreiten. Als die Ordnung der Welt geschaffen wurde, durfte er zur Strafe für sein zerstörerisches Wesen nicht an ihr teilhaben. Das machte Zweiherz so wütend, dass er noch heute auf der Suche nach gefügigen Opfern durch die Welt streift. Seine Gestalt ist wandelbar. Wenn er einen Menschen findet, der nicht mit sich und seiner Welt in Einklang lebt, umkreist er ihn wie ein zu jagendes Tier und versucht ihn zu verführen. - Vielleicht ist Will ja bereits ein Opfer des Kojoten  ...

Will ist Navajo-Indianer und erst 14 Jahre alt, als er des Mordes am Direktor einer Internatschule angeklagt wird. Zehn Jahre Haft lautet das Urteil des Gerichts. Niemand in „Big Res“, der großen Navajo-Reservation, glaubt wirklich daran, dass Will diese Tat verübt hat. Was hätte ihn auch dazu bringen sollen? Was hätte sein Motiv sein können?

Kaye, die Will seit frühester Kindheit kennt, glaubt an seine Unschuld. Aus einer Kinderfreundschaft war Liebe geworden, noch bevor Will ins Gefängnis kam. Damals brach für Kaye eine Welt zusammen. Doch sie will auf ihn warten, schickt regelmäßig Briefe ins Gefängnis, auch wenn sie nie eine Antwort erhält.

Kaye lebt mit ihrem Vater, einem weißen Farmer, ebenfalls in Big Res. Ihre Mutter Sophie, eine Vollblut-Navajo, ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu der Zeit war Will bereits verurteilt. Inzwischen ist Kaye siebzehn Jahre alt und hat gerade ihren High School-Abschluss hinter sich gebracht. Jetzt will sie erst einmal eine Pause einlegen, bevor sie ihre weitere Zukunft plant.

Es ist Juni und der Sommer kündigt sich an. Kaye kümmert sich mit um die Farm, um die Tiere, um ihren Mischlingshund Jazz – und um Sam Roanhorse, Wills Großvater, der in der Nachbarschaft lebt. Der alte Mann wird für seine Künste als Silberschmied und vor allem für seine seherischen Fähigkeiten bei den Indianern hoch geachtet. Er ist es auch, der Kaye prophezeit, dass Will bald zurückkehren wird - obwohl er noch lange Jahre seiner Haftstrafe abzusitzen hat.

Und dann passiert das Unglaubliche: Will ist plötzlich wieder da. Doch das Wiedersehen wird schmerzlich für Kaye. Sie liebt Will noch immer, aber er verhält sich merkwürdig distanziert. Als er ihr erzählt, dass er ihre Briefe zwar bekommen, aber nie gelesen hat, ist sie fassungslos. Er hat sich verändert, ist nicht mehr wie früher.

Will versucht, einen Weg zurück in sein altes Leben zu finden, und er hofft, dass ihm seine Liebe zur Natur dabei hilft. Bei seinen ausgedehnten Streifzügen stößt er gelegentlich auf die Spuren eines Kojoten, der ihn umstreicht  …
Er wird von Selbstzweifel gepeinigt:
Wer ist er wirklich, gehört er noch zu seinem Volk? Kaye leidet darunter, dass sich Will ihr gegenüber so abweisend verhält. Ein Geheimnis umgibt nach wie vor seine Vergangenheit, und Will hüllt sich darüber in Schweigen.

Plötzlich geschehen kurz hintereinander erschreckende Dinge: Uralte indianische Kunstschätze werden geraubt, Wills Freund Aquilar verliert bei der Verfolgung der Diebe fast sein Leben, ein Weißer wird ermordet, und der Verdacht fällt auf Will. Ist er nun endgültig dem Kojoten „Zweiherz“ zum Opfer gefallen  … ?

Antje Babendererde entführt in die Welt der Navajo-Indianer und erzählt die Geschichte der 17-jährigen Kaye und ihrer spannungsreichen Liebe zum jungen Navajo Will. Das erste Jugendbuch der ausgewiesenen Indianer-Spezialistin bei cbj – dramatisch, mitreißend, sensibel und eine einzigartige Gratwanderung zwischen Moderne, Mystik und Tradition.