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Hatice Akyün

Hatice Akyün

© Götz Schwan

Hatice Akyün kommt über Anatolien, Duisburg, New York und Berlin zum Journalismus. Sie zieht 1972 im Alter von drei Jahren mit ihrer Familie aus dem zentralanatolischen Dorf Akpinar Köyü nach Duisburg. Die Tochter von Analphabeten lernt Deutsch mit Grimms Märchen und Büchern von Hanni und Nanni.

Hatice Akyün macht eine Lehre als Justizangestellte beim Amtsgericht und geht als Au-pair-Mädchen für ein Jahr nach New York. Ihre Begeisterung für das Lesen und viele Zufälle führen sie schließlich zum Journalismus: als in der Lokalredaktion Duisburg der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung jemand gebraucht wird, der für Gerichtsreportagen türkische Kriminelle interviewt, ist sie zur Stelle. Das ist der Beginn ihrer Leidenschaft für den Journalismus, auch wenn sie als Justizangestellte ein finanziell sorgloseres Auskommen gehabt hätte. Und so macht sie das Abitur nach, volontiert und studiert.

2001 geht sie zum Gesellschafts- und Lifestyle-Magazin „Max" nach Berlin. Als Society-Reporterin bei Max bittet sie die damalige Schweizer Botschaftergattin Shawne Fielding zum Skandal-Interview und setzt sie für ein Fotoshooting in der Botschaft auf ein Pferd.

Eine Hass-Liebe verbindet sie mit New York City. Drei Mal versuchte sie in den letzten zehn Jahren dorthin auszuwandern. Mit jedem Flug zurück nach Deutschland schwörte sie sich: Nie wieder diese verrückte Stadt.

Seit vier Jahren schreibt sie als freie Journalistin unter anderem für den SPIEGEL, EMMA und den Berliner Tagesspiegel. Für den SPIEGEL verfasste sie die Titelgeschichte „Allahs rechtlose Töchter" und die Reportagen „Eine Stadt wie ein Versprechen" über junge, türkische Akademikerinnen in Istanbul und „Der Denkzettel", über den Solinger Brandanschlag - zehn Jahre danach.

2005 erscheint bei Goldmann ihr erstes Buch „Einmal Hans mit scharfer Soße", in dem Hatice Akyün über ihr Leben in den Parallelwelten zwischen Bosporus und Berlin erzählt. Voller Temperament und mit viel Humor berichtet sie von ihren Eltern, ihren fünf Geschwistern und ihren deutschen Freunden. Von den kleinen Begebenheiten des Alltags, die deutlich machen wie unterschiedlich beide Kulturen sind, und wie viel Bereicherung man daraus ziehen kann, wenn man aus beiden Welten die positiven Seiten lebt. Hatice Akyün schildert die Klischees mit denen ihre türkischen Landsleute die Deutschen belegen. Aber sie verschweigt bei allem Humor auch nicht die Schwierigkeiten, die sie selber hatte in ihrer Familie Akzeptanz für ihren „untürkischen“ Lebensweg zu finden. Es ist ein Buch, über ein hochaktuelles Thema, das abseits tragischer Schicksale die Lebensrealität einer ganzen Generation von „Gastarbeiterkindern“ auf der Suche nach ihrer eigenen Identität einfängt.

2008 erscheint ihr zweites Buch „Ali zum Dessert – Leben in einer neuen Welt": Diesmal schreibt sie als Mutter einer einjährigen Tochter über ihre zwei Welten zwischen gebährmuffeligen deutschen Freundinnen, PEKIP-Kursen, frühkindliche Musikerziehung, Elterngeld und türkischem Familienkommunismus. Sie berichtet humorvoll und voller Ironie darüber, wie nun zwei türkische Familien fröhlich-chaotisch in ihr deutsches Leben funken.

Hatice Akyün ist eine moderne, selbstbewusste junge Frau, die heute in Hamburg zu Hause ist, immer einen Türkenkoffer in Berlin stehen hat, Deutschland als ihr Land liebt und sich dennoch ihre türkische Seele bewahrt hat.